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O’Sullivan: Maximum und Welsh Open-Sieg

2 Mrz

Ronnie O’Sullivan hat die Welsh Open gewonnen, Ding Junhui im Vorbeigehen mit 9:3 besiegt und damit in dieser Saison sein erstes Ranglistenturnier gewonnen. Doch am Ende stand dies nicht im Vordergrund. Denn im letzten Frame des Turniers spielte O’Sullivan sein zwölftes Maximum Break und ist damit alleiniger Rekordhalter.

Dazu war es der 26. Titel bei Weltranglistenturnieren und O’Sullivan schob sich hinter Stephen Hendry und Steve Davis – vorbei an John Higgins – auf Rang drei der Rangliste. Dabei war der deutliche Spielverlauf so nicht zu erwarten gewesen, denn die beiden besten Spieler der letzten Monate hatten in den vorherigen Runden teilweise sehr starke Leistungen gezeigt.

14 der 51 Centurys gingen auf das Konto von O’Sullivan sowie Ding Junhui, aber der Chinese erwischte in der ersten Session einen rabenschwarzen Tag. Böse Fehler mischten sich mit Pech und O’Sullivan brauchte sich nicht groß anzustrengen, um eine hochverdiente 7:1-Führung auf das Scoreboard zu zaubern und die Messe war gelesen.

Ronnie O'Sullivan gewinnt die Welsh Open

Ronnie O’Sullivan gewinnt die Welsh Open

Dabei darf man nicht vergessen, dass Ding Junhui im Verlauf der Saison bereits vier Ranglistenturniere gewonnen hat – er ist sozusagen in der Form seines Lebens und konnte das auch bei den Welsh Open bis zum Finale bestätigen. Warum aber war er gegen Ronnie O’Sullivan so deutlich unterlegen? Kein Spieler kann permanent seine Form behaupten und es ist nur menschlich, einen schlechten Tag zu erwischen. Eine recht einfache Erklärung.

Man darf auch nicht vergessen, dass Ding die Chance zum 2:3 hatte, jedoch mit dem Queue abrutschte und seinem Gegner so das 4:1 schenkte. Ein weiterer Nackenschlag, der nicht unbedingt förderlich für die Motivation ist. Andererseits war das Kind zu diesem Zeitpunkt zwar noch nicht in den Brunnen gefallen, es hatte sich allerdings schon weit über den Rand gelehnt.

Denn es ist fraglich, ob das 2:3 einen Wendepunkt hätte markieren können. Solche Überlegungen sind rein hypothetisch und vielleicht wäre O’Sullivan ins Grübeln gekommen. Aber mir fehlt der Glaube und ich habe für mich eine andere Erklärung gefunden – und damit stehe ich nicht alleine auf weiter Flur: Es liegt einfach ein O’Sullivan.

Rolf Kalb hatte es in der ersten Session kurz angesprochen und meinte: „Als würde der Respekt von Ronnie O’Sullivan ihn lähmen.“ So abwegig dies im ersten Moment klingt, O’Sullivan hat eine enorme Ausstrahlung, gilt weiterhin als der Spieler, der mit dem Queue auf die Welt gekommen ist. Und trotz seiner vielen Pausen umgibt ihn eine ganz gewisse Aura.

Dabei ist es erschreckend, dass er im Vergleich zu Spielern wie Mark Williams oder John Higgins im Alter besser wird. Ist er in den Bällen, gibt es nichts, was ihn stoppen kann. Aber es wirkt, als ob O’Sullivan sich entwickeln würde. Dabei spielt er wesentlich mehr Safetys, schenkt die Frames bei Rückständen nicht sofort ab und ist einfach variabler geworden.

Joe Perry hatte es ebenfalls per Twitter geschrieben: „Es ist schwer zu beschreiben, wie groß der Unterschied ist, ob man gegen Ronnie oder einen anderen Gegner spielt. Und ich denke, die anderen Profis sehen es ähnlich.“ Ein klares Statement, denn als Spieler steht man ab dem ersten Stoß gewaltig unter Druck, in dem Wissen, keine Fehler machen zu dürfen.

Und Ding hat bisher keine großen Erfahrungen gemacht, wenn es um Final-Duelle gegen O’Sullivan geht. Vielleicht kamen ihm auch noch Erinnerungen an das Masters-Finale 2007, was ich aber nicht glaube. Und ob dieser Respekt nun wirklich der Grund für die Niederlage war? Wahrscheinlich war es ein Gemisch aus schlechten Tag und dem Druck.

Klar ist, Ronnie O’Sullivan hat den Titel hochverdient errungen und ist – wie seit Jahren – in jedem Turnier der große Favorit auf den Titel. Dazu denke ich, braucht ein Spieler eine gewisse Mentalität, um O’Sullivan wirklich schlagen zu können. Spontan fällt mir Mark Allen ein, denn der Nordire hat ein gewaltiges Ego und gegen den Weltmeister braucht es das manchmal.

Snooker-WM in Sheffield: Tag 8

28 Apr

Während ich gestern fieberhaft überlegt habe, zu welchem Thema es sich denn lohnen würde, ein paar Worte zu Papier zu bringen, ist das heute nicht so wirklich eine schwierige Aufgabe. Denn Mark Selby wird nicht der vierte Spieler in der Geschichte des Snooker sein, der sich die Triple Crown holt. Masters und UK Championship hatte er gewonnen, die WM ist für ihn nun vorbei.

Steve Davis, Stephen Hendry und Mark Williams hatten das Kunststück geschafft, alle drei Turniere in einer Saison zu gewinnen. Und ganz ehrlich, Selby hatte beste Chancen, in diesen Kreis einzutreten. Aber dieser Barry Hawkins …. In meiner Vorschau hatte ich erwartet, dass er gegen Selby im Achtelfinale scheitern wird, aber ihn auch als harten Spieler bezeichnet.

Er steht nicht umsonst in den Top 16 und wusste in den letzten Monaten durchaus zu beeindrucken. Dazu hat er die Erfahrung und ließ sich gegen Mark Selby auch von einem Rückstand nicht erschrecken. Diese Erfahrung ist gerade bei der WM unglaublich wertvoll. Nun ist also der nächste Top Favorit schon ausgeschieden und man darf sich fragen, wo das noch hinführen soll.

Barry Hawkins schaltete Mark Selby aus (by World Snooker)

Barry Hawkins schaltete Mark Selby aus (by World Snooker)

Auch im letzten Jahr sind einige der Top Spieler bereits früh gescheitert. Das ist zwar richtig, doch darf man nicht vergessen, dass jener Selby beispielsweise unter den Folgen einer Nackenverletzung angetreten war. Stuart Bingham unterlag immerhin Stephen Hendry und Martin Gould war auch gesetzt, aber kein Spieler, der zwingend die zweite Runde erreichen musste.

In diesem Jahr ist es eine andere Geschichte – zumindest meiner Meinung nach. Man kann sicherlich damit argumentieren, Williams und Higgins haben keine gute Saison gespielt. Das ist richtig, aber die Breite der Überraschungen ist schon außergewöhnlich. Dabei war das Aus von Maguire schon eine Überraschung und das Scheitern von Robertson eine Sensation.

Aber warten wir ab, wie sich die Achtelfinals entwickeln. Mit dem Spiel von Judd Trump gegen Shaun Murphy haben wir ja schon einen absoluten Knaller, auf den ich mich jetzt schon freue. Dabei ist die obere Hälfte des Draws meiner Meinung nach die, aus der der Weltmeister hervorkommen wird. Bleibt die Frage, wer sich noch durchsetzen wird.

Sollte Ronnie O’Sullivan gegen Ali Carter gewinnen, trifft er auch Stuart Bingham oder Mark Davis. Das sind vier starke Spieler, die den Halbfinalisten unter sich ausmachen. Und unten? Da stehen momentan Michael White, Ricky Walden, Robert Milkins, Barry Hawkins, Mark King und Ding Junhui noch in der Verlosung.

O’Sullivan gegen Trump und Ding Junhui gegen Michael White wären doch zwei klasse Halbfinals. Aber mal sehen, wer sich letztlich durchsetzt. Dazu ist mir übrigens noch aufgefallen, dass mittlerweile viel über die Kicks gesprochen wurde. Ich weiß nicht mehr genau, welcher Profi es war.

Aber im Vorfeld hatte ein Spieler erklärt, es würde ihm auf die Nerven gehen, wenn die Kommentatoren immer darüber sprechen würden. Also praktisch jeden Fehler mit einem möglichen Kick zu erklären. Denn Spieler würden einfach Fehler machen und nicht immer wäre es ein schlechter Ballkontakt. Seit dem höre ich oft, wie die Kommentatoren es explizit erwähnen, wenn es ein Kick war oder eben ein Fehler – achtet mal drauf.

Mark Selby – der Weg zur Legende

21 Jan

Mark Selby hat das Masters gewonnen. Im Finale setzte er sich doch klar mit 10:6 gegen Neil Robertson durch und holte sich nach 2008 und 2010 den dritten Titel beim wichtigsten Einladungsturnier im Snooker-Zirkus. Judd Trump wird neidisch zugesehen haben, als Selby den Scheck über 175.000 Pfund entgegennahm.

Eine Woche zuvor hatte sich Trump noch öffentlich beklagt, die Snooker-Spieler würden nicht ausreichend Geld verdienen. Aber dazu hatte ich ja schon einen Eintrag geschrieben. Selby hat nun die große Chance, nach der UK Championship und dem Masters auch die Snooker-WM zu gewinnen – das sogenannte Triple Crown.

Erst drei Spielern gelang dieses Kunststück. Stephen Hendry hat es natürlich doppelt geschafft. Zudem reihten sich auch Steve Davis und Mark Williams in den Kreis der Erlauchten ein. Die Welsh Potting Machine hat es auch als letzter Spieler in der Saison 2002/03 geschafft, den Titel beim Masters zu verteidigen.

Mark Selby

Mark Selby

Selby ist die Nummer eins der Welt, aber es war fraglich, wie er nach der Nackenverletzung zurückkommen würde, die ihm bei der letzten WM eine Niederlage in Runde eins beschert hatte. „Ich hatte keine Zweifel, aber das Selbstvertrauen war natürlich weg. Der Sieg hat mir natürlich einen Schub gegeben“, meinte Selby, nachdem er die UK Championship gewonnen hatte.

Und was er beim Masters gezeigt hat, war eine Demonstration. Dabei geht es nicht um die spielerische Klasse oder ein besonders gutes Breakbuilding – Selby spielte im ganzen Turnier nur ein Century. Er ist der am härtesten zu spielende Gegner, den man erwischen kann. Seine Nervenstärke war ohnehin bekannt. Aber das 6:5 gegen Stuart Bingham war großartig.

Mit 1:5 hatte er schon hinten gelegen und gegen Gegen Graeme Dott drehte Mark Selby einen 1:4-Rückstand. Der Jester from Leicester steht für mich als verdienter Sieger fest. Es war beeindruckend – nicht mehr, aber auch nicht weniger. In dieser Form wird er schwer zu schlagen sein, auch wenn Gegner Neil Robertson nicht seinen besten Tag erwischt hatte.

Bis dato war es der Australier, der mit seinem Spiel für die Highlights beim Masters gesorgt hatte. Interessant, Robertson gewann seine ersten sieben Finalspiele auf der Tour. Nun war es die dritte Niederlage in Folge. Dennoch, eine Quote von 70 Prozent ist beachtlich – alleine, es wird ihm nach der Niederlage wenig geholfen haben.

Man muss allerdings auch erwähnen, dass Selby im Glück war, als Robertson den Anschluss zum 6:8 geschafft hatte, dann aber von einem Fluke Selbys gestoppt wurde. Ob das Match gekippt wäre, ist jedoch schwer zu prognostizieren. „Wenn ich so gespielt hätte, wie bei den drei Matches zuvor, dann hätte ich womöglich gewonnen“, meinte Robertson.

„In den ersten Frames habe ich versucht, Mark nicht beim Spielen zu beobachten. Denn er kann einen sehr lange vom Tisch fernhalten und ich wollte meinen eigenen Rhythmus nicht gefährden. Aber es war ein Fehler, denn meine Körpersprache war nicht gut und als ich dann an den Tisch kam, war ich schlecht vorbereitet.“

Dennoch, es war ein gutes Finale und beide Spieler haben die Woche über für hohe Unterhaltungswerte bei mir gesorgt. Ich freue mich jetzt schon auf das German Masters in Berlin, bei dem ich ab dem 31. Januar vor Ort sein werde. Vielleicht sieht man sich ja in der Halle.

Der perfekte Snooker-Profi

11 Mrz

Matt vom prosnookerblog hat eine recht interessante Frage aufgeworfen und schon vor langer Zeit eine Art Artikel angefangen, wer denn der beste Spieler aller Zeiten wäre. Da diese Frage nicht wirklich beantwortet werden kann, ging es in der Folge darum, wie denn ein perfekter Spieler aussehen würde.

Die Kategorien, in denen die Spieler gemessen werden, sind in diesem Falle: Potting, Break Building, Safety, Technique, Cue Power, Will to Win, Snooker Brain und Entertainment. Die Jury setzt sich zusammen aus Joe Johnson, Weltmeister 1986, Neal Foulds, der ehemaligen Nummer drei der Welt und Phil Yates, dem Chef Reporter von Snooker Scene.

Hier übrigens eine Liste, die die BBC im Jahr 2000 veröffentlicht hat:

Potting: Mark Williams

Break: Building: Stephen Hendry

Safety: Steve Davis

Technique: Stephen Lee

Cue Power: John Spencer

Will to Win: Dennis Taylor

Snooker Brain: Ken Doherty

Entertainment: Alex Higgins

Potting

Wenn es ums Potting geht, sind die Ansichten natürlich – wie eigentlich bei jeder Frage – gemischt. Während Johnson sich klar für Alex Higgins ausspricht, sind Foulds und Yates der Ansicht, dass Judd Trump mittlerweile der Spieler ist, der in dieser Kategorie die Nase vorn hat. Meiner Meinung nach hat sich das Spiel natürlich verändert.

In Zeiten von Davis und Higgins wurden nicht die langen Bälle angegangen und gerade was das Lochen angeht, sind die Spieler heute natürlich kaum mit den Altmeistern zu vergleichen. Mark Williams ist nicht umsonst mit dem Namen ‚Welsh Potting Machine‘ betitelt worden, doch hat er in der letzten Zeit Probleme. Mit Trump kann ich mich anfreunden, doch auch Mark Selby gehört für mich dazu.

Break Building

Hier sprechen sich Johnson und Yates klar für Stephen Hendry aus, der immer noch die meisten Centurys gespielt hat – und das in einer Zeit, in der es noch keine PTC-Events gab. Foulds nennt Ronnie O’Sullivan, der seiner Meinung nach einen höheren Level beim Break Building erreicht hat. Er kann einen schwierigen Tisch innerhalb von einigen Stößen reparieren.

The Rocket brauchte zudem ein Jahr weniger, um die ersten 100 Centurys zu spielen – ganze fünf Jahre.  Ihm fehlen noch 100 Centurys, um Hendry von der Spitze der Liste zu vertreiben. Ich für meinen Teil sehe John Higgins an der Spitze. Zwar ist seine große Stärke das Allround-Spiel, doch ganz besonders sein Break-Building ist eine Augenweide. Der Wizard of Wishaw steht übrigens auf Platz drei der ewigen Liste der Centurys.

Safety

Johnson, der sicherlich den größten Einblick auch als ehemaliger Weltmeister hat, spricht sich für Dennis Taylor aus. Alle drei Experten sehen Steve Davis zwar ganz vorne mit dabei, doch nur Yates nennt den Oldie als besten Safty-Spieler aller Zeiten. Für Foulds ist John Higgins in dieser Kategorie die Nummer eins.

Aus meiner Erinnerung würde ich auch Davis bevorzugen, der in seiner Blütezeit klinisch spielte und nicht umsonst als einer der unbeliebtesten Spieler galt – zumindest was die Attraktivität des Spiels anging. Auch heute gibt es Spieler, die enorm gute Sicherheitsstöße spielen, doch Davis benutzte dies mehr als Waffe, als Spieler wie Trump oder Mark Allen, die Safetys eher als letzten Ausweg spielen.

Technique

Stephen Lee, der momentan an alte Leistungen anknüpfen kann, galt schon immer als hervorragender Techniker, ausgestattet mit guter Cue Power. Yates spricht sich jedenfalls für Ronnie O’Sullivan aus, der mit seinem Spiel und seinen Möglichkeiten ohne Frage zu den absoluten Ausnahmeerscheinungen gehört.

Ich bin eher der Meinung von Johnson und Foulds, die sich auf Shaun Murphy festlegen. In seiner frühen Kindheit hat sein Vater viel in diesem Bereich mit ihm gearbeitet und in der Weise, wie er den Ball trifft, geht kein Weg an ihm vorbei. Murphy ist ein Präzisionswunder und er weiß um seine Stärke – ein Grund, warum er 2005 als Qualifikant die WM gewann und immer zu den Favoriten gehört.

Cue Power

Johnson und Foulds sind hier wieder einer Meinung und legen sich auf Stephen Lee fest. Das Schwergewicht der Szene wurde nicht umsonst auch beim technischen Aspekt genannt. Denn Stoßwirkung alleine reicht nicht, wenn die Technik nicht stimmt. Yates nennt mit Judd Trump den vielleicht kommenden Star im Snooker und hat in diesem Falle meine Zustimmung.

Es ist eine Augenweide, was Trump mit dem Spielball anzustellen in der Lage ist. Gerade seine Rückzieher sind beeindruckend und auch wie er es schafft, die Weiße nach einem Pot auf Blau rund um den Tisch zu befördern, um dann wieder Stellung auf Rot zu erhalten sucht in meinen Augen momentan seines Gleichen.

Will to Win

Johnson nennt Eddie Charlton, während Foulds sich auf Neil Robertson festlegt, der nicht umsonst jedes seiner sieben Finalspiele gewonnen hat. Der Australier gehört dabei zu den Spielern, die niemals aufgeben und selbst bei unmöglichsten Kombinationen noch an den Tisch kommen, um durch Foulpunkte den Frame noch gewinnen zu können.

Mein persönlicher Favorit wird von Yates genannt, der Peter Ebdon ins Rennen wirft. Und damit hat er genau die richtige Wahl getroffen. Ich habe eine große Abneigung gegen das Spiel von Ebdon. Er spielt einfach langweilig – gleichzeitig ist es sicherlich ein großes Kompliment für den Weltmeister aus dem Jahr 2002.

Ebdon ist kein großer Potter und mit Sicherheit nicht mit dem Talent eines O’Sullivan oder Hendry gesegnet. Seine große Stärke waren immer die Saftys, aber im Besonderen die Engelsgeduld. Ob der Frame nur fünf Minuten läuft oder eine Stunde – für Ebdon völlig gleichgültig. Er wollte das Spiel gewinnen, egal wie es steht.

Snooker Brain

Wenn es nach Johnson geht, liegt Terry Griffith auf Platz eins dieser Kategorie und nicht umsonst ist er heutzutage als Trainer bei den Top-Spielern so gefragt. Für Yates ist es John Higgins, der mit seinem Allround-Spiel als Nummer eins der perfekte Spieler in diesem Bereich anzusehen ist. Foulds spricht sich für Mark Selby aus.

Der Jester from Leicester gewinnt nicht viele Turniere, ist aber stetig in den Schlussrunden mit dabei und holt sich so seine Punkte. Yates erklärt, dass Selby das Spiel liebt und sich zudem viel von anderen Spielern abschaut – dazu verfügt er über ein außergewöhnlich gutes B-Spiel. Aber nicht umsonst nennen alle drei Experten hier andere Spieler.

Es ist eine wirklich sehr schwer zu beantwortende Frage. Sicherlich gehört Ronnie O’Sullivan auch in die engere Auswahl. Ihn verbindet dabei ja eine Art Haß-Liebe mit diesem Spiel und nicht umsonst hat er das Queue einmal als seine Geliebte bezeichnet. Oder auch Graeme Dott, der früher das Wort Risiko nicht einmal in den Mund genommen und heute sein Spiel ob der Entwicklung komplett umgestellt hat.

Entertainment

Hier sind sich alle drei Experten im Prinzip einig und nennen Alex Higgins. Er war der Grund, warum der Sport in den 70er und 80er Jahren einen großen Zulauf bekam, auch wenn der Nordire sicherlich viele menschliche Fehler hatte und ohne Zweifel eine sehr strittige Person war. Doch übte er auch eine unglaubliche Faszination auf die Fans aus.

Foulds setzt Higgins – wie auch Jimmy White – allerdings eher an die Positionen zwei und drei, für ihn ist O’Sullivan der Spieler, der hier als Baustein für den perfekten Spieler anzusehen ist. Auch ich komme natürlich nicht an Alex Higgins vorbei, doch O’Sullivan ist auch mein Favorit. Er ist das Zugpferd und der Liebling der Massen.

Wenn es einen perfekten Spieler geben sollte, dann ist es O’Sullivan. Er hat ein so enormes Talent und ist in allen Kategorien vorne dabei – mittlerweile auch beim Willen, Rückstände zu drehen. Doch seine Mimik bei verschossenen Bällen, wie er dem Spielball auch mal den Mittelfinger zeigt und die Fähigkeit, in unter sechs Minuten ein Century zu spielen, sind einfach grandios.

Um Einschätzungen wird gebeten.

Hendry, Doherty und Davis starten bei den Welsh Open

11 Feb

Am Montag (13. – 19. Februar) beginnen die Welsh Open in Newport und für die Profis ist es die letzte Chance, ihren Setzplatz für die Weltmeisterschaft im Crucible Theatre zu sichern. Denn nach dem Turnier wird die Weltrangliste aktualisiert und der Sieger kann immerhin 5.000 Punkte sowie gut 35.000 Euro einstreichen.

Schön zu sehen ist dabei, dass mit Stephen Hendry, Ken Doherty und Steve Davis gleich drei ehemalige Weltmeister die Qualifikationsrunden überstanden und ihre Teilnahme gesichert haben. Auch Mark Davis ist im Hauptfeld vertreten, dabei erster und einziger Anwärter aus der unteren Hälfte auf einen Platz in den Top 16. Denn der Engländer ist als Ranglisten-17. erneut auf dem Sprung.

Auf Platz 16 liegt Stuart Bingham und hat knapp 1.300 Punkte Vorsprung auf Davis. Dahinter liegt noch Ricky Walden, aber er verlor in der Quali mit 3:4 gegen Steve Davis und hat demnach keine Chancen auf Punkte in Newport. Auf der 19 finden wir Andrew Higginson, der durch seine Erstrunden-Niederlage gegen Ronnie O’Sullivan beim German Masters alle Chancen auf einen Platz unter den Top 16 verspielt hat.

So kann alleine Mark Davis noch dafür sorgen, dass Bingham, Stephen Lee, Ronnie O’Sullivan oder auch Lokalmatador Matthew Stevens sich den Traum Weltmeisterschaft erst in der Qualifikation sichern können. Zudem trifft er in Runde eins auf Ding Junhui, der zugegebenermaßen nicht unbedingt in bestechender Form ist.

Nächster Gegner dürfte dann John Higgins sein, der seinen Auftakt gegen Liang Wenbo bestreiten muss. Und auch der Wizard of Wishaw sucht momentan nach seinem Spiel. Für Davis eine gute Chance und man darf gespannt sein, wie sich die anderen Spieler zu Beginn schlagen.

Nach seinem guten Auftritt in Berlin steht gerade Matthew Stevens im Mittelpunkt des Geschehens. Der 34-Jährige befindet sich in guter Form und musste in den letzten Jahren regelmäßig durch die Qualifikation, um an der WM teilnehmen zu können. Als 14. ist er momentan qualifiziert und möchte auch nach dem Heimturnier dort stehen – mit Blick nach oben.

„Ich war in Berlin sehr zufrieden mit meinem Spiel, gerade beim 5:1 gegen Neil Robertson. Denn er ist immerhin einer der besten Spieler in der Welt. Das hat gezeigt, dass ich immer noch jeden Gegner schlagen kann, zumindest wenn ich gut spiele“, so der Walisische Drache gegenüber worldsnooker.

„Meine Teilnahme an der WM ist nicht sicher, aber so gut wie. Wenn ich mein erstes Match gewinne, besteht daran eigentlich kein Zweifel mehr. Es liegt also in meiner Hand. In den letzten Jahren musste ich mich immer für das Crucible qualifizieren und es ist wirklich keine schöne Situation. Denn es sind wirklich harte Matches. Im letzten Jahr habe ich Fergal O’Brien mit 10:9 auf die letzte Schwarze besiegt und das muss ich nicht nochmal haben.“

Dies ist durchaus zu verstehen und ich für meinen Teil freue mich immer, wenn ich Stevens spielen sehe. Auch Ronnie O’Sullivan möchte ich bei der WM nicht missen, auch wenn dafür Mark Davis auf der Strecke bleiben muss. Das ist sicherlich Ansichtssache und es mag auch Fans von Davis unter Euch geben.

Ein Favoritencheck folgt und bis dahin könnt Ihr Euch hier den Draw ansehen.

O’Sullivan besiegt Steve Davis – Selby demontiert Day

5 Dez

Ronnie O’Sullivan hat den Absturz aus den Top-16 vorerst abgewendet und Steve Davis in Runde eins der UK Championship mit 6:1 besiegt. Das Ergebnis hört sich jedoch klarer an, als das Match im Endeffekt lief. Davis hatte seine Chancen, schaffte es nur nicht, genügend Kapital daraus zu schlagen.

Dabei ging The Nugget mit 1:0 in Führung und O’Sullivan, der die Woche über wegen Magenproblemen nicht trainieren konnte, wirkte nicht unbedingt konzentriert. Doch die Fehler bei Davis häuften sich und die Spielfreude kam auf beim viermaligen Champion. Mit Breaks von 54, 123, 97, 53 und 62 sicherte er schließlich das Weiterkommen.

„Es hätte in den ersten drei oder vier Frames auch anders ausgehen können“, erklärte O’Sullivan nach dem Match gegenüber Eurosport. „Aber ich bin zufrieden mit meiner Leistung. Die Woche über habe ich mich nicht gut gefühlt und wusste nicht, wie ich letztlich drauf bin. Aber ich fühle mich ganz ok.“

Dass der Sieg enorm wichtig war, um im Elitekreis zu bleiben, interessierte ihn nicht sonderlich. „Auf die Rangliste schaue ich nicht, ich konzentriere mich darauf, Turniere zu gewinnen. Nur darum geht es mir. Zudem kann ich es fühlen, ich kann immer noch mit den Besten mithalten.“

Dieses Gefühl ist auch zwingend notwendig, wenn man sich die Leistung von Mark Selby ansieht, der Ryan Day komplett auseinander nahm und den Waliser mit 6:0 abfertigte. Der zweifache Ranglisten-Sieger spielte beeindruckendes Snooker und mit Serien von 86, 111, 90 und 69 schickte er ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz.

„Ich bin sehr glücklich mit meinem Spiel“, so Selby nach der Demonstration seines Könnens. „Zu Beginn der Saison habe ich zwei Turniere in China gewonnen, aber es fühlt sich so an, als ob es eine Ewigkeit her wäre. Wenn ich meine Form halten kann, werde ich auch noch mehr Titel gewinnen.“

Das war auch der Plan von Stuart Bingham, der einen wahren Leistungsschub bekommen hat und nun auch fester Bestandteil der Top-16 ist. Allerdings musste er als erster gesetzter Spieler die UK Championship verlassen. Er unterlag ein wenig überraschend Marco Fu mit 4:6. Wobei Fu wirklich kein Gegner zum auf die leichte Schulter nehmen ist. Allerdings führte Bingham bereits mit 3:1.

Trotzdem hatte ich mehr von Bingham erwartet, aber mal sehen, wie er mit diesem Rückschlag umgehen wird. Sicher weiter ist hingegen Martin Gould. Der Power Snooker-Champion gewann mit 6:2 gegen Peter Linies und Ali Carter setzte sich gegen Robert Milkins mit 6:4 durch. Als letzter Spieler am Sonntag zog Shaun Murphy ins Achelfinale ein. Der Magician bezwang Li Yan mit 6:3.

Morgan krönt sich zum Weltmeister

7 Nov

Ende Januar findet wieder das Snooker Shoot Out statt, doch leider müssen die Fans auf Ronnie O’Sullivan verzichten, der seine Absage bekannt gegeben hat. Freuen konnten die Zuschauer sich hingegen über die Weltmeisterschaft der Senioren, bei denen Jimmy White seinen Titel nicht verteidigen konnte. Der Respotted Blog gratuliert Darren Morgan.

Kommen wir zu der WM der älteren Herren. In diesem Jahr wurde die Altersgrenze von 40 auf 45 angehoben, sodass Stephen Hendry und auch Peter Ebdon nicht berechtigt waren, diesem Event beizuwohnen. Und so galten Steve Davis und Jimmy White als die großen Favoriten auf die Trophäe.

Doch es war Darren Morgan, der das Finale erreichte und dort Steve Davis nach 0:1-Rückstand mit 2:1 bezwang. Zuvor hatte der Amateurweltmeister von 1987 mit einem Top-Break von 55 den Titelverteidiger aus dem Turnier geworfen. Gratulation von hier und damit hat Morgan auch seinen ersten richtigen Titel errungen, wenn man so will.

Denn in seiner Karriere konnte der Waliser kein vollwertiges Ranking Event gewinnen, gehört aber zu den Spielern, die im Laufe ihrer Karriere über 100 Century Breaks gespielt haben. Im Finale hatte er sogar die Möglichkeit zu einem Maximum, scheiterte aber bei 86.

Insgesamt war es ein sehr schönes Turnier, bei dem die Zuschauer wunderbar unterhalten wurden und es eine gelungene Mischung aus gutem Snooker und guter Unterhaltung zu sehen gab. Warum man aber eine 30-Sekunden-Shotclock eingeführt hat und wozu die Regelung gut sein soll, nach zwei Miss-Entscheidungen den Spielball frei verlegen zu dürfen ist zumindest mir schleierhaft.

Für solche Dinge sollte es gesonderte Formate geben, wie etwa das Snooker Shoot Out. Denn dort gibt es ja die Zeitbegrenzung und ob man solche Events mag oder nicht, es sorgt zumindest für ein wenig Abwechslung und die Spieler wie Judd Trump und Ronnie O’Sullivan dürfen so richtig auf das Tempo drücken.

Doch O’Sullivan ist in diesem Jahr gar nicht dabei. Wie die Kollegen von prosnookerblog.com berichten, hat der Engländer seine Teilnahme abgesagt. Das Ganze soll nun auch offiziell bestätigt sein und Michael White wird den Platz einnehmen. Zu den Gründen kann nur spekuliert werden, doch es ist ja kein Geheimnis, dass der volle Terminkalender bei O’Sullivan nicht sonderlich gut ankommt – dazu hatte ich vor einigen Tagen schon etwas zu geschrieben.

Ansonsten sind aber alle Spieler mit an Bord und der gerade erwähnte Trump bekommt es in der der ersten Runde direkt mit John Higgins zu tun. Interessant ist auch die Auftakt-Partie des Titelverteidigers. Nigel Bond trifft nämlich auf Robert Milkins – der Gegner aus dem letztjährigen Finale. Den vollständigen Draw findet Ihr hier.

Einen schönen Start in die neue Woche.