Archiv | Juni, 2012

Bingham gewinnt Asian PTC-Event – Stevens hat Rücken

23 Jun

Im letzten Jahr feierte Stuart Bingham einen Auftakt nach Maß, als er sich den Titel bei den Australian Open sicherte. In dieser Saison geht es erneut gut los für den Engländer. Bingham krönte die weite Reise nach China mit dem Erfolg beim ersten Asian PTC-Event und schlug im Finale Stephen Lee mit 4:3.

„Auch im letzten Jahr bin ich sehr gut gestartet“, erklärte Bingham nach dem Match. „Aber danach habe ich ein wenig die Form verloren. Das soll mir in diesem Jahr nicht passieren. Ich bin für die drei Events hierher gekommen und wollte auf jedenfall eins gewinnen. Nun habe ich meine Trophäe und alles andere ist ein Bonus für mich.“

Was Bingham damit meint, ist, dass der gesamte Tross nun für eine Weile in China bleiben wird. Denn am Montag beginnen die Wuxi Classic – das erste Ranglistenturnier in dieser Saison – und danach gibt es noch die SangSom Six Red World Championship. „Ich habe nun natürlich viel Selbstvertrauen und möchte weiter gut abschneiden.“

Zum Auftakt hatte Bingham mit seinem Gegner Yang Qingtian beim 4:3 leichte Probleme, fuhr danach allerdings zwei klare Siege ein. Im Viertelfinale besiegte er zudem Ding Junhui mit 4:3. Im Finale holte der Mann aus Basildon sich Frame eins mit einer 51, geriet dann jedoch mit 1:2 und 2:3 in Rückstand.

Nach dem 3:3 ging es in den Entscheidungsframe. Dort behielt Bingham in einer umkämpften Phase die Oberhand, machte auf die letzten drei Farben den Frame sicher. Der Sieg brachte ihm ein Preisgeld von 10.000 Pfund ein, dazu ist er beim Grand Final im kommenden März dabei. Nach dem Sieg beim Pink Ribbon pro-am in Gloucester war es bereits der zweite Saisonerfolg. Dank der 2.000 Ranglistenpunkte verbesserte sich Bingham in der Projected Seedings List von Platz 17 auf Platz 14.

„Es ist natürlich wunderbar, schon das Ticket für das Grand Final in der Tasche zu haben“, so Bingham. „Im letzten Jahr habe ich es verpasst. Aber ich denke, ich werde auch die anderen PTC-Events spielen, denn ich bin der Typ, der gerne reist und viele Turniere spielt.“ Leider nicht beim Wuxi Classic dabei ist Matthew Stevens.

Der Walisische Drache laboriert an Rückenproblemen und teilte via Twitter und Facebook mit: „I am sorry to say that I have had to withdraw from The Wuxi Classic which is scheduled to start on Monday due to problems with my back. I hope that this will not be a ongoing issue and hope to be ready in time to compete in The SangSom 6 Red World Championship on the 2nd of July.“

O’Sullivan verweigert Unterschrift

21 Jun

Am 25. Juni beginnt endlich die neue Saison und die lange Zeit der Abstinenz ist beendet. Wobei wir da ehrlich sein müssen, durch die ganzen PTC-Events und zusätzlichen Turniere gibt es Snooker fast rund um die Uhr. Die älteren Leser werden sich an die Zeiten erinnern, in der Anfang Mai die WM beendet war und dann die große Leere kam.

Nun ist viel passiert in der Zeit nach dem Sieg von Ronnie O’Sullivan, der den Titel im Crucible gewann und bestätigt hat, dass er in der kommenden Zeit kein Turnier spielen wird. „Ich habe mich dazu entschieden, in der nächsten Zeit nicht zu spielen und werde auch nicht in der Premier League antreten“, so der Engländer.

John Higgins wurde mit einer Wild Card ausgestattet, zudem darf auch Shaun Murphy als Gewinner des Brazilian Masters teilnehmen. Ansonsten finden sich in dem Feld noch Judd Trump, Neil Robertson, Mark Selby, Stuart Bingham, Ding Junhui, Peter Ebdon, Mark Allen und Stephen Lee wieder. Hier findet Ihr übrigens die Liste aller Spieler, die in der kommenden Saison dabei sind.

O’Sullivan hatte ja eine Pause angekündigt, doch scheint unklar, warum dies so ist. O’Sullivan möchte eine Auszeit, will jedoch nicht komplett zurücktreten. Es wird nun gemunkelt, dass es einfach darum geht, den Druck auf World Snooker zu erhöhen. Denn der Weltmeister hat den Spielervertrag nicht unterzeichnet, nannte ihn „erdrückend“.

Interessanterweise kann O’Sullivan diesen Vertrag zu jeder Zeit per Unterschrift aktivieren, könnte demzufolge auch jederzeit an den Turnieren von World Snooker teilnehmen. Worum es in den Verträgen genau geht, ist schwer zu sagen, denn kein Mitglied der schreibenden Zunft hat ihn zu Gesicht bekommen und die Spieler werden sich hüten, Interna auszuplaudern.

Allerdings soll es da um gewisse Passagen gehen, bei denen es sich um das Geld dreht – worum auch sonst. Denn alle Spieler bekommen die gleichen Verträge und es ist angeblich nicht gestattet, zusätzlich Geld mit dem Sport zu verdienen. Aber wie gesagt, auch mir wurde kein Exemplar gegeben und es sind Spekulationen.

Auch gibt es noch die Aussagen von Mark Allen aufzuarbeiten. Der Nordire hatte sich nach der Niederlage gegen Cau Yupeng zu diversen Aussagen hinreißen lassen, bezüglich des schlechten Tisches und den Manieren der Chinesen, die dafür bekannt wären, gerne auch mal zu bescheißen. Das war schon ein Knaller.

Nun musste Allen die Kosten der Anhörung tragen, wurde zudem mit einer Strafe in Höhe von 10.000 Pfund belangt. Zudem spielt er die kommenden Monate auf Bewährung und sollte aufpassen. Bei einem weiteren Vergehen würde er für drei Monate suspendiert. Seinen Twitter-Account hatte er ja bereits geschlossen.

Und auch Ding Junhui wurde zu einer Strafe verdonnert, muss 250 Pfund zahlen. Nach seiner Niederlage gegen Ryan Day bei der WM hatte sich der Chinese ein wenig abfällig gegenüber den Fans im Crucible geäußert. Dabei ging es darum, dass er sich gestört fühlte und darauf aufmerksam machte, dass in der letzten Zeit die Zuschauer aus China immer als zu laut und undiszipliniert bezeichnet wurden.

Nun denn, das wird er sicherlich verschmerzen können und auch Mark Williams, der das Crucible als Drecksloch bezeichnet hatte und einen Umzug der WM nach China gefordert hatte, muss insgesamt 4000 Pfund an World Snooker abdrücken. Hier war ne Menge los, würden die Kommentatoren von Sky sagen.

Allerdings sind das ja nur Lappalien, wenn man sich den Fall von Joe Jogia anschaut. Ende Mai wurde bekannt, dass Jogie vorläufig gesperrt wird, denn es gibt den Verdacht einer Spielabsprache. Beim Sky Shoot Out im Januar soll es Auffälligkeiten im Match gegen Matt Selt gegeben haben und die Anhörung ist auf den 25. Juni datiert worden.

Der Inder fühlt sich hingegen als Bauernopfer: „Ich möchte nicht sagen, dass die WPBSA Rassisten sind, aber die Weise, in der man mich behandelt hat, ist äußerst beschämend.“ Die Antwort der Snooker Association folgte umgehend: „Wir weisen mögliche Verdächtigungen des Rassismus zurück. Mit John Higgins hat es andere Spieler gegeben, die umgehend suspendiert wurden.“

Das wird noch eine heiße Kiste und man darf auf das Urteil gespannt sein. Klar ist, Barry Hearn regiert mit harter Hand. Auch im Fall O’Sullivan droht das Karriereende, sollte er den Vertrag nicht unterschreiben. Da macht Hearn keine Gefangenen und Jogie müsste sicherlich mit einer Sperre von sechs Monaten rechnen, würde er schuldig gesprochen.