Archiv | November, 2011

O’Sullivan gewinnt die Premier League

28 Nov

Ronnie O’Sullivan hat schon wieder die Premier League gewonnen und Ding Junhui im Finale klar mit 7:1 geschlagen. Mit Breaks von 92, 56, 48, 63 und 77 sicherte er sich den Erfolg und hat seine Vormachtstellung dabei deutlich untermauert. Es war sein zehnter Titel insgesamt und der siebte aus den letzten acht Jahren.

In einem Interview hatte O’Sullivan zuletzt noch erklärt, der einzige Spieler aus der Goldenen Generation zu sein, der überhaupt keine Titel mehr gewinnen würde. John Higgins hatte zuletzt die beiden Titel bei WM und der UK Championship gesichert und Mark Williams beim letzteren der beiden Turniere besiegt.

Die Welsh Potting Machine gewann zudem in Berlin das German Masters und stand im Halbfinale der WM. Doch geht es um die Erfolge in der Premier League, dann ist O’Sullivan eine absolut dominante Figur – leider bekommt er dafür keine Ranglistenpunkte. Doch immerhin hat er kurz vor Beginn der UK Championship bewiesen, dass er sich in ausgezeichneter Form befindet.

Ding Junhui ist ja nicht unbedingt Fallobst auf zwei Beinen. Der Chinese hat es immerhin bis ins Finale geschafft und dabei im Halbfinale Judd Trump aus dem Weg geräumt. Im Endspiel war er dann allerdings chancenlos und lag schnell mit 0:4 in Rückstand, bevor er seinen ersten Frame gewinnen konnte. „Es war großartig“, erklärte der Sieger auf der Homepage der Premier League. „“Ich habe gut gespielt und Ding war nicht so gut, wie er hätte spielen können.“

O’Sullivan hatte auch das Glück auf seiner Seite. Ob es nun in Frame zwei war, als eine verunglückte Safety an Pink hängen blieb, aber die Bälle für ihn liefen oder nach einem schönen Split und einer verschossenen Schwarzen, nach der Ding einfach keinen Einsteiger fand. „Ding hatte ein paar Chancen, aber die Bälle sind für ihn nicht gut gelaufen und ich hatte ein wenig Glück“, bestätigte der Champion.

Trotzdem musste der Chinese anerkennen, dass es für ihn an diesem Abend nichts zu holen gab. „Er hat einfach sehr gut gespielt und ich habe mein Level nicht steigern können. Wenn man gegen Ronnie spielt, muss man sein bestes Spiel einfach abrufen können.“ Für ihn war es die sechste Niederlage im achten Duell.

In Zeiten der PTC-Tour und der Kritik an leeren Zuschauerrängen war es für den Engländer eine willkommene Abwechslung. „Es ist immer schön, hier zu gewinnen. Die Zuschauer sind fantastisch, es war ein wunderbares Wochenende und vielleicht gibt mir dieser Erfolg den Schub, um weitere Turniere in dieser Saison zu gewinnen.“

Nicht verschwiegen soll an dieser Stelle das 80. Maximum Break in der Geschichte des Snooker. Wobei Geschichte in diesem Fall ja heißt, dass es während eines Turniers oder eine Qualifikation gespielt wurde. Für David Gray war es gleichzeitig die zweite 147 in seiner Karriere. Der Schotte spielte das Maximum bei der Qualifikation für das zehnte PTC-Event in Sheffield.

Ein Maximum und weitere Kritik

25 Nov

Während sich die Spieler gerade durch die Qualifikationsrunden für das German Masters quälen und dabei sogar ein Maximum Break gespielt wurde, hat sich John Higgins zu den PTC-Events in Sheffield geäußert. Der Wizard of Wishaw bläst damit in das selbe Horn, wie auch Ronnie O’Sullivan und Stephen Maguire.

Zunächst einmal zu den Qualifikationsrunden, die in vollem Gange sind. Denn Mike Dunn hat im Spiel gegen Kurt Maflin, das er mit 5:0 gewann, eine 147 gezeigt. Für ihn war es das erste Maximum in seiner Karriere. Insgesamt war es das 79. Maximum in der Geschichte des Spiels. Für die Nummer 40 der Welt natürliche eine ganz besondere Geschichte.

Auf dem Weg nach Berlin schaltete er dann auch noch Mark King aus und hat somit sein Ticket gebucht.  Dorthin geschafft hat es auch Ken Doherty, der Sam Craigie seine erste Finalrunde versaute. Obwohl Craigie schon mit 4:0 geführt hatte, drehte der Ire das Match noch und gewann letztendlich mit 5:4 – dabei spielte er ein Top-Break von 135.

Beeindruckend war die Leistung von Doherty, wenn man bedenkt, dass sein Gegner drei der Frames auf Schwarz und einen auf Pink gewann. So knappe Entscheidungen können natürlich an den Nerven knabbern und deswegen ist die Leistung des Altmeisters umso höher einzuschätzen. Nerven hat ja auch Peter Ebdon.

Der ehemalige Weltmeister traf auf Jimmy White und es kam zu einem Vier-Stunden-Match, in dem sich Ebdon schließlich durchsetzte. White konnte zwar auf 4:4 ausgleichen, doch Ebdon gewann den Decider mit 63:25 und hat sich damit in die Lage gebracht, wichtige Punkte auf dem Weg zurück in die Top 16 sichern zu können.

Ansonsten schafften auch Adrian Gunnell (5:1 gegen Marco Fu), Yu Delu (5:3 gegen Jamie Cope), Joe Perry (5:3 gegen Robert Milkins) und Andrew Higginson (5:2 gegen Jamie Jones) den Sprung nach Berlin.  Ausgeschieden ist hingegen Stephen Hendry, der James Wattana mit 1:5 unterlag und erstmals seit 15 Jahren ein Ranglistenturnier verpasst. Schade natürlich für die Fans in Deutschland.

Die Qualifikation überstanden haben somit Ken Doherty, Peter Ebdon, Adrian Gunnell, Yu Delu, Joe Perry, Andrew Higginson, Mike Dunn, Marcus Campbell, Liu Song, James Wattana, Ricky Walden, Barry Hawkins, Paul Davison, Tom Ford, Ryan Day und Mark Davis.

Raus aus der Garage

Ein anderes Thema sind die PTC-Turniere in Sheffield, die in einer Art Garage ausgetragen werden und keinen Platz für Zuschauer bieten. Ich hatte schon drüber geschrieben, dass einige Profis diese Serie nicht mögen. Ob es nun am niedrigen Preisgeld liegt und viele Spieler eigentlich draufzahlen – was nicht alle sich leisten können –, oder an dem Zwang Ranglistenpunkte einfahren zu müssen.

John Higgins hat nun Verständnis für O’Sullivan und Maguire gezeigt. Gegenüber der Daily Mail sagte der Weltmeister, das Barry Hearn den Stars doch bitte Geschichten wie die PTC-Serie in Sheffield ersparen möge. „Beide haben da einen Punkt getroffen“, so Higgins. „Die Turniere in Sheffield, bei denen es keine Zuschauer gibt, sind unnötig und keiner mag sie.“

Higgins erklärte, Hearn solle sich lieber darum kümmern, mehr Turniere außerhalb von England und Großbritannien zu organisieren, wo Snooker als Spektakel wahrgenommen würde. Als Beispiel führte es das PTC-Event in Antwerpen an, wo 1,500 Zuschauer das Turnier verfolgt hatten. Auf der anderen Seite müsse dort aber investiert werden, da gerade junge Spieler Probleme mit der Finanzierung hätten. „Die Ausgaben der Spieler werden verdoppelt, da es diese PTC-Turniere gibt und sie gespielt werden müssen“, so Higgins weiter. „Denn wenn die jungen Spieler dort nicht antreten, haben sie keine Chance, in der Rangliste aufzusteigen.“

Kritik an der UK Championship-Reform

Natürlich ging es Higgins auch um die UK Championship, die am 3. Dezember starten. Hearn hatte die Distanzen verkürzt, damit alle Spiele auf den beiden TV-Tischen gespielt werden können. Gerade das Turnier in York ist neben der WM und dem Masters das Turnier überhaupt auf der Main Tour und der Schotte war sichtlich angefressen, wie er ESPN mitteilte.

„Um Best-of-17 spielen zu können, hatte ich meinen automatischen Startplatz sofort hergegeben und man hätte eine Qualifikation im Vorfeld spielen können“, so der amtierende Champion. „Die großen BBC-Events, die WM, das Masters und die UK Championship, hatten alle ihre eigene Identität. Die UK´s haben ihre nun verloren.“ Zu diesem Thema habe ich mich auch mit Rolf Kalb, Lasse Münstermann und Dave Hendon unterhalten und das Interview wird es in Kürze hier zu lesen geben.

Martin Gould gewinnt Power Snooker

20 Nov

Martin Gould hat Ronnie O’Sullivan entthront und sich den Titel beim Power Snooker geholt. Der ehemalige Croupier setzte sich im Finale von Manchester mit 286:258 durch und gewann den Siegerscheck von 25.000 Pfund.Für O’Sullivan war es gleichzeitig die erste Niederlage im zweiten Jahr. Für den 30-jährigen Gould war es gleichzeitig der erste Titel auf der Main Tour.

Dabei sah O’Sullivan nach drei Durchgängen bereits mit 138:234 in Rückstand und hatte gerade in den Phasen Probleme, nach denen er den Power Ball versenkt hatte. In den letzten Minuten bekam Gould dann aber eine Chance, nachdem sein Gegenüber den Power Ball nicht in der Ecktasche versenken konnte.

Letztendlich gewann er im fünften Durchgang und ließ die 30-Minuten-Uhr auslaufen. „Der Titel bedeutet mir sehr viel“, so Gould auf World Snooker. „Denn es ist mein erster und das Geld interessiert mich in diesem Fall überhaupt nicht. Ich habe jede Minute genossen und auch wenn es ein anderes Format war, gehe ich mit viel Selbstvertrauen in die nächsten Turniere.“

Bingham vs Allen – Teil II

18 Nov

Stuart Bingham und Mark Allen werden keine Freunde mehr. Erinnern wir uns an die WM im letzten Jahr, als Bingham den Sieg gegen Ding Junhui verspielte und so auch den Sprung in die Top 16 verpasste. Eine schmerzhafte Niederlage, die nur dadurch noch getoppt wurde, dass Allen hinterher erklärte, Bingham sein eine Pfeife.

Doch das Blatt wendete sich recht schnell, denn Bingham gewann die Australian Open, schaltete dabei auch Allen aus und schaffte es doch noch, sich in den Elitekreis der Snooker-Profis zu schieben. Es war gleichzeitig sein erster Titel auf der Main Tour in 16 Jahren. Im Endeffekt war er dankbar für die Aussagen des Nordiren:

„Er hat mir eigentlich einen Gefallen getan“, so Bingham auf World Snooker. „Ich habe so völlig verdrängt, dass es mein erstes Halbfinale war und habe mich nur darauf fokussiert, ihn zu schlagen. Danach habe ich mich einfach gut gefühlt und nach dem Sieg im Finale gegen Shaun Murphy ist der Druck abgefallen und die Emotionen haben mich überwältigt.“

Seither wurden keine weiteren Worte gewechselt, wie Bingham weiter ausführte: „Die Rivalität ist nicht geringer geworden. Ich habe ihn bei Turnieren gesehen, aber nicht mit ihm gesprochen. Keinem von uns ist ein Hallo über die Lippen gegangen und ich werde mich auch von ihm fernhalten, bis wir uns im Match begegnen.“

Ich kann mich an kaum eine vergleichbare Situation erinnern, zumindest nicht innerhalb der letzten Jahre. Vor einiger Zeit hatten Ronnie O’Sullivan und Robert Milkins eine kleine Fehde, nachdem O’Sullivan seinen Gegner während eines Spiels schlichtweg zu blamieren versuchte, absichtlich Fehler einbaute, um ihm eine Chance zu lassen.

Wie dem auch sei, ein Treffen zwischen Bingham und Allen ist nicht unwahrscheinlich, da beide Spieler im Viertelfinale der UK Championship aufeinander treffen könnten. Bingham spielt zunächst gegen Marco Fu, bekäme es danach aber wohl mit Mark Selby zu tun. Allen trifft zum Auftakt auf Adrian Gunnell, bevor es wahrscheinliche zu einem Duell mit Ali Carter käme.

Es wäre sicherlich ein spannendes Duell, bei dem ich Bingham im Vorteil sehe. Denn Allen ist weit von seiner guten Form entfernt, hat immer noch mit Depressionen zu kämpfen und wird sich höchstwahrscheinlich ärgern, den Kleinkrieg begonnen zu haben – denn auch er wartet auf seinen ersten Titel und würde spätestens in der Runde der letzten Acht auf einen Gegner treffen, der hoch motiviert ist.

Premier League: O’Sullivan bucht letztes Ticket

18 Nov

In der Premier League geht einfach kein Weg an Ronnie O’Sullivan vorbei. Zehn der letzten zwölf Turniere hat der Engländer gewonnen und sich nach einem 3:1-Erfolg über Shaun Murphy auch den letzten Platz im Halbfinale 2011 gesichert. Neben O’Sullivan schafften auch Mark Williams, Ding Junhui und Judd Trump den Sprung.

Shaun Murphy hatte sein Halbfinale in Woche zehn gegen Judd Trump in 31 Minuten mit 3:0 gewonnen, dabei zwei Centurys gespielt und wäre bei einem Erfolg im Finale noch an O’Sullivan vorbeigezogen. Der Magician ist einer von drei Spielern, die sich ebenfalls in die Siegerliste der Premier League seit dem neuen Jahrtausend eintragen konnten. Er gewann 2009 das Finale gegen The Rocket.

O’Sullivan hingegen hatte bei 26 Minuten Spielzeit noch weniger Mühe beim klaren 3:0 gegen Jimmy White, der letztlich den letzten Platz in der Tabelle belegte und insgesamt nur zwei Frames gewann. Und auch im Finale zeigte sich der Publikumsliebling vor 900 Zuschauern eine gute Leistung und spielte beim 3:1 Breaks von 82, 78 und 100.

O’Sullivan trifft nun auf Mark Williams, Ding Junhui bekommt es mit Judd Trump zu tun. Der Sieger erhält ein Preisgeld von 60.000 Pfund, für den Finalisten bleiben immerhin noch 30.000 Pfund übrig. Die beiden Halbfinalisten dürfen sich schon im Vorfeld über 20.000 Pfund freuen.

„Es ist immer schön im Halbfinale zu stehen“, so O’Sullivan gegenüber World Snooker. „Ich denke, über die Jahre gesehen habe ich eine ganz gute Bilanz in der Premier League. Aber Mark Williams ist ein harter Gegner und er hat wieder zu seinem besten Spiel gefunden. Aber ich bin gut drauf, genieße mein Spiel und freue mich auf das Match.“

 

Judd Trump gewinnt in Antwerpen

13 Nov

Viele Diskussionen hatte es in den letzten Wochen um die Players Tour Championship gegeben und zumeist waren es negative Aussagen, die das neue Format begleiteten. In Antwerpen sah man nun die andere Seite, bei der es um den reinen Sport ging und der Respotted Blog war begeistert vom Finale zwischen Judd Trump und Ronnie O’Sullivan.

Mehr hatte sich das Publikum in Belgien eigentlich nicht wünschen können, als Judd Trump nach einem hochklassigen Finale als Sieger feststand. Es gab die volle Distanz zu sehen und einen dreimaligen Weltmeister, der einen 1:3-Rückstand fast noch gedreht und dabei zwei Centuries in folge gespielt hatte. Am Ende setzte sich Trump mit 4:3 durch und die Stimmung war zeitweise so, wie die Profis es hie und da gerne fordern.

Trump war nach Siegen gegen Martin O’Donnell (4:1), Craig Steadman (4:2), Jimmy White (4:3), Tom Ford (4:0), John Higgins (4:2) und Martin Gould (4:1) ins Finale eingezogen und sah sich einem Gegner ausgesetzt, der mit Frames derart geizte, dass er schon schottische Züge angenommen hatte.

In seinen ersten drei Matches gegen Anthony Hamilton, Andrew Norman und Adam Wicheard gab der Engländer nur einen Durchgang ab, erst Stephen Lee agierte bei der 2:4-Niederlage ansatzweise auf Augenhöhe. Neil Robertson und Graeme Dott schafften es indes auch nicht, mehr als einen Frame auf ihr Konto zu buchen.

Bis zum Entscheidungsframe benötigten beide Spieler keine 60 Minuten und neben den beiden Centuries gab es konstant Serien von 60 ‚Punkten und höher zu sehen. Die Entscheidung fiel, als Trump im siebten Durchgang den Frameball per Fluke in die Mitteltasche versenkte und seinen zweiten Erfolg bei dem PTC-Event sicherte.

Aber nochmal zurück zur Stimmung. Judd Trump erklärte World Snooker: „Es war ein sehr spezielles Match, denn die Stimmung war wie im Finale der Weltmeisterschaft. Dazu ist das Publikum immer auf der Seite von Ronnie und es hat mir einen großen Schub gegeben, so eine Leistung abrufen zu können.“

Am Rande des Turniers gab es allerdings, wo wir gerade bei der PTC-Serie sind, auch negative Dinge zu hören. Denn Bjorn Haneveer wird seine Karriere auf der Main Tour beenden, wie er der Zeitung Sporza mitteilte. „Das PTC-Event in Antwerpen wird mein letztes Turnier sein. Zwar gibt es nun zwölf Turniere mehr und dadurch gibt es natürlich auch mehr Geld zu gewinnen, aber die Ausgaben steigen dadurch auch enorm“, so der beste belgische Snooker-Spieler aller Zeiten.

„Um diese Ausgaben decken zu können, muss ich nebenbei arbeiten. Wenn ich also nicht in der Welt rumreise, dann verdiene ich mein Geld als Handwerker. Dadurch fehlt mir auch die Zeit, ein vernünftiges Training zu absolvieren und darunter leider natürlich auch die Leistung und man befindet sich in einer Negativ-Spirale.“ Sand auf die Mühlen der Kritik, und auch O’Sullivan twitterte fleißig los und prangerte erneut das Format an.

Anders sieht es bei Mark Williams aus, der sich in Belgien zwar in der ersten Runde frühzeitig verabschiedete und Mike Dunn 1:4 unterlag. Aber dafür hat der Waliser sich einen Platz im Finale der Premier League gesichert. Gegen John Higgins gab es eine 1:3-Niederlage im Finale, aber der eine Frame reichte, um sich mit 13 Punkten hinter Judd Trump und Ding Junhui zu qualifizieren.

Und in den nächsten Wochen gibt es Highlights am Fließband zu sehen. Erst gibt die zweite Ausgabe des Power Snooker zu sehen, dann folgt die Qualifikation zum German Masters. Und bevor dann endlich die UK Championship beginnen, gibt es das angesprochene Finale der Premier League zu sehen. Kaum Zeit, das Haus zu verlassen.

Hearn und der Faktor Angst

11 Nov

Ende Oktober hatten einige Spieler sich darüber beschwert, zu viele Turniere spielen zu müssen und deshalb auch wenig Zeit mit der Familie verbringen zu können. Ronnie O’Sullivan war gar so weit gegangen, von Erpressung und Vergewaltigung zu sprechen. Für Letzteres hatte er sich offiziell, alleine wegen der unglücklichen Wortwahl, entschuldigt. Es änderte allerdings nichts daran, dass eine große Unzufriedenheit unter den Profis herrscht.  Nun hat Barry Hearn sich geäußert

Gegenüber der Daily Mail erklärte der Snooker-Boss: „Ronnie hat völlig recht, dass er in einer bestimmten Form erpresst wird. Ich bekenne mich schuldig.“ Im ersten Moment natürlich ein unglaubliches Eingeständnis, aber Hearn hat es natürlich auch begründet. „Wenn ich sie nicht dazu zwinge, wie zum Beispiel bei einem Einladungsturnier in Brasilien, dann sagen neun der Top 16-Spieler ab, da ihnen der Weg zu weit ist,“

Die Spieler hatten sich für mehr Turniere ausgesprochen und in der Vergangenheit hatte sich Snooker nicht unbedingt als Sport präsentiert, der mit großen Schritten ins neue Jahrtausend aufbrechen wollte. „Wie bei allen anderen Dingen ist es eine Entwicklung, die ihre Zeit braucht“, so Hearn weiter. „In den letzten 20 Jahren hat sich Snooker nicht bewegt, und wenn ich eine Schuld eingestehen muss, dann die, dass ich den Umbruch vielleicht zu schnell betrieben habe.“

Dabei hat Hearn natürlich die schwierige Aufgabe vor sich, nicht nur den besten 32 Spielern Honig um den Bart zu schmieren. Er muss eine ganze Sportart auf den Weg bringen und die Zukunft sichern. Die ganz fetten Jahre sind erst einmal vorbei, in denen Tabakkonzerne hohe Summen in den Pott warfen und der Weltmeister fast 300.000 Pfund für den Titel kassieren konnte.

Es hat sich ja angedeutet und alleine die Tatsache, dass ein Maximum nun keine sechsstellige Summe mehr einbringt, war ein Meilenstein. „Ich kann ja kaum in einer egoistischen Lebenswelt überleben, in der die Spieler nur auf das Preisgeld schauen. Ich habe sie (die PTC Turniere) zu Ranking Events gemacht und zwinge sie dadurch, daran teilzunehmen“, erklärte Hearn.

Hearn verteidigte zudem die Einführung der PTC-Events: „Diese Tour ist auch dazu da, alle 96 Spieler zu unterstützen – nicht nur einen oder zwei. Damit habe ich auch den Amateuren und weniger professionellen Spielern die Chance gegeben, ihre Karrieren voranzutreiben.“ Für die Profis hatte der 63-Jährige auch noch einen Rat parat: „Ich habe den Spielern damit klargemacht, dass Snooker auch ihr Job ist. Es ist keine Freizeit oder ein Hobby.“

Gegenüber der Yorkshire Post wurde Hearn noch deutlicher: „Wenn die Top-Spieler wie Ronnie O’Sullivan nur auf das Geld schauen, verstehen sie nicht, wofür ich stehe. Ich möchte den Sport globaler machen und ihm ein starkes Fundament verpassen, um alle Spieler zu unterstützen.“ Dafür ist ihm jedes Mittel recht.

„So wie es im Moment aussieht, müssen die Spieler eben dafür auch spielen. Es ist vielleicht eine Art von Erpressung, aber es funktioniert. (…) Leider habe ich nicht nur Zuspruch auf meiner Seite. Aber dafür gibt es den Faktor Angst: Wenn du Snooker nicht unterstützt, wird Snooker Dich nicht unterstützen.“

Hendry übersteht Qualifikation

10 Nov

Im Normalfall sind die Qualifikationsrunden für ein Ranking Event nicht sonderlich spektakulär. Sicher, einige der Top-Spieler müssen sich immer qualifizieren und ob es nun Matthew Stevens, Peter Ebdon oder Stuart Bingham waren, man hatte sich daran gewöhnt. Doch im Vorfeld der UK Championship gab es erstmals seit 23 Jahren ein neues Gesicht zu sehen: Stephen Hendry.

Zuletzt war der Name des siebenfachen Weltmeisters im Jahr 1988 nicht unter den besten 16 Spielern zu finden. Doch der vielleicht beste Spieler aller Zeiten muss langsam aber sicher auch dem Alter Tribut zollen, und da er auch einen Großteil der PTC-Events ausließ, ging es mit dem Abstieg zügig voran.

Aber um es gleich vorab zu erwähnen, Hendry ist beim zweitwichtigsten Turnier des Jahres dabei. Der Schotte bezwang Gerard Greene recht deutlich mit 6:2. Mit einer 72 war er schnell 2:0 in Führung gegangen, Greene glich jedoch aus. Der auf Position 36 liegende Nordire zeigte dabei eine 104.

Die Vorentscheidung fiel im sechsten Frame, der aus an Greene hätte gehen können. Doch Hendry gewann den zäh laufenden Durchgang, legte eine 63 nach und sicherte sich das Ticket nach York mit Braun und Blau in Frame acht. „Ich habe sehr ordentlich gespielt“, erklärte Hendry nach dem Sieg.

„Da war nichts Besonderes dabei, außen dem Break zum 5:2. Das war eines der besten Breaks, das ich je gespielt habe. Es ist natürlich ein sehr gutes Ergebnis und ich bin sehe früh, dass ich die Runde überstanden habe. Die UK Championship sind ein großartiges Turnier, und obwohl ich für die BBC vor Ort bin, wäre es sehr hart gewesen, nicht selber spielen zu dürfen.“ In der ersten Runde trifft er auf Stephen Maguire.

Derweil bekommt es Ronnie O’Sullivan mit Steve Davis zu tun. The Nugget bezwang Andrew Higginson ebenfalls mit 6:2 und hatte dabei leichtes Spiel. Breaks von 52 und 63 reichten dem Finalisten der Senioren-WM, um die Qualifikation zu schaffen. „Mehr als ein Match gegen Ronnie O’Sullivan kann man kaum verlangen“, erklärte Davis. „Das ist es, wofür wir spielen. Dazu muss ich an dem Tag nicht neben John Parrot sitzen.“ Davis wird natürlich, wie auch Parrot und Hendry, für die BBC aktiv sein und das Turnier begleiten.

Morgan krönt sich zum Weltmeister

7 Nov

Ende Januar findet wieder das Snooker Shoot Out statt, doch leider müssen die Fans auf Ronnie O’Sullivan verzichten, der seine Absage bekannt gegeben hat. Freuen konnten die Zuschauer sich hingegen über die Weltmeisterschaft der Senioren, bei denen Jimmy White seinen Titel nicht verteidigen konnte. Der Respotted Blog gratuliert Darren Morgan.

Kommen wir zu der WM der älteren Herren. In diesem Jahr wurde die Altersgrenze von 40 auf 45 angehoben, sodass Stephen Hendry und auch Peter Ebdon nicht berechtigt waren, diesem Event beizuwohnen. Und so galten Steve Davis und Jimmy White als die großen Favoriten auf die Trophäe.

Doch es war Darren Morgan, der das Finale erreichte und dort Steve Davis nach 0:1-Rückstand mit 2:1 bezwang. Zuvor hatte der Amateurweltmeister von 1987 mit einem Top-Break von 55 den Titelverteidiger aus dem Turnier geworfen. Gratulation von hier und damit hat Morgan auch seinen ersten richtigen Titel errungen, wenn man so will.

Denn in seiner Karriere konnte der Waliser kein vollwertiges Ranking Event gewinnen, gehört aber zu den Spielern, die im Laufe ihrer Karriere über 100 Century Breaks gespielt haben. Im Finale hatte er sogar die Möglichkeit zu einem Maximum, scheiterte aber bei 86.

Insgesamt war es ein sehr schönes Turnier, bei dem die Zuschauer wunderbar unterhalten wurden und es eine gelungene Mischung aus gutem Snooker und guter Unterhaltung zu sehen gab. Warum man aber eine 30-Sekunden-Shotclock eingeführt hat und wozu die Regelung gut sein soll, nach zwei Miss-Entscheidungen den Spielball frei verlegen zu dürfen ist zumindest mir schleierhaft.

Für solche Dinge sollte es gesonderte Formate geben, wie etwa das Snooker Shoot Out. Denn dort gibt es ja die Zeitbegrenzung und ob man solche Events mag oder nicht, es sorgt zumindest für ein wenig Abwechslung und die Spieler wie Judd Trump und Ronnie O’Sullivan dürfen so richtig auf das Tempo drücken.

Doch O’Sullivan ist in diesem Jahr gar nicht dabei. Wie die Kollegen von prosnookerblog.com berichten, hat der Engländer seine Teilnahme abgesagt. Das Ganze soll nun auch offiziell bestätigt sein und Michael White wird den Platz einnehmen. Zu den Gründen kann nur spekuliert werden, doch es ist ja kein Geheimnis, dass der volle Terminkalender bei O’Sullivan nicht sonderlich gut ankommt – dazu hatte ich vor einigen Tagen schon etwas zu geschrieben.

Ansonsten sind aber alle Spieler mit an Bord und der gerade erwähnte Trump bekommt es in der der ersten Runde direkt mit John Higgins zu tun. Interessant ist auch die Auftakt-Partie des Titelverteidigers. Nigel Bond trifft nämlich auf Robert Milkins – der Gegner aus dem letztjährigen Finale. Den vollständigen Draw findet Ihr hier.

Einen schönen Start in die neue Woche.

Premier League: Ding Junhui schlägt O’Sullivan

5 Nov

Ding Junhui hat die achte Woche der Premier League gewonnen und Ronnie O’Sullivan im Finale mit 3:1 besiegt. Zuvor bekam es der Chinese mit Neil Robertson zu tun, der allerdings Probleme hatte, überhaupt rechtzeitig nach Southampton zu kommen. Im Cambridge gestartet, benötigte der Australier glatte fünf Stunden und konnte sich so auch nicht mehr ordentlich einspielen.

So gewann Ding auch die ersten beiden Frames, doch Robertson zeigte einmal mehr seine Kämpferqualitäten und glich zum 2:2 aus. Im Entscheidungsframe behielt der Chinese dann mit Breaks von 42 und 58 die Oberhand.

Im anderen Halbfinale traf Judd Trump auf Ronnie O’Sullivan und beide Spieler boten eine fabelhafte Unterhaltung. Trump hatte den Abend mit einer 139 eröffnet, die O’Sullivan mit Breaks von 53 und 89 konterte. Auch in diesem Match sollte die Entscheidung im fünften Frame fallen, nachdem Trump den Ausgleich geschafft hatte. Dort setzte sich The Rocket dank einer 70 durch.

O’Sullivan, der sechs der letzten sieben Titel in der Premier League gewonnen hat, nutzte dann im Finale einen Fehler von Ding, der sich nicht aus einem Snooker befreien konnte, und ging mit 1:0 in Führung (77). Der Ausgleich gelang Ding durch kleinere Breaks von 37 und 30, während O’Sullivan zwar die Chance zum 2:0 hatte, allerdings ein Foul produzierte und seinen Gegner so wieder an den Tisch ließ.

Im zerfahrenen dritten Frame hatte Ding dann das Glück auf seiner Seite, als O’Sullivan Gelb verschoss und den Frame auf Schwarz abgab. Und auch im vierten Durchgang hatte der Engländer die Chance, den Decider zu erzwingen. Ein Fehler beendete alle Hoffnungen, da Ding sich den 3:1-Sieg mit einer 76 sicherte. Damit liegt der Chinese auch an der Spitze der Tabelle.

Mit 16 Punkten führt Ding Junhui das Feld an und kann nicht mehr von einem der ersten vier Plätzen verdrängt werden. Damit steht er bereits jetzt im Finale der besten Vier. Judd Trump hat sich mit 14 gewonnenen Frames eine gute Ausgangsposition gesichert auch O’Sullivan, der mit zwölf Punkten auf Rang drei liegt, hat noch alle Chancen. Beide Spieler sind zudem noch bei einem Turnier dabei.

Für Neil Robertson sieht es hingegen schlecht aus. Der Australier ist nicht mehr im Einsatz und seine zwölf Punkte dürften nicht reichen, da mit Mark Williams, Matthew Stevens und Ali Carter drei Spieler hinter ihm liegen, die neun Punkte auf dem Konto haben und noch ein Turnier zu absolvieren haben.