Archiv | September, 2012

Ronnie O’Sullivan fällt aus den Top 16

26 Sep

Nun ist es also passiert: Nach dem Shanghai Masters ist Weltmeister Ronnie O’Sullivan aus den Top 16 der Snooker-Weltrangliste geflogen. Das ist keine so große Überraschung. Denn Anfang der Saison hat O’Sullivan einige Turniere ausgelassen, sich zudem dazu entschlossen, den neuen Spieler-Vertrag nicht zu unterschreiben.

Auch dadurch durfte er nicht mehr an der Snooker-Tour teilnehmen. Mittlerweile hat er dies nachgeholt, wurde aber im Laufe der Saison – O’Sullivan war auf Platz neun gestartet – gnadenlos durchgereicht. Zuletzt lag er noch auf Rang 16, verlor dann beim PTC 3 gegen Simon Bedford und war noch nicht berechtigt, beim Shanghai Masters anzutreten.

Dort wurde er nun von Barry Hawkings von Platz 16 verdrängt, steht erstmals seit seinem Karrierebeginn vor 19 Jahren nicht mehr unter den besten 16 Spielern. Für Hawkins hingegen ist es ein absoluter Feiertag, denn er hat erstmals den Sprung in den Elitekreis des Snooker geschafft.

Für Ronnie O’Sullivan geht es nun jedoch nicht in die Qualifikationsrunden, da er die WM gewonnen hatte und an Nummer zwei gesetzt ist. Nächster Stopp sind Ende Oktober die International Championship in Chengdu (China).

John Higgins gewinnt das Shanghai Masters

23 Sep

Gerade, als ich nach meinem Feierabend auf dem Balkon stand, habe ich versucht, mir das gerade Gesehene nochmal ins Gedächtnis zu rufen. Ein packendes Finale beim Shanghai Masters und beste Werbung für Snooker. John Higgins ist einfach ein grandioser Spieler. Man mag von ihm denken, was man will.

Ich für meinen Teil bin ein großer Fan des Wizard of Wishaw. In früheren Blogeinträgen, gerade bei sportal.de, als ich dort noch eine Kolumne hatte, wurde er oft angefeindet. Es war die Zeit, als er vor einer Sperre wegen angeblicher Spielabsprache stand. Aber wie er damals zurückgekommen ist, direkt die UK Championship sowie die WM gewann, das war phänomenal.

Ronnie O’Sullivan gilt als das große Zugpferd und auch Finalgegner Judd Trump ist sicherlich die Zukunft des Sports. Aber wie O’Sullivan es schon erklärt hat, gehört John Higgins einfach zu den faszinierenden Spielern auf der Tour. Sein B-Spiel ist schon stark, aber wenn er den Gang hochschaltet, dann ist es eine Augenweide.

Shanghai Masters: John Higgins spielt ein Maximum Break

Beim Shanghai Masters lag er mit 0:5 hinten. Rolf Kalb hatte gerade angesetzt, die alte Weisheit auszupacken, dass man ein Match in der ersten Session nicht gewinnen, dafür aber verlieren kann. Und was passierte? John Higgins feuerte ein Maximum Break ab – das sechste seiner Karriere, wenn ich da richtig informiert bin.

Ein kleiner Exkurs vielleicht noch in den asiatischen Raum. Wie immer mussten die Schiedsrichter das Publikum in schöner Regelmäßigkeit dazu ermahnen, doch mal die Fresse zu halten oder den Fotoapparat doch nicht auszupacken. Es ist verständlich, aufgeregt zu sein oder was auch immer. Aber bei 140 Punkten und nur noch Schwarz auf dem Tisch hat man wirklich still zu sitzen.

Zum Glück hat John Higgins, nachdem er abgesetzt hatte, die Konzentration behalten und Schwarz versenkt. Zu dem Zeitpunkt war ich schon am arbeiten, musste diese dann aber auch die letzten fünf Minuten ganz dezent unterbrechen. Es folgte ja das 2:7 und es war irgendwie eine logische Folge. Neil Robertson ist das auch schon passiert.

Nach einem Maximum, das zumindest bei Higgins Nachwirkungen zeigte – in Form eines strahlenden Lächelns -, ist die Konzentration eben unten. Aber was er in der zweiten Session geleistet hat, war einfach Snooker, wie ich es liebe. Gerade Higgins kann ich stundenlang zusehen, sein Breakbuilding ist unerreicht.

Gratulation an John Higgins

Die fünf Frames in Folge haben das Match natürlich kippen lassen, auch wenn Trump gekämpft hat. Es war ein Finale, wie ich es mir gewünscht habe, dazu den Decider am Ende. Wenn ich ehrlich bin, mag ich ja auch die PTC-Tour und die daraus resultierende Breite in der Spitze. Aber ganz ehrlich, ein Halbfinale mit Shaun Murphy, Mark Williams, Judd Trump und John Higgins mag ich.

Die Zeit der Spieler, mit denen ich aufgewachsen bin, ist nahezu vorbei. Stephen Hendry ist ebenso in Rente wie auch Jimmy White. Zumindest wird White kaum noch ein Halbfinale bei einem Ranking Event erreichen. Und es ist auch schön, mal Joe Perry, Marcus Campbell oder Barry Hawkins zu sehen, aber die wirklich grandiosen Matches sind es meist nicht.

Nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht, jeder Spieler, der in einem Halbfinale steht, hat es auch verdient. Aber hie und da die alten Helden zu sehen, ist doch eine feine Sache. Meine Gratulation gilt nun John Higgins, der neben dem ersten Maximum seit langer Zeit den Titel gewann und mir einen wunderbaren Nachmittag beschert hat.

Rod Lawler siegt beim dritten UK PTC-Event

10 Sep

Es bleibt dabei, die PTC-Events sind ein Sammelpunkt für die Snooker-Spieler, die es in der Vergangenheit nicht geschafft habe, einen Titel auf der Main Tour gewinnen zu können. Hatte zuvor noch Martin Gould beim zweiten UK PTC-Event seinen ersten Erfolg bei einem Ranking Event feiern dürfen, war es nun Rod Lawler.

22 Jahr ist der Mann aus Liverpool nun schon dabei und endlich hat es auch bei ihm geklappt. Mittlerweile steht Lawler auf Platz 65 der Rangliste und ob er wirklich noch an sich geglaubt hat, ist schwer zu sagen. Nach dem 4:2-Erfolg über Marco Fu war er natürlich sehr glücklich. „Wenn ich die Q-School nicht geschafft hätte, würde ich nun einen normalen Job haben“, sagte Lawler gegenüber World Snooker.

„Dann würde ich Snooker nur noch aus Spaß spielen. Es ist unglaublich, was so alles passieren kann. Natürlich bestätigt es auch meine Entscheidung, es nochmal zu probieren.“ Im Verlauf des Turniers hatte er immerhin auch Spieler wie Stuart Bingham und Stephen Lee bezwungen. „Ich bin nicht in die Gänge gekommen, aber Rod hat solide wie immer gespielt“, twitterte Bingham nach der Niederlage.

Die wirklich gute Zeit von Lawler liegt schon eine Zeit zurück muss man sagen. Mitte der 90er Jahre stand er mal im Achtelfinale der WM, 1996 erreichte er das Finale der International Open. Im letzten Jahr war er dann aus der Main Tour gerutscht und musste sich über die Q-School neu qualifizieren.

Wie auch immer, er hat wieder Spaß am Spiel und nun durch seinen Sieg 10.000 Pfund sowie 2000 Ranglistenpunkte abgestaubt. „Ich spiele das beste Snooker meines Lebens“, meinte Lawler, der mit einer 114 eröffnet hatte, den Erfolg mit einer 69 dann beschloss. „Wenn ich so weitermache, bin ich eine Gefahr für alle Spieler. Ich würde nun gerne ein paar der großen Turniere spielen.“

Ein Wort aber auch zu Marco Fu, der ein wirklich gutes Turnier spielte und immerhin Spiele gegen Stephen Maguire, Mark Williams, Ricky Walden, Shaun Murphy und Ali Carter gewann. John Higgins, Peter Ebdon sowie der Rückkehrer Ronnie O’Sullivan schieden hingegen in ihren ersten Spielen aus.