Archiv | August, 2012

Preisgeld-Rangliste kommt nach der WM 2014

30 Aug

Barry Hearn hatte es bereits angedeutet, nun ist es offiziell. Die Snooker-Weltrangliste wird sich ab der Spielzeit 2014/15 ändern. Die aktuelle Punkte-Rangliste wird einer auf Preisgeld basierenden Rangliste weichen, wie World Snooker heute bekannt gab. Grundlage sind alle Events (Ranking Events sowie die PTC-Turniere), die auch in der aktuellen Rangliste einfließen. Als Zeitrahmen gelten die letzten zwei Jahre. Ein aktuelles Update soll nach jedem Turnier stattfinden, bis die Preisgeld-Liste nach der Snooker-Weltmeisterschaft 2014 schließlich komplett eingeführt wird und als einzige Grundlage dient. Momentan stünde John Higgins auf Platz eins (491.908 Pfund), gefolgt von Ronnie O’Sullivan (442.930 Pfund) und Judd Trump (417.441 Pfund). Higgins hätte so sechs Plätze gewonnen, O’Sullivan sogar 14.

Mark Selby gewinnt das Paul Hunter Classic

27 Aug

Das doppelte Mark´chen hätte die Überschrift lauten können, doch jedem SEO-Experten würden dabei die Haare zu Berge stehen. Denn so würde dieser Artikel von Usern im Internet nicht gefunden werden. Wobei ich mir nicht sicher bin, wie viele Snooker-Fans den Weg zu meinem kleinen Blog über Suchmaschinen a la google finden.

Nun denn, also möglichst oft Mark Selby schreiben, der nämlich das Paul Hunter Classic in Fürth im Rahmen der PTC-Tour gewonnen und seinen Titel aus dem letzten Jahr verteidigt hat. Falls es jüngere Leser gibt, die sich zum Respottet Blog verlaufen haben, hier übrigens ein Porträt zu Paul Hunter. Zurück zum Jester from Leicester – also Mark Selby -, der auf dem Weg ins Finale eine durchaus dankbare Auslosung erwischt hat.

Selby stand als einziger Spieler aus den Top-16 im Viertelfinale, doch diese Diskussion um die vielen Turniere und die Spitze, die einfach immer enger zusammenrückt, fache ich jetzt nicht neu an. Aber es ist nebenbei ja auch kein Geheimnis, dass die PTC-Turniere nicht bei jedem Spieler hohen Anklang finden.

Bevor Selby sich im Finale mit 4:1 gegen Joe Swail durchsetzen konnte, schlug er Gerard Greene, Mark Davis, Ken Doherty und Pankaj Advani. Swail hatte rein von den Namen her gesehen härtere Brocken aus dem Weg zu räumen. Unter anderem ging es gegen Jimmy White, Rory McLeod, Shaun Murphy und Barry Hawkins.

Im Finale war Swail, der nach der letzten Saison – nach 22 Jahren als Profi – keine Tour Karte mehr bekommen hat, jedoch chancenlos. Einen Frame holte er sich mit einer starken 84. Ansonsten dominierte Mark Selby das Geschehen. Für Swail sind diese PTC-Turniere also Gold wert, wobei er nach dem Match erklärt hatte, nicht mehr zu trainieren.

Das könnte sich bald ändern, denn es gibt für ihn mehrere Möglichkeiten, den Status als Amateur wieder aufzugeben und nicht ab Runde eins in die Qualifikation zu müssen. Wie World Snooker schriebt, könnte Joe Swail zur kommenden Saison mit einer Wildcard ausgestattet werden, sollten seine Leistungen weiter in dieser Form kommen.

Ansonsten wird die Weltrangliste ja durch eine Geldrangliste abgelöst und sollte Swail auf der PTC-Tour gute Ergebnisse einfahren, wäre dies ebenfalls ein Weg, um sich wieder als Profi etablieren zu können. Die Chancen stehen in jedem Falle sehr gut für ihn, die Rückkehr zu schaffen. Ansonsten gab es wieder viel Lob für die deutschen Fans.

Matt vom Pro Snooker Blog schrieb, dass es wie immer eine fantastische Stimmung gab und zog einen kleinen Vergleich zu den Asiaten, die wesentlich mehr Weltranglistenturniere austragen, in Sachen Stimmung vielleicht aber eine Reise zum German Masters wagen sollten. Zum Abschluss gedenken wir aber nochmals dem viel zu früh verstorbenen Paul Hunter.

Die Rückkehr des Ronnie O’Sullivan

15 Aug

Gut eine Woche ist es her, dass ich via Twitter lesen durfte, dass Ronnie O’Sullivan sich dazu entschieden hat, wieder auf der Tour mitspielen zu wollen. Wobei es dies nicht wirklich im Kern trifft. Denn grundsätzlich denke ich schon, dass er gerne wieder auf der Tour mitgemischt hätte. Aber er wollte den Spielervertrag nicht unterschreiben.

Es ist ein Mix aus diversen Dingen. Nach der WM hatte O’Sullivan erklärt, eine Pause von sechs Monaten machen zu wollen. Aber trotzdem ging es auch um den Vertrag, den alle anderen 98 Profis unterzeichnet hatten und so auch auf der Main Tour spielen durften. Denn O’Sullivan fühlt sich ein wenig eingeengt.

Natürlich würde er auch gerne ein bisschen mehr Anerkennung bekommen, doch die Verträge sind für alle Spieler gleich. „Der Vertrag sei zusammen von World Snooker, der WPBSA und der Snooker Players Association als Spielergewerkschaft mit Hilfe von externen Juristen erarbeitet worden“, schreibt es Kollege Rolf Kalb in seinem Blog.

Aber Ronnie O’Sullivan ist nunmal das Zugpferd und meine persönliche Meinung ist klar definiert. Ich freue mich ungemein, dass der Engländer wieder dabei ist. Er ist eben ein Genie, dem ich gerne zusehe. Sein Breakbuilding, die Mimik und die Genialität würden mir fehlen. Doch dieser Status hat für ihn auch seine Schattenseiten, die auch sein Manager kritisiert.

Denn in dem Vertrag steht auch, dass Spieler im Vorfeld der Turniere zu Pressekonferenzen gehen müssen, Sponsorentermine zu besuchen haben und später auch Autogramme für die Fans geben sollen. Ihr dürft gerne raten, wen Fans und Sponsoren gerne als erste Wahl sehen wollen. Aber Barry Hearn ist ja kein Dummkopf.

Es ist ja kein Geheimnis, dass die Leute auch kommen, um O’Sullivan spielen zu sehen. Nichts gegen die anderen Spieler. Aber ein Barry Hawkings hat eben nicht diese Zugwirkung. Was letztendlich den Ausschlag gegeben hat, ist von hier nicht zu beurteilen. „Ich habe seine sechsmonatige Auszeit genommen und nun habe ich viel Lust, den Rest des Jahres zu spielen“, erklärte O’Sullivan

Hearn erklärte: „Ich habe Ronnie gestern getroffen und nach einer langen Diskussion hat er den Vertrag unterschrieben. Wir freuen uns natürlich sehr, dass Ronnie sich dazu entschieden hat, wieder Snooker spielen zu wollen – den Sport, den er liebt. Das ist eine tolle Nachricht für alle Fans rund um den Globus. Wir empfangen ihn mit offenen Armen.“

Auf der einen Seite steht also ein Spieler, mit dem der Sport zwar nicht steht und fällt, der aber gerade in Deutschland und Asien das Gesicht von Snooker ist. Alleine die Atmosphäre in Berlin, als Ronnie O’Sullivan am Tisch stand. Er kann sich viele Dinge erlauben und deswegen sind Spieler wie Mark Williams auch nicht gut auf ihn zu sprechen.

Auf der anderen Seite steht Barry Hearn, der Snooker expandieren lässt. Erinnern wir uns an die Zeit vor ihm. Ein paar Ranking Events, dazwischen gab es nichts. Nun sind die Spieler praktisch Vollzeit-Profis. Auch ein Kritikpunkt bei den Top-Spielern, die unter zu wenig Freizeit leiden und sich schon öfter darüber beschwert haben, wenig Zeit für die Familie zu haben.

Aber das ist eine andere Geschichte. Dennoch stehen sich zwei Männer gegenüber, die beide nicht ohne den anderen können. Ronnie will spielen, Hearn mit dem Sport nach vorne kommen. Das mag vielleicht ohne O’Sullivan gehen, aber es ist ungemein schwerer. Ich denke, O’Sullivan wird Zugeständnisse bekommen haben.

Zwar sagte Hearn auch, dass der Sport und nicht die Spieler im Mittelpunkt stehen und ich glaube ihm, dass er seinen Weg auch ohne O’Sullivan gehen würde. Allerdings glaube ich trotzdem, dass es ein paar Klauseln geben wird, die O’Sullivan ein paar mehr Freiheiten garantieren. Die PTC-Tour wird er ohnehin nicht spielen, aber das ist ja sein gutes Recht.

Aber es sind nur Spekulationen. Wichtig ist, dass er die UK Championship im Dezember spielen wird und wohl auch das German Masters in Berlin. Dort ist The Rocket der Titelverteidiger und ich bin vor Ort und freue mich natürlich auch auf O’Sullivan – wie Ihr Euch wahrscheinlich auch. Freuen wir uns zusammen über die Rückkehr des Ronnie O’Sullivan.

Martin Gould gewinnt erstes Ranking Event

15 Aug

Bevor es gleich Kritik hagelt, ich habe Urlaub. An sich kein Grund, um nicht regelmäßig zu schreiben, aber wenn man ehrlich ist, so viele Neuigkeiten gab es in der letzten Zeit auch nicht. Das hat sich nun geändert und da ich mir gestern einen ziemlichen Sonnenbrand zugezogen habe, kann ich nun beruhigt im Schatten meines Zimmers die Ereignisse aufarbeiten.

Da wäre erst einmal der Erfolg von Martin Gould beim zweiten PTC-Turnier in der UK. Der Pinner Potter setzte sich im Finale knapp mit 4:3 gegen Stephen Maguire durch, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, alle Finalspiele seines Lebens zu verlieren. Zuletzt verlor er nach dem German Masters ja auch die China Open, nun das PTC-Finale.

Aber freuen wir uns für Gould, der damit erstmals ein Ranking-Event gewonnen hat. Und es war ein wirklich spannendes Spiel, in dem Maguire alle Chancen hatte, den Titel zu holen. Nach dem 3:3 hatte er im Entscheidungsframe einen unglaublichen Fluke, als er sich aus einem Snooker befreien wollte.

Aber sein Break ging nur bis 41 und Gould machte den Sack dann zu. „Es fühlt sich natürlich grandios an, ein Turnier zu gewinnen, bei dem es um Ranglistenpunkte geht“, erklärte der ehemalige Croupier auf prosnookerblog.com. „Nun will ich natürlich auch die großen Turniere gewinnen.

Und das Selbstvertrauen hat er nun, da er mit einem neuen Coach an seinen Problemen gearbeitet hat. Beim Anvisieren scheint er Fehler gemacht zu haben und deswegen musste er sich nach eigener Aussage auch gerade in engen Matches oft geschlagen geben. Dies scheint behoben zu sein. „Es fühlt sich toll an, zu wissen, dass diese Fehler abgestellt sind“, meinte Gould. Wir werden sehen …

Ronnie O’Sullivan kehrt zurück

7 Aug

Der Snooker-Zirkus hat sein Zugpferd wieder. Ronnie O’Sullivan hat den umstrittenen Spielervertrag unterzeichnet und kann damit auch die im Dezember beginnenden UK Championship spielen – gleichzeitig stehen die Chancen gut, dass der Engländer auch wieder beim German Masters teilnehmen wird. Warum O’Sullivan sich letztlich dazu entschieden hat, den Vertrag doch zu unterschreiben, ist ungeklärt. Nach dem WM-Titel hatte er sich eine Pause gegönnt und eventuell den Wettkampf um Titel vermisst. Eine offizielle Stellungnahme steht noch aus.