Mark Selby – der Weg zur Legende

21 Jan

Mark Selby hat das Masters gewonnen. Im Finale setzte er sich doch klar mit 10:6 gegen Neil Robertson durch und holte sich nach 2008 und 2010 den dritten Titel beim wichtigsten Einladungsturnier im Snooker-Zirkus. Judd Trump wird neidisch zugesehen haben, als Selby den Scheck über 175.000 Pfund entgegennahm.

Eine Woche zuvor hatte sich Trump noch öffentlich beklagt, die Snooker-Spieler würden nicht ausreichend Geld verdienen. Aber dazu hatte ich ja schon einen Eintrag geschrieben. Selby hat nun die große Chance, nach der UK Championship und dem Masters auch die Snooker-WM zu gewinnen – das sogenannte Triple Crown.

Erst drei Spielern gelang dieses Kunststück. Stephen Hendry hat es natürlich doppelt geschafft. Zudem reihten sich auch Steve Davis und Mark Williams in den Kreis der Erlauchten ein. Die Welsh Potting Machine hat es auch als letzter Spieler in der Saison 2002/03 geschafft, den Titel beim Masters zu verteidigen.

Mark Selby

Mark Selby

Selby ist die Nummer eins der Welt, aber es war fraglich, wie er nach der Nackenverletzung zurückkommen würde, die ihm bei der letzten WM eine Niederlage in Runde eins beschert hatte. „Ich hatte keine Zweifel, aber das Selbstvertrauen war natürlich weg. Der Sieg hat mir natürlich einen Schub gegeben“, meinte Selby, nachdem er die UK Championship gewonnen hatte.

Und was er beim Masters gezeigt hat, war eine Demonstration. Dabei geht es nicht um die spielerische Klasse oder ein besonders gutes Breakbuilding – Selby spielte im ganzen Turnier nur ein Century. Er ist der am härtesten zu spielende Gegner, den man erwischen kann. Seine Nervenstärke war ohnehin bekannt. Aber das 6:5 gegen Stuart Bingham war großartig.

Mit 1:5 hatte er schon hinten gelegen und gegen Gegen Graeme Dott drehte Mark Selby einen 1:4-Rückstand. Der Jester from Leicester steht für mich als verdienter Sieger fest. Es war beeindruckend – nicht mehr, aber auch nicht weniger. In dieser Form wird er schwer zu schlagen sein, auch wenn Gegner Neil Robertson nicht seinen besten Tag erwischt hatte.

Bis dato war es der Australier, der mit seinem Spiel für die Highlights beim Masters gesorgt hatte. Interessant, Robertson gewann seine ersten sieben Finalspiele auf der Tour. Nun war es die dritte Niederlage in Folge. Dennoch, eine Quote von 70 Prozent ist beachtlich – alleine, es wird ihm nach der Niederlage wenig geholfen haben.

Man muss allerdings auch erwähnen, dass Selby im Glück war, als Robertson den Anschluss zum 6:8 geschafft hatte, dann aber von einem Fluke Selbys gestoppt wurde. Ob das Match gekippt wäre, ist jedoch schwer zu prognostizieren. „Wenn ich so gespielt hätte, wie bei den drei Matches zuvor, dann hätte ich womöglich gewonnen“, meinte Robertson.

„In den ersten Frames habe ich versucht, Mark nicht beim Spielen zu beobachten. Denn er kann einen sehr lange vom Tisch fernhalten und ich wollte meinen eigenen Rhythmus nicht gefährden. Aber es war ein Fehler, denn meine Körpersprache war nicht gut und als ich dann an den Tisch kam, war ich schlecht vorbereitet.“

Dennoch, es war ein gutes Finale und beide Spieler haben die Woche über für hohe Unterhaltungswerte bei mir gesorgt. Ich freue mich jetzt schon auf das German Masters in Berlin, bei dem ich ab dem 31. Januar vor Ort sein werde. Vielleicht sieht man sich ja in der Halle.

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Eine Antwort to “Mark Selby – der Weg zur Legende”

  1. piracetam 26. Januar 2013 um 07:05 #

    Obwohl Mark Selby schon als Teenager ein hochtalentierter Snooker-Spieler war, konnte er sein Potenzial erst nach und nach nutzen. Das lag unter anderem daran, dass er zugleich Eight Ball Billard spielte. 2002 setzte der damals 18-Jährige ein erstes Ausrufezeichen, als er das Halbfinale der China Open erreichte. 2003 erreichte er sein erstes Finale beim Regal Scottish und verlor knapp mit 7:9 gegen David Gray.

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