Ronnie O’Sullivan gewinnt das Masters 2014

19 Jan

Nein, er sein nicht unplayable. Das sagte Ronnie O’Sullivan, bevor er sich den Titel beim diesjährigen Masters sicherte und einen überforderten Mark Selby mit 10:4 in die Schranken wies. Es ist der fünfte Titel des Engländers bei diesem Non Ranking Snooker Event und damit fehlt ihm noch ein Sieg, um zu Stephen Hendry aufzuschließen.

Mit zehn Finalteilnahmen beim Masters hatte sich O’Sullivan bereits in die Geschichtsbücher eingetragen und nach den teilweise überragenden Auftritten unter der Woche ist es nicht verwunderlich, dass auch Mark Selby ohne Chance war. Nicht unplayable also? Spätestens nach seinem Sieg muss man anderer Meinung sein.

Selby gilt als Spieler mit Nerven aus Stahl. Der Jester from Leicester ist ein Kämpfer, ein Mann, der niemals aufgibt. Vielleicht war es das perfekte Finale, um zu zeigen, dass es keinen besseren Spieler als O’Sullivan gibt. Denn mit seinem taktischen Spiel kann Selby Gegner mürbe machen, sie zu Fehlern zwingen und schließlich knacken.

Das klappte im Finale des Masters nicht. Es hätte durchaus auch eine noch höhere Niederlage geben können, nachdem O’Sullivan bereits mit 5:0 in Führung gegangen war, bei 8:1 Braun vom Spot verschoss und die 9:1-Führung verschenkte. War O’Sullivan nun zu stark oder hatte Selby einen Tag erwischt, an dem nicht mehr möglich war?

Ronnie O'Sullivan gewinnt das Masters 2014

Ronnie O’Sullivan gewinnt das Masters 2014

Selby erwischte zwar einen denkbar schlechten Start, verschoss einige lange Einsteiger und lag schnell 0:3 hinten – gegen O’Sullivan in dieser Form fast schon ein Todesurteil. Die Frage ist jedoch, warum Selby diese leichten Fehler beging. Es auf einen schwachen Tag zu schieben, ist vielleicht zu einfach und würdigt nicht die Leistung seines Gegners bei diesem Turnier.

Sein Sieg gegen Ricky Walden wurde vielerorts als beste Leistung der letzten Jahre angesehen. Es war Snooker aus dem Lehrbuch und das Gegenteil eine Rolle vorwärts beim Kunstturnen. Es war eine Meisterleistung, eine Vorstellung der Extraklasse. Auch Robert Milkins und Stephen Maguire waren mehr Zuschauer, als aktive Teilnehmer.

Ronnie O’Sullivan dirigierte den Spielball, das lange Spiel war großartig, die Safetys saßen und das Lochspiel stand ebenfalls Spalier. Wenn diese vier Faktoren greifen, ist O’Sullivan nicht zu bezwingen. Das wusste auch Selby und war meiner Meinung nach beeindruckt vom Auftreten seines Gegenüber – und auch er ist nicht davor gefeilt, Respekt zu haben.

Ronnie O’Sullivan ist 38 Jahre alt und schaut man sich andere Spieler seiner Altersklasse an, zeigt die Leistungskurve normalerweise nach unten. Bei ihm hat man das Gefühl, sein starkes Spiel, gepaart mit dem Talent, entwickelt sich ständig weiter. Die Ruhepausen – inklusive dem Ausscheiden bei der Qualifikation für das German Masters – mögen dies noch unterstützen.

Vielleicht ist es auch so, das viele Spieler über kein herausragendes B-Spiel verfügen, wie zum Beispiel John Higgins es in Perfektion im Repertoire hatte. Die Crux ist, man braucht einen überragenden Tag, um O’Sullivan bei einem großen Turnier schlagen zu können. So wie Stuart Bingham es bei den UK Championship gelang.

Ist O’Sullivan in Form und gewillt, ein Match auch zu gewinnen, dann ist er momentan nicht zu schlagen. Es gibt eine handvoll Spieler, die es an einem guten Tag schaffen können. Dabei dürfen sie sich jedoch keine Schwäche leisten und bei Ronnie O’Sullivan dürfen nicht alle Faktoren (Lochspiel, Safetys, Ballkontrolle, Long Pots) greifen.

Nach eigener Aussage befindet sich O’Sullivan auf dem Weg zur der Form, die er bei der WM 2012 hatte. Damals fühlte er sich unplayable und meinte, er könne den Spielball präzise auf einer Münze landen lassen. Das hört sich wie eine Kampfansage an und die WM 2014 ist nicht mehr weit entfernt – wie auch das Erreichen der Bestform des Masters-Champions 2014.

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