Ronnie O’Sullivan verpasst das German Masters

13 Dez

Ronnie O’Sullivan ist in der Qualifikation zum German Masters in Berlin gescheitert. The Rocket unterlag Thepchaiya Un-Nooh mit 4:5 und wird damit im Januar zwar das Masters spielen, dem Tempodrom jedoch – gezwungenermaßen – fernbleiben. Nun könnte man sagen, dass es sehr schade ist, da die deutschen Fans grundsätzlich treue Anhänger von O’Sullivan sind.

Vielleicht hätte sich O’Sullivan auch geärgert, da er bei seinem letzten Auftritt erklärte, die Atmosphäre zu mögen und auch das Format mit fünf Tischen sehr genossen zu haben. Allerdings wird der Engländer der Niederlage keine Träne nachweinen – und das kann mit Fug und Recht behauptet werden.

Denn zu keiner Phase des Spiels schien O’Sullivan Interesse daran zu haben, einen Sieg gegen den thailändischen Gegner erringen zu wollen. Dabei war es nicht die Masse der Fehler, die zu der Niederlage führte und die man mit einem schlechten Tag vielleicht noch hätte erklären können. Es war die Art des Spiels.

Harakiri ist dabei noch untertrieben und Bälle in der Schwierigkeitsform einer Rolle Vorwärts beim Kunstturnen fanden nicht den Weg in die Tasche. O’Sullivan agierte derart lustlos, dass Thepchaiya Un-Nooh trotz vieler eigener Fehler kaum in Bedrängnis kam – obwohl das Ergebnis am Ende natürlich knapp ausfiel.

Während des Matches entbrannte auf Twitter eine rege Diskussion über den Auftritt des Superstars. Dragonstars hatte natürlich ein Antrittsgeld für diese Runde gezahlt und es schien so, als ob O’Sullivan dieses Geld locker habe mitnehmen wollen, aber zu keiner Zeit ernsthafte Ambitionen hegte, auch wirklich nach Berlin reisen zu wollen.

Thomas Cesal, Geschäftsführer von Dragonstars-Eventmanagement GmbH, meinte auf Anfrage: „Habe es nicht gesehen. War doch aber knapp 4-5?! Es hat außer Robert Milkins glaube ich jeder Top 16 Spieler die Qualifikation geschafft. Also sind doch nahezu alle da. Außerdem wird er ja dann zur Exhibition Ende Mai sicher dabei sein.“

Eine diplomatische Antwort, die man so selten via Twitter fand. Von „Schiebung“ über „Betrug“ bis „bodenlose Frechheit“ und „verspieltem Kredit“ liefen die Tweets. Um es nochmals zu betonen: Jeder Spieler kann machen, was er will. Aber warum in eine Qualifikation gehen, wenn man nicht den Plan hat, das Turnier auch zu spielen?

Wie im Video ersichtlich ist, war es kein schlechter Tag. Es war gewollt. Dominic Dale schrieb, dass O’Sullivan ohnehin erklärt habe, noch eine Auszeit nehmen zu wollen. Sicherlich ist das Masters höher einzustufen und im April folgt auch schon die WM. Hätte O’Sullivan also einfach verzichtet, es wäre eine Randbemerkung geblieben.

Ich bin ein Fan von O’Sullivan. Sei es sein Spiel, die Art des Spiels oder auch die Person, die ich seinerzeit bei einem Interview erleben durfte. Doch auch ich war geschockt, als ich die zweite Hälfte des Matches sah. Natürlich sollte sich jeder sein eigenes Bild machen, aber meiner Meinung nach ist es kein feiner Zug, in die Qualifikation zu gehen und dann mit offensichtlicher Lustlosigkeit das Match abzuschenken.

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3 Antworten to “Ronnie O’Sullivan verpasst das German Masters”

  1. Ralph diekmann 16. Januar 2014 um 21:16 #

    In meinen Augen sollte man den Superstar Ronnie mal ein bischen auf kleiner Flamme kochen, er ist in meinen Augen arrogant .
    Er ist wie eine Zicke , so benimmt er sich auch.
    Snooker ist auch ohne “ Ronnie “ interessant .
    Es gibt viele andere gute und wesentlich sympathischere Spieler.

    Ralph Diekmann

    • Fredi Wongkhamphra 25. Mai 2014 um 21:09 #

      Voll und ganz Deiner Meinung!

  2. Lula Witzescher 19. Januar 2014 um 23:02 #

    Leider lese ich diesen treffenden Artikel jetzt erst. Ich habe mich mit meinem Entsetzen schon so alleine gefühlt, weil ich kaum so kritische Kommentare gelesen habe. (Ich habe erst am 13. Dezember von der Niederlage erfahren und so wohl das Gröbste auf twitter verpasst.)

    Auch ich bin (war?) ein großer Fan von O’Sullivan und bin in meiner Begeisterung über sein Spiel und seine Erfolge durch dieses „Match“ herbe gebremst worden. (Auch wenn ich schon grottige Spiele von ihm gesehen habe, hatte ich immer den Eindruck, dass er nicht absichtlich verloren hat).

    Ich finde, dass jeder Spieler entscheiden darf, ein Turnier nicht zu spielen. Aber im Interview schon anzukündigen, dass man lieber Urlaub machen möchte und dann so ein Spiel abzuliefern, ist einfach unprofessionell und unfair. Klar, er spart sich die Vertragsstrafe. Aber ich hätte mir gewünscht, dass auch ein intellektuell etwas begrenzter Mensch wie O’Sullivan mal begreift, dass erst die Fans es zu einem existenzsichernden Job machen, mit Holzstöckchen bunte Bälle in Löcher zu kullern. Und sich vielleicht ihnen gegenüber mal auch so verhalten würde.

    Vielen Dank jedenfalls für diesen Beitrag!

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