Ronnie O’Sullivan erneut Snooker-Weltmeister

6 Mai

17 Tage lang ging sie, die Snooker-WM im Crucible Theatre. 17 Tage ohne Sonne, Freizeit und anderweitige Aktivitäten. Wobei ich ja sagen muss, dass ich mir eine kurze Auszeit gegönnt habe, um die 1. Mai-Tour nicht zu verpassen. Aber hat es sich gelohnt? Diese Frage bedarf keiner Antwort, obwohl man hie und da doch müde belächelt wird.

Sei es drum. Es war eine spektakuläre Weltmeisterschaft, mit Ronnie O’Sullivan als verdienten Sieger. Es ist bereits der fünfte WM-Titel für The Rocket und er spielte eine überragende WM. Dazu ist er der erste Spieler seit Stephen Hendry, der seinen Titel verteidigen konnte – Hendry hatte dies 1996 geschafft. Zwar gab es Stimmen, die von einem insgesamt niedrigen WM-Niveau gesprochen haben, aber das sehe ich nicht so. Viele vermeintliche Favoriten scheiterten früh, dafür gab es andere Spieler, die sich in den Vordergrund gespielt haben – allen voran Barry Hawkins.

”Er hat ein richtiges Match geliefert und mich permanent unter Druck gesetzt“, meinte Ronnie O’Sullivan nach dem Finale. Über mögliche Gründe der Favoritenstürze habe ich im Verlauf der Snooker-WM schon geschrieben. Viele Turniere, ständiges Reisen und ein Schrumpfen der Weltspitze sind da in erster Linie zu nennen.

So lag ich auch mit meinem Tipp völlig daneben, denn Mark Allen scheiterte bereits in Runde eins und ich habe einen Schnaps verloren. Anders Ronnie O’Sullivan, der als komplette Wundertüte in die WM gestartet war. Er wusste selber nicht so ganz genau, was er von sich erwarten konnte. Aber eine wirkliche Schwäche hat er sich über das komplette Turnier nicht geleistet.

Ronnie O'Sullivan feiert deinen fünften WM-Titel

Ronnie O’Sullivan feiert deinen fünften WM-Titel

Seine Lochquote lag bei über 90 Prozent und auch die anderen Statistiken waren überdurchschnittlich. Sechs Centurys hat er dazu im Finale gespielt. Ob wir ihn nach seinem fünften Triumph im Crucible Theatre nochmal sehen werden? Bei der Siegerehrung gab es keine Aufschlüsse darüber. Ein paar kleinere Turniere wird er spielen, alles andere müssen wir abwarten.

Der Druck sei ihm bei einer WM zu groß und deswegen vermisse er Snooker nicht so richtig. Bei den kleineren Turnieren wäre der Spaßfaktor einfach höher, erklärte O’Sullivan. Beeindruckend war natürlich das Niveau des Finals. Die Halbfinal-Spiele gelten im Grunde als vorgezogenes Finale und wer erinnert sich nicht an das Match zwischen Neil Robertson und Graeme Dott im Jahr 2010.

Beide Spieler waren geistig und körperlich erschöpft und es war wirklich kein Leckerbissen. In diesem Jahr waren es spielerische Highlights, die sich durch alle vier Sessions zogen. Auch wenn Hawkins am Ende klar mit 12:18 verlor, es waren Kleinigkeiten, die den Ausschlag gaben. Der letzte Frame der zweiten Session zum Beispiel, als O’Sullivan auf Schwarz das 10:7 holte.

Oder die Chancen von Hawkins am Abend, das 13:15 zu schaffen. Von diesem Druck hatte O’Sullivan gesprochen, das Match war enger, als das Ergebnis es aussagt. Viele Dinge gehen mir nach diesen 17 Tagen nun durch den Kopf. Ob es Schiedsrichter waren, die einfach Bälle vom Tisch nahmen, zerbrochene Gläser am Tisch oder Neulinge, die auf einmal das Publikum unterhielten.

Es waren schöne 17 Tage und ist die WM erst einmal vorbei, man weiß, warum das Warten auf dieses Highlight und das Nehmen des Urlaubs sich wie immer gelohnt haben. Komisch wird es sein, um 11 Uhr den Fernseher anzuschalten und keinen Snooker-Tisch zu sehen. Mir persönlich war es aber wie immer eine Freude und mein Dank gilt auch der Twitter-Gemeinde, die für viel Kurzweil gesorgt hat.

Bis zur nächsten Saison

PS: Den Spielbericht gibts übrigens hier zu lesen

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Eine Antwort to “Ronnie O’Sullivan erneut Snooker-Weltmeister”

  1. Elena Rush 14. Mai 2013 um 04:11 #

    Sein offensives Spiel und die positiv anzumerkende Respektlosigkeit waren ein willkommener Farbtupfer im Crucible. Wie im Vorjahr Judd Trump, nutzte Jones die Bühne, um auf sich aufmerksam zu machen. Vielleicht ist sein guter Lauf der Beginn einer großen Karriere. Nach seinem Sieg durfte er sich die Gratulation von Murphy abholen, der seinen Gegner in den höchsten Tönen lobte.

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