Snooker-WM in Sheffield: Tag 10

30 Apr

Wie wäre es, wenn ich ein Jahr nicht joggen würde. Eine lange Pause machen, nur um dann wieder die Schuhe zu schnüren und mal eben den Hamburg Marathon gewinnen. Ja, mir war langweilig, ich hab ein bisschen auf einem Bauernhof gearbeitet und dachte mir, ach komm, probiers einfach mal. Vielleicht geht’s schief, vielleicht aber auch nicht.

So kommt mir das bei Ronnie O’Sullivan vor. Mark Williams schrieb gestern auf Twitter, das Ronnie beeindruckend spielen würde nach seiner langen Pause. Und vermutlich habe er sich ein paar Turniere im Verlauf des Jahres angesehen, und die Spieler vor dem TV schallen ausgelacht. So wird es wahrscheinlich nicht gewesen sein, aber ein Fünkchen Wahrheit schwingt da mit.

Gegen Ali ”Elli“ Carter wusste The Rocket zu überzeugen. Er hat seine Leichtigkeit am Tisch nicht verlernt und ist vielleicht sogar noch ein Stück stärker geworden, da er eine Lockerheit an den Tag legt, die man so nicht kannte. Früher rannte er um den Tisch, da er die Halle schnellstmöglich verlassen wollte, heute sieht das bei ihm anders aus – er scheint es zu genießen.

Und Carter war einmal mehr der Prügelknabe. Alle 13 Ranking Matches hat er damit gegen O’Sullivan verloren. Einzig in der Championship League durfte der Captain vor ein paar Jahren einen 3:1-Sieg feiern. Sicher kein schönes Gefühl und hätte Carter gegen einen anderen Gegner gespielt, seine Chancen auf einen Sieg wären gut gewesen.

Ali Carter

Ali Carter scheiterte erneut an Ronnie O’Sullivan

Nun trifft O’Sullivan auf Stuart Bingham. Der Engländer spielte ein starkes Auftaktmatch, sein Achtelfinale gegen Mark Davis war viel Krampf. Es wird ein spannendes Match, bisher trafen sich beide Spieler fünf Mal. O’Sullivan holte dabei vier Siege, musste bei der UK Championship 2010 jedoch eine bittere 6:9-Niederlage einstecken.

Ich bin sehr gespannt, ob Bingham den Lauf des Weltmeisters stoppen kann oder nur ein weiteres Opfer auf dem Weg zum erneuten Titel wird. Viel spannender ist für mich das Match zwischen Shaun Murphy und Judd Trump. Murphy hat bisher auch zwei Seiten gezeigt. Gegen Martin Gould brauchte Murphy einen Moment, zeigte dann eine sehr starke Leistung.

Sein Achtelfinale gegen Graeme Dott war dann schon weniger beeindruckend. Im Gegensatz dazu steht Judd Trump, der gut anfing und sich dann zum Ende des Achtelfinals gegen Marco Fu nochmals steigern konnte. Es ist die Nummer drei gegen die Nummer vier und ich hätte mich nicht beschwert, wäre es das Finale gewesen.

Nur unwesentlich interessanter sind die anderen beiden Viertelfinals. Michael White trifft auf Ricky Walden. Beide werden sich wie im Traum vorkommen, die große Chance zu haben, ins Halbfinale dieser WM einziehen zu können. Wie sich der Druck auf ihr Spiel auswirken wird, dürfte eine spannende Frage sein.

Bliebe Ding Junhui gegen Barry Hawkins. Mit dem Blick auf das andere Viertelfinale dürfte ihnen klar sein, dass es im Halbfinale hätte schwerer kommen können. Auch hier gibt es keinen klaren Favoriten, wie in allen anderen Viertelfinals auch nicht. Normalerweise sehe ich Ding vorne, aber Hawkins kann einfach nicht mehr unterschätzt werden.

Mein Wunschfinale wird es nicht geben. Ronnie O’Sullivan gegen Shaun Murphy oder Judd Trump wäre ein Traum gewesen. Aber wie die Konstellation sich letztendlich zeigen wird, es dürfte interessant werden. Doch vorher genieße ich mal die Viertelfinalspiele, die schon einiges zu bieten haben. Und just in diesem Moment beginnen Murphy und Trump – Dienstagmorgen, was willst du mehr!

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