Mein Glück mit den WM-Tipps

23 Apr

Es ist an der Zeit, sich mit halbgaren Ausreden aus der Affäre zu ziehen und alles, was man im Vorfeld der Snooker-WM geschrieben hat, irgendwie mit guten Argumenten für nichtig zu erklären. Und alles nur, da Mark Allen gestern in Runde eins ausgeschieden ist. Grundsätzlich also nicht meine Schuld. Da fragt man sich, warum man überhaupt einen Tipp abgibt.

Ich hätte auf Mark Selby oder Neil Robertson setzen sollen, aber man will ja auch ein wenig polarisieren, nicht unbedingt den Tipp nehmen, den alle haben. Und sind wir ehrlich, Allen war nicht der schlechteste Tipp. Bitter nur, dass er mit Mark King eben einen der stärksten Qualifikanten bekommen hat – neben John Higgins sowie Matthew Stevens.

Higgins und Allen sind schon gescheitert. Higgins meinte später, dass er seit Jahren in der Weltspitze aktiv ist und es Abnutzungserscheinungen geben kann. Die Bissigkeit kann natürlich den Ausschlag geben und da waren Davis und King sicherlich heißer. Zumindest fiel das bei Higgins gegen Davis auf, wobei man auch sagen muss, dass Higgins viel Pech hatte.

Mehrfach war er dran, den Rückstand zu verkürzen und oft hatte er Pech mit dem Spielball, der regelmäßig in die Tasche lief. Dennoch war der Sieg von Davis hochverdient, da der Wizard of Wishaw es eben nicht geschafft hat, zu seinem Spiel zu finden. Das hatte sich im Verlauf der Saison auch schon abgezeichnet und ist irgendwie eine logische Konsequenz.

Mark King setzte sich gegen Mark Allen durch (by World Snooker)

Mark King setzte sich gegen Mark Allen durch (by World Snooker)

Bei Allen hatte ich lange das Gefühl, als könne er das Match gewinnen. Beim Stand von 7:5 sah er wie der sichere Sieger aus, schien dann aber Probleme mit der Konzentration sowie Kondition zu haben. King spielte bis dato sicherlich kein überragendes Snooker, aber alleine ein Blick in sein Gesicht sprach Bände. Man sah die Motivation und Konzentration.

Allen wirkte hingegen müde, konnte überhaupt nicht mehr zulegen. Drei hohe Breaks und einige Fehler von Allen waren dann der Faktor für King. Damit ist also mein Favorit raus und ich werde mich ab jetzt raushalten in der Frage, wer den Titel holt. Erste Anwärter sind nun natürlich Mark Selby und Neil Robertson.

Ein Wort noch zu Dechawat Poomjaeng und Ben Woollaston, die eine wirklich gute Visitenkarte abgegeben haben. So ein Match im Crucible Theatre ist keine leichte Geschichte, denn die Atmosphäre in den heiligen Hallen ist speziell. Und dann noch Gegner wie Stephen Maguire und Ali Carter zu bekommen, macht es nicht einfacher.

Beide haben sich gut aus der Affäre gezogen. Wobei Poomjaeng mit einer 5:3-Führung in die zweite Session geht und Woollaston bei 4:5 ebenfalls alle Chancen hat, das Match noch zu gewinnen. Während Carter noch eine gute Leistung ablieferte, fand ich den Auftritt von Maguire enttäuschend. Ich denke, er wird sich durchsetzen, muss sich aber gehörig steigern.

Die erfahrenen Spieler wissen ja auch, dass in der ersten Session keine Entscheidung fällt und können mit den Kräften haushalten, um einen Rückstand zu drehen. Man darf also gespannt sein, ob beide Außenseiter das Niveau halten können und wie sie reagieren, sollten sie noch unter Druck geraten.

Das Schlusswort soll Peter Ebdon und Graeme Dott gehören. Viel war geschrieben und über Twitter erzählt worden, als klar war, dass sich beide in der ersten Runde treffen. Ein episches Match würde es werden und so sollte es dann ja auch kommen. Man konnte schon Mitleid mit Dott haben, als Ebdon vier Frames zum 6:6 gewann und dafür eine gefühlte Ewigkeit brauchte.

Das Spiel von Ebdon ist legitim, wenn auch nicht immer schön anzusehen. Aber es gehört dazu und wenn ich nicht unbedingt am nächsten Tag früh aufstehen muss, kann ich diese langen Safe-Battles schon genießen. Und wenn wir ehrlich sind, freuen wir uns über jede Minute Snooker im TV. Von daher war es fast schon schade, dass Dott am Abend nur 30 Minuten brauchte, um das Match zu gewinnen.

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