Snooker-WM in Sheffield: Tag 2

21 Apr

Tag zwei der Snooker-WM ist absolviert und gab es irgendwelche großartigen Überraschungen? Nein, ich finde nicht. Ich hatte es heute ja schon geschrieben, dass Mark Williams noch froh sein konnte, nur mit 4:5 ins Hintertreffen geraten zu sein. Logische Konsequenz war die 6:10-Niederlage gegen Debütant Michael White, der nachhaltig beeindrucken konnte.

Breaks von 65, 72, 90 und 96 reichten, um Williams letztlich in die Schranken zu weisen. Der ehemalige Weltmeister war beeindruckt von der Leistung seines Gegners und war damit nicht alleine. ”Er hat einige Frames mit nur einer Chance gewonnen und das ist genau das, wie man es machen muss“, so Williams.

”Er ist einer der besten Nachwuchsspieler. Manche Leute sagen, dass Jack Lisowski der kommende Spieler ist. Aber ich denke, er kann das noch toppen. Mit neun Jahren hat er bereits ein Century gespielt. Ich habe es im Training nicht geschafft, bis ich 13 war.“ Williams ist dabei eine Art Vorbild für White, der acht Jahre alt war, als die Welsh Potting Maschine erstmals Weltmeister wurde.

Shaun Murphy steht im Achtelfinale (by World Snooker)

Shaun Murphy steht im Achtelfinale (by World Snooker)

Williams hat ohnehin eine schwache Saison gespielt, wie ich im Vorbericht geschrieben habe. Für mich ist es also keine Überraschung, dass er hier die Segel streichen musste. ”Für mich war es eine Saison zum Vergessen“, bestätigte Williams. ”Der Sieg bedeutet mir alles“, meinte White. ”Er war immer mein Vorbild und es war unglaublich, gegen ihn zu spielen.“

Der angesprochene Lisowski musste indes eine 3:10-Niederlage gegen Barry Hawkins einstecken und auch das ist keine Überraschung. Lisowski schien dabei einfach zu beeindruckt vom Crucible und Hawkins nutzte dies, um letztendlich locker ins Achtelfinale einzuziehen. Das Talent bestätigte später, Probleme mit der Konzentration gehabt zu haben.

Und ganz ehrlich, es ist doch völlig normal, wenn man das erste Mal in den heiligen Hallen spielt. Er hat sein Potenzial mehrfach gezeigt und wird in den kommenden Jahren sicherlich eine gute Rolle spielen. Die Erfahrung wird ihn weiterbringen und seine Siege gegen Spieler wie Mark Selby und Judd Trump im Verlauf der Saison zeigen ja seine Klasse.

Hawkins spielte zwar nur ein Top-Break von 68, zeigte aber, wie man gegen einen jungen Mann spielen muss. ”Ich habe ihn permanent unter Druck gesetzt und meine Safetys waren sehr gut. So habe ich mir viele Chancen erarbeitet. Ich wusste, dass Jack gut lochen kann und wäre er in einen Lauf gekommen, hätte er einige Frames mit hohen Breaks gewonnen.“

Shaun Murphy kann ebenfalls ein Lied davon singen, schaffte es aber 2005 als Qualifikant, die WM zu gewinnen. Ob Michael White dazu in der Lage ist, glaube ich zwar nicht, aber wir werden sehen. Der Magician ist in seinem Spiel gegen Martin Gould letztlich souverän mit 10:5 in die nächste Runde eingezogen. Gestern hatte er noch zu Beginn Probleme.

Dies lief in der zweiten Session anders und wie ich es geschrieben hatte, schaffte er so den klaren Sieg. Frame zehn gewann er mit kleineren Breaks, bevor er mit Breaks von 95 und 78 die Entscheidung erzwang. Letztlich hat Murphy gezeigt, wozu er fähig ist. Mit einer 106 und einer 95 beendete er das Match und gehört in jedem Falle zu den Favoriten auf den Titel.

Wobei Martin Gould heute auch nicht in der Verfassung war, in der er vor einem Jahr seine Saison gespielt hat. Bei ihm hat man das Gefühl, dass er es auf Dauer nicht mehr schaffen wird, an die Top 16 ranzukommen. Das ist natürlich nur ein Gefühl, aber mit fehlt bei ihm einfach der letzte Funke Klasse, um in einem dichter werdenden Feld von Top-Spielern zu bestehen.

Diese Probleme hat auch John Higgins, der mit Mark Davis aber auch einen Brocken zu bewältigen hat. Zwischendurch blitzt seine Klasse immer wieder auf, aber der Schotte macht auch Fehler, die vor einem Jahr noch undenkbar waren. So verspielte er eine 2:0-Führung und sieht sich nun einem 3:6-Rückstand ausgesetzt.

Natürlich wird Davis einen Teufel tun und Higgins nun unterschätzen. Man gewinnt kein Ranking Event, wenn man nicht die Klasse besitzt. Ich frage mich nur, ob Higgins daran glaubt, nachdem seine Saison nach dem Sieg zum Auftakt eher mau war. Ich setzte auf Davis, würde mich aber auch freuen, Higgins im Achtelfinale zu sehen.

Bliebe das Match zwischen Graeme Dott und Peter Ebdon, das in etwa so verlief, wie man es erwartet hatte. In der ersten Session konnten nicht alle neun Frames gespielt werden und wen das verwundert, der schaut sich Snooker nicht so oft an. Alleine Frame drei ging über 40 Minuten und Ebdon schaffte so das 1:2 mit einem 25er Break.

Es war eine Safeschlacht, die ihren Höhepunkt nach dem Midsession Intervall fand, als Ebdon dank vier Fouls von Dott noch den 2:3-Anschluss schaffte. Am Ende hatte Dott das Spiel aber unter Kontrolle, da Ebdon zu viele Fehler machte. Der Pocket Dynamo geht mit einem 6:2 in den Montag, an dem die Zuschauer wieder viel Geduld werden aufbringen müssen. Aber das mache ich gerne.

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