Snooker-WM: Der Favoritencheck Teil III

14 Apr

Noch immer habe ich also noch nicht die Katze aus dem Sack gelassen und erklärt, wer denn nun die Snooker WM im Crucible Theatre zu Sheffield gewinnen wird. Andererseits sind nur noch acht Spieler übrig und darunter versteckt sich auch mein Favorit. Im dritten Teil sehe ich mir die Leistungen von Graeme Dott, Mark Williams, Stephen Maguire und Shaun Murphy an – vielleicht ist der Titelträger ja hier zu finden.

Graeme Dott

Interessanterweise hat Graeme Dott nur drei Ausreißer nach oben, schaut man sich die Historie bei der Snooker-WM an. Diese haben es jedoch in sich. Denn 2006 holte er sich den WM-Titel und stand 2004 sowie 2010 im Finale. Dort unterlag er, körperlich am Ende, dem Australier Neil Robertson. 2011 zog der Pocket Dynamo nochmals bis ins Viertelfinale ein.

Ansonsten war immer nach spätestens der zweiten Runde das Aus gekommen. Und auch seine aktuellen Leistungen in der Snooker-Saison 2012/13 sind eher überschaubar. Sein bestes Ergebnis fuhr Dott beim Masters ein, als er das Halbfinale erreichte. Dort unterlag er Mark Selby nur knapp mit 5:6. Ansonsten gibt es noch zwei Viertelfinal-Einzüge zu bestaunen.

Dabei schaue ich wirklich nur auf die Ranking Events und vernachlässige Sonderformate wie das Snooker-Shootout oder einzelne PTC-Events. Denn zumindest Geschichten wie das Shooutout geben mir keinen Aufschluss darüber, wie die aktuelle Form des Spielers ist. Aber wenn ich schon dabei bin, beim sechsten PTC Turnier in Europa erreichte Dott auch ein Finale.

Erneut war der Gegner Mark Selby, erneut setzte es eine knappe Niederlage. Ohnehin hat Dott eine äußerst negative Bilanz gegen den Jester from Leicester, verlor zehn von 14 Matches. Aber ein weiteres Duell wird es in dieser Saison nicht geben. Runde zwei ist drin, dann sehe ich Shaun Murphy als Favorit und erneut findet Dott sein Ende in Runde zwei der WM.

Shaun Murphy

Schließen wir doch gleich mit Shaun Murphy an, der es 2005 als Qualifikant fertiggebracht hat, Matthew Stevens im Finale der WM zu besiegen. Das werde ich ihm bis ans Ende meines Lebens übel nehmen. Aber ich bin auch ein Fan des Magician. Murphy ist ein unheimlich netter und lustiger Kerl und mit seiner Art und seinem Spiel nahezu in jeder Halle ein Publikumsliebling.

Für mich ist er immer ein Kandidat auf den Titel und seine bisherige Saison läuft zwar nicht überragend, aber kann sich durchaus sehen lassen. Einzig, es fehlt der Titel. Niederlagen kassiert Murphy meist nur gegen absolute Top-Spieler. So unterlag er im Finale der UK Championship einem starken Mark Selby und erreichte nebenbei noch vier weitere Halbfinals.

Mark Williams

Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, wohnt Murphy auch nicht weit entfernt vom Crucible. Für ihn war es zumindest mal eine Art Wohnzimmer. Falls jemand da genauere Informationen hat, möge er sie mir bitte geben. Der Engländer ist einer der Spieler, denen ich den Titel zutraue. Auch wenn nach seinem verlorenen Finale 2009 seine WM-Leistungen rückläufig waren.

Im letzten Jahr verlor Murphy in Runde eins einem wie entfesselt aufspielenden Jamie Jones, hatte dabei auch ein wenig Pech. Ich bin gespannt, gegen wen er in diesem Jahr antreten muss. Wie es aber auch kommt, noch eine Erstrunden-Niederlage halte ich für ausgeschlossen und in Runde zwei trifft er wie erwähnt auf Dott. Das Viertelfinale ist machbar und mein Tipp.

Mark Williams

Mark Williams ist einer dieser Spieler, die man immer auf dem Zettel haben muss. Schon einmal wurde er abgeschrieben, riss sich dann zusammen und stand nach der WM 2011 wieder auf Platz eins der Weltrangliste. Um es vorweg zu nehmen, eine ähnliche Aufholjagd halte ich für ausgeschlossen. Momentan liegt Williams auf Platz zehn.

Und seine Saison ist wirklich keine Augenweide. Er gehört zu den Spielern, die wirklich enttäuschende Leistungen abgeliefert haben. Mal ein Viertelfinale und das Halbfinale beim Shanghai Masters stehen auf dem Zettel. Ansonsten kassierte der Waliser teilweise böse und klare Niederlagen, die ihn nicht unbedingt zu einem Favoriten bei der WM machen.

Eine solche Einschätzung wäre schwer zu erklären. Was gibt es Positives zu berichten? Williams ist ein Kämpfer und wie gemacht für lange Distanzen. Er kann Gegner mit seinem Minimalsnooker zermürben und ist der Meister der kleinen Breaks. Einzig Mark Selby dürfte ein härteres Matchplay haben und für eine WM sind das zumindest keine schlechten Voraussetzungen.

Stephen Maguire präsentiert die Trophäe

Stephen Maguire präsentiert die Trophäe

Im unteren Teil des Draws angesiedelt würde mich zu diesem Zeitpunkt sehr interessieren, gegen wen er in Runde eins antreten muss. Ich habe kein gutes Gefühl bei Williams und es würde mich nicht überraschen, wenn er eine Niederlage zum Auftakt hinnehmen muss. Ansonsten ist Schluss in Runde zwei, denn dort erwarte ich Stephen Maguire als Gegner.

Stephen Maguire

Schließen wir doch mit dem Schotten ab, der selbst im hohen Alter immer noch dazulernen kann. Das Gefühl habe ich bei ihm zumindest. Denn auch er ist nicht mehr das nervliche Wrack, wenn es in die entscheidende Phase eines Matches geht und dort auch noch Safe-Duelle anstehen. Emotional ist der Merlin of Milton, aber mittlerweile sehr gefestigt.

So gewann er auch die Welsh Open. Mit 5:7 lag Maguire gegen Stuart Bingham bereits im Hintertreffen, führte dann plötzlich mit 8:7 und musste doch in den Decider, den er mit einem 82er Break gewann. Erwähnenswert sind noch die China Open, dort unterlag er Neil Robertson erst im Halbfinale mit 5:6.

Den Rest der Saison müssen wir nicht groß bewerten, denn mehr als Niederlagen innerhalb der ersten beiden Runden finden sich dort nicht. Trotzdem ist der Schotte nicht zu unterschätzen, wobei ihm die ganz langen Distanzen nicht immer entgegen kommen. An einem guten Tag spielt er Snooker vom anderen Stern, an einem schlechten Tag ……

Zwei Halbfinal-Teilnahmen erreichte Maguire in seiner WM-Historie. Im vergangenen Jahr scheitere er in der Runde der letzten Vier an Ali Carter, schlug zuvor Stephen Hendry vernichtend mit 13:2. Das zeigt auch, wie gefährlich er sein kann. Ob Maguire jemals die WM gewinnen wird? Ich denke eher nicht, denn es fehlt im die Konstanz eines John Higgins oder das B-Spiel eines Ronnie O’Sullivan. In diesem Jahr reicht es für das Viertelfinale.

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Eine Antwort to “Snooker-WM: Der Favoritencheck Teil III”

  1. Arvid 14. April 2013 um 16:23 #

    Graeme Dott war auch schon 2004 im Endspiel ;o).

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