German Masters in Berlin – Tag II

2 Feb

Die Viertelfinals beim German Masters in Berlin sind absolviert und der Snooker-Gott meinte es nicht gut mit den Favoriten. Shaun Murphy unterlag Neil Robertson mit 4:5 und Mark Selby kassierte erstmals seit etwa 18 Matches eine Niederlage. Gegen Barry Hawkins ging er gar mit 1:5 unter und ich glaube, wir müssen mal ernsthaft über Hawkins sprechen.

Zudem musste mein persönlicher Lieblingsspieler Matthew Stevens eine völlig verdiente 3:5-Niederlage gegen Marco Fu einstecken. Zudem unterlag Hitman Holt dem Captain Ali Carter. Aber zurück zu Hawkins. Selby schlägt man nicht im Vorbeigehen. Auch wenn der Jester from Leicester vielleicht nicht seinen besten Tag hatte, Hawkins hat mich nachhaltig beeindruckt.

Die Situation erinnert mich ein wenig an die Saison, in der Stuart Bingham auf einmal in der Form seines Lebens spielte und in die Top 16 vordrang, dazu im Jahr drauf die ….. Australian Open gewann – wenn ich mich nicht irre. Die gewann auch Hawkings 2012, eine ganz interessante Parallele. Und es würde mich überraschen, wenn er gegen Fu nicht das Finale erreichen würde.

Matthew Stevens, hitman Holt und Barry Hawkins

Matthew Stevens, hitman Holt und Barry Hawkins

Schon sein Sieg gegen Mark Allen war beeindruckend. Absolut sicheres Lochspiel, gutes Breakbuilding und ein gesundes Selbstvertrauen. Ich gehe fest davon aus, dass wir im Verlaufe der restlichen Saison noch einige Spiele von ihm erleben werden. Vielleicht ist er nicht unbedingt der Titelkandidat Nummer eins für die WM. Aber achtet mal auf ihn.

Packend war natürlich auch das Spiel zwischen Murphy und Robertson. Es waren am Ende Kleinigkeiten, die den Ausschlag zugunsten des Australiers gegeben haben. Aber dessen Long Pots sind wirklich eine Augenweide. Schade für Murphy, der Publikumsliebling hier in Berlin ist. Insgesamt ist es ohnehin eine sehr lockere Atmosphäre.

Mich wundert es schon ein wenig, wie viel zwischen und während der Frames gescherzt wird. Smalltalk zwischen den Kontrahenten bekommt man im TV vielleicht nicht so oft zu sehen. Aber ich denke auch, es liegt an der offenen Halle mit den fünf Tischen – das scheint aufzulockern. Und die Snooker-Spieler kennen sich ja natürlich.

Schon beim Warmspielen hinter den Kulissen kommt man sich vor, wie bei einem Kaffeeklatsch. Heute hatte ich übrigens kurz Gelegenheit, mich ein wenig mit Rolf Kalb zu unterhalten. Interessanterweise mag er seinen Twitteracount nicht so recht und würde den gerne abschalten lassen. Da muss ich ihm morgen mal ins Gewissen reden.

Interessant sind auch die deutschen Schiedsrichter. Während Jan Verhaas heute mehrfach das Publikum ermahnte und zur Ruhe rief – ich schrieb schon gestern darüber -, schienen sich Stevens und Fu einen Spaß aus der Situation zu machen. Während der deutsche Referee nach den Frames immer seine Zeit brauchte, holten die Spieler die Bälle aus den Taschen und fingen an, sie wieder ordnungsgemäß an ihre Stellen zu bauen. Das hatte ich so auch noch nie gesehen.

Nun sind leider alle meine Favoriten raus, was für mich persönlich auf der einen Seite sehr schade ist. Stevens, John Higgins und Murphy sind nicht mehr dabei und auch Selby schaue ich mit mittlerweile sehr gerne an. Nun sind es eben Robertson, Fu, Carter und Hawkins. Da passt es ganz gut, dass ich die Abendsession morgen verpasse – ich bin auf einem Festival.

So kann ich immerhin mit ansatzweise ruhigem Gewissen der Musik frönen und am Sonntag in Ruhe die Finalsessions genießen. Allerdings geht der letzte Zug gen Heimat um 22:55 Uhr. Vielleicht machen mir die Spieler eine Freude und spielen schnell. Ansonsten muss Plan B her. Aber nicht der von Paul Hunter, wenn ihr wisst, was ich meine.

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2 Antworten to “German Masters in Berlin – Tag II”

  1. tmv23 2. Februar 2013 um 02:00 #

    „Auch wenn der Jester from Leicester vielleicht nicht seinen besten Tag hatte, Hawkings hat mich nachhaltig beeindruckt.“

    Hawkins nicht Hawkings. Ansonsten schön geschrieben. Und morgen bitte mehr Details zu #rolftwittergate 😉

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