German Masters in Berlin Tag 1 – Teil II

1 Feb

Der erste Tag ist abgehakt und ich habe direkt viel erlebt. In erster Linie spannende Spiele, die sich hie und da ziemlich lange hingezogen haben und mich gleich hungrig ins Bett gehen lassen. Denn zunächst machten es Anthony Hamilton und Judd Trump ziemlich spannend und überzogen gnadenlos. Trump hat dabei teilweise überhaupt keinen Ball getroffen, was teilweise grotesk wirkte.

Im Endeffekt steht der Sheriff of Pottingham verdient in der nächsten Runde, machte mir nur den Plan zunichte, vor der Session am Abend etwas zu essen. Denn Matthew Stevens gegen Mark King wollte ich unbedingt sehen und auch das Spiel hatte es in sich. Zwischendurch ist Mark Allen ausgeschieden und auch Ken Doherty hat es erwischt – im Gegensatz zu Neil Robertson.

Stevens gegen King (5:4) ging über die volle Distanz und das Spiel hatte, abgesehen vom teilweise schwachen Niveau, wirklich alles zu bieten, was Snooker ausmacht. Lange Safeduelle, erbitterte Kämpfe, Flukes und auch schöne Breaks. Zunächst war die Stimmung bombig, beide Spieler trafen nicht viel, ließen sich dadurch den Spaß aber nicht verderben.

Judd Trump

Judd Trump

King ist auch ein lustiger Vogel und macht ganz gerne mal einen Spaß. Das änderte sich, als er im Break stehend – im siebten Frame beim Stand von 3:3 – Schwarz nicht traf, sondern unter den Ball kam, der daraufhin in die Luft flog. Vom Schiedsrichter bekam er ein Foul und Stevens die sieben Punkte. Dadurch brauchte King Snooker.

Es ist nicht ganz klar, wofür er das Foul bekam, denn der Spielball hatte Schwarz getroffen. Daraufhin entbrannte eine lautstarke Diskussion. Ohne Zeitlupe kann ich nicht genau sagen, ob das Foul berechtigt war. Es wurde recht hitzig und bringt mich zu dem nächsten Punkt, der mit dieser Situation eine Symbiose der Grauens herstellte.

Denn es wird, gerade in China, immer über das Publikum gemeckert. Aber war heute im Tempodrom zu Berlin los war, überschritt die Grenze der Peinlichkeit. Gut, es gibt an den ersten beiden Tagen fünf Tische und dementsprechend ist das Publikum auch in Bewegung. Aber am Abend nahm dies doch überhand.

Telefone klingelten und ständig rannte ein Zuschauer dem Spieler durch die Stoßbahn. Ich konnte am Ende nicht mehr mitzählen, wie oft Stevens oder King den Stoß unterbrechen mussten oder der Schiedsrichter mahnende Worte in die Masse raunte. Ich meine, wir befanden uns dann in einem Decider, es ging um den Einzug ins Viertelfinale.

Kein Wunder, dass die Spieler mehr oder weniger ohne sich für die Unterstützung zu bedanken, die es auch gab, die Halle verließen. Vielleicht ist nicht jeder Besucher mit der Etikette vertraut, aber Rolf Kalb erwähnt es oft genug, auch wenn er die Halle auf die Spiele vorbereitet. Ich kann einfach nicht verstehen, wie respektlos manche Menschen sind.

Ich hoffe wirklich, dass es morgen besser wird. Denn das German Masters erfreut sich bislang im Snooker großer Beliebtheit. Shaun Murphy hat es heute noch getwittert und meinte, diese Veranstaltung sei sein Lieblingsturnier. Nun denn, ich freue mich natürlich trotzdem auf den morgigen Tag.

Bis dahin also

KURT MAFLIN 3 – 5 MICHAEL HOLT

NEIL ROBERTSON 5 – 1 ANDREW HIGGINSON

MATTHEW STEVENS 5 – 4 MARK KING

MARK ALLEN 1 – 5 BARRY HAWKINS

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