Snooker: Paradies für Manipulation?

1 Dez

Snooker gilt als Sport der Gentlemen. Emotionale Ausbrüche sind so selten wie ein Marsupilami, die obligatorische Fliege – gepaart mit Anzug – Pflichtprogramm. Ausgerechnet in dieser Sportart ist es simpel, vorsätzlich zu manipulieren. Im Vorfeld der UK Championship eine kleine Einschätzung.

Manipulation gibt es wohl in jeder Sportart. Dieses Pauschalurteil mag nicht definitiv belegbar sein, doch gibt es genügend Beispiele, die diese These spielend untermauern könnten. Grundsätzlich muss es sich für alle Beteiligten jedoch lohnen und das grenzt die Auswahl an Möglichkeiten merklich ein. Der Wettmarkt für rhythmische Sportgymnastik ist dabei zu vernachlässigen.

Warum aber Snooker? Bei Mannschaftssportarten haben Betrüger immer das Problem, möglichst viele Sportler bestechen zu müssen, um garantierten Erfolg zu haben. Und auch einen Schiedsrichter zu finden, der für Bestechung empfänglich ist, hat im Normalfall Seltenheitswert. Schauen wir uns die Individualsportarten an und nehmen Tennis als Beispiel.

Natürlich fällt es nicht auf, wenn ein Spieler einen Ball absichtlich ins Netz setzt. Dennoch gibt es das Problem, dass eine Manipulation – z.B. Abschenken eines Spiels – oft Hand in Hand mit einer Niederlage im gesamten Match einhergeht. Und das kann für einen Sportler sicherlich nicht das Ziel sein. Im Snooker sieht dies anders aus.

Frühwarnsysten im Snooker nahezu ohne Wirkung

Um ein Match zu gewinnen, braucht ein Spieler eine gewisse Anzahl von Frames und ob der oft hohen Anzahl ist es kein Problem, hier und da mal einen absichtlich zu verlieren. Pro Frame gilt es, 15 rote und sechs farbige Kugeln nach einem gewissen Spielprinzip zu versenken. Die Anforderungen an die Spieler sind enorm, der Tisch wirkt im Vergleich zu einem normalen Pool-Tisch dramatisch überproportioniert.

Diverse Fälle von Betrug hat der Sport schon erlebt und immer wieder wurde deutlich, dass es eine enorme Portion Glück braucht, sie überhaupt zu bemerken. Zwar gibt es ein Frühwarnsystem auf dem Wettmarkt. Doch beim Snooker kann praktisch auf alles gewettet werden, nicht nur auf den allgemeinen Ausgang des Matches, sondern auf einzelne Frames, das höchste Break usw.

Und deswegen gibt es gewisse Ereignisse, die zu kurzfristig passieren, als dass dieses Warnsystem anschlagen könnte. Spieler können beispielsweise Toilettenpausen dazu nutzen, um schnell selbst noch Wetten zu platzieren. Einige Snooker-Profis wurden erwischt und es gibt zwei große Tendenzen. Entweder es war zu offensichtlich oder sie wurden hereingelegt.

John Higgins und die News of the World

John Higgins hat hier große Berühmtheit erlangt, als sein Fall um die Welt ging. Reporter des Boulevardblattes „News of the World“ hatten sich als russische Unternehmer getarnt, die angeblich eine Turnierserie planten. So wurde erst Manager Pat Mooney, dann auch Higgins nach Kiew eingeladen, um einen Deal zu besprechen.

Vor der versteckten Kamera ging es dann auch um die Möglichkeit einer Manipulation. John Higgins erklärte freimütig, dass ein Spieler immer Fehler einbauen könne, die kein Mensch jemals erkennen würde. Mooney bestätigte dies und meinte, dass es ob der Größe der Tische eine Kleinigkeit wäre, den Ball hie und da ein Stück zu weit rollen zu lassen.

Das Gespräch weitete sich aus und im Endeffekt hieß es, dass Higgins absichtlich vier Frames in einem Jahr verlieren könne und man dafür die Summe von 260.000 Pfund investieren würde. Von diesem Deal, wäre er denn wirklich geschlossen worden, hätte wohl kaum ein Mensch etwas mitbekommen. Denn kleine Fehler einzubauen, ist eben kein Problem.

Den Rest des Artikels gibt es bei sportal.de zu lesen

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