Judd Trump: Zeit für einen Machtwechsel?

5 Nov

Judd Trump ist also nicht nur die neue Nummer eins der Welt, er hat auch die International Championships gewonnen. Dazu muss man auch sagen, dass es kein Zuckerschlecken ist, gegen Neil Robertson in einem Finale antreten zu müssen. Zehn von elf Finalspielen – die im TV übertragen wurden – hat der Australier zuvor gewonnen.

Nun kassierte er seine zweite Finalniederlage und hatte dabei schon eine Hand am Pott. Mit 8:6 war Robertson in Führung gegangen und alleine deshalb ist die Leistung von Trump, der dann vier Frames in Folge gewann, aller Ehren wert. Insgesamt war es ohnehin ein packendes Finale in Chengdu, dass ich nach einer Feier in meinen Geburtstag hinein nicht von Beginn an sehen konnte.

Turniere in China sind keine optimale Erfindung, wenn man erst um 6 ins Bett kommt und danach in einem Trümmerfeld aufwacht. Aber zum Glück gibt es Wiederholungen, auch wenn der Reiz da natürlich etwas abhanden kommt. Das ist nun auch obsolet, denn so häufig kommt das nicht vor und das nächste Turnier findet zum Glück in der Heimat des Snooker statt.

Vor ein paar Tagen hatte ich geschrieben, dass es wohl kaum wieder eine Zeit geben wird, in der ein Spieler in der Lage ist, den Snooker-Sport zu dominieren – wie es einst Stephen Hendry zu leisten imstande war. Kollege Rolf Kalb schrieb nun in seinem Blog von einem möglichen Machtwechsel. Ich für meinen Teil denke nicht, dass dies passieren wird.

Trump hat natürlich in den letzten 19 Monaten überragend agiert, in dieser Zeit drei Ranking Events gewonnen. Alleine deswegen steht er auch ganz oben in der Rangliste des Snooker. Über die Fähigkeiten des Judd Trump müssen wir hier sicherlich auch nicht diskutieren. Selbst gegen Peter Ebdon kann er mittlerweile spielen, ohne zwischendurch in den Tisch beißen zu müssen.

Auf der anderen Seite war beispielsweise sein Sieg über Mark Allen knapp. Hätte er dort verloren, stünde nun immer noch Mark Selby an Platz eins der Snooker-Weltrangliste. Dabei darf man auch nicht vergessen, dass Selby zuletzt lange Zeit wegen einer Nackenverletzung ausgefallen war und nicht seine volle Leistung abrufen konnte.

Ich hatte ebenfalls darüber geschrieben, dass die Spitze wesentlich enger zusammengerückt ist. Es gibt so viele Beispiele, die diese These belegen. Durch die Einführung der PTC-Events kommen auch die Spieler der zweiten Reihe zu wesentlich mehr Tischzeit gegen die absoluten Top-Spieler. Stuart Bingham ist so ein Snooker-Profi, der dadurch den absoluten Durchbruch geschafft hat.

Auch Stephen Lee – wenn er denn jemals wieder an den Tisch darf – hatte wieder die Kurve bekommen und war in der Lage, es mit jedem Spieler aufzunehmen. Natürlich ist Trump eine Ausnahmeerscheinung und er wird ohne Frage auch eines Tages die Snooker-WM gewinnen, dazu noch viele andere Trophäen einsammeln.

Nun folgen also die UK Championship. Titelverteidiger ist jener Judd Trump, der erst als zehnter Spieler seit Einführung der Liste die Nummer eins bildet – zudem auch erst 23 Jahre alt ist. Turniere in China sind eine Sache. Auch wenn die International Championships sehr hoch dotiert waren, glaube ich doch, dass ab dem 1. Dezember noch ein ganz anderer Druck auf ihm lasten wird.

Ich bin sehr gespannt, wie es für ihn läuft. Er ist die neue Nummer 1. Der Spieler, der nun gejagt wird, gegen den man immer noch ein paar Prozent rauskitzeln will. Dass Trump das Zeug zur Titelverteidigung hat, ist keine Frage. Alleine dran glauben kann ich aber nicht. In gut vier Wochen sind wir schlauer.

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Eine Antwort to “Judd Trump: Zeit für einen Machtwechsel?”

  1. Ella J. Bullock 15. Januar 2013 um 13:45 #

    “Mark Allens und Mark Williams Aussagen via Twitter sind nicht zu akzeptieren und beide Spieler werden sich vor dem Disziplinarausschluss verantworten müssen. Beiden Spielern muss klar sein, dass ihre Verträge nur Gültigkeit besitzen, solange sie sich an die Vereinbarungen halten.” Eine deutliche Drohung und es ist nicht ausgeschlossen, dass es eine Suspendierung geben wird.

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