Mark Allen gewinnt in Antwerpen

21 Okt

Mark Allen hat das dritte Turnier der European Tour in Antwerpen gewonnen. Dabei schlug der Nordire Mark Selby im Finale mit 4:1. Wobei die ersten beiden Sätze genau genommen eine herbe Untertreibung sind. Keine Ahnung, ob Ihr das Spiel gesehen habt, aber es war wieder einmal Werbung für Snooker.

Wirklich viel hat Selby nicht falsch gemacht. Mark Allen hat einfach die wenigen Fehler konsequent bestraft und drei Centurys in Folge gespielt. „Ich kann gar nicht genau sagen, was in den ersten drei Frames passiert ist“, meinte Allen bei der Siegerehrung. Beide Spieler lobten übrigens die Zuschauer in Antwerpen.

Man muss das ja auch mal hervorheben, aber ob es nun Deutschland oder Belgien ist, abseits der Insel – wenn man in Europa bleibt – nimmt das Interesse an Snooker immer weiter zu und die Spieler freuen sich natürlich darüber, bei den kleineren Turnieren vor voller Hütte zu spielen und fachkundiges Publikum vor sich zu haben.

Allen hatte sich, wie auch andere Spieler, mal abfällig über die PTC-Tour geäußert, gilt auch sonst als eher schwieriger Spieler, der gerne mal mit einem Klebeband über den Mund auf eine Pressekonferenz geht.  Aber vielleicht ein Wort zu Mark Allen, wenn ich gerade schon die negative Seite des Nordiren angesprochen habe. Ich bin mir sicher, dass er noch in dieser Saison ein Ranking-Finale erreichen wird.

Letzte Saison hat Allen es ja endlich geschafft, seinen ersten Titel auf der Main Tour zu gewinnen, als er Stephen Lee im Finale der Haikou World Open mit 10:1 auseinandergenommen hatte. Bei der WM stand er schon mal im Halbfinale, bei der UK Championship erreichte er 2010 sogar das Finale. Er ist sicherlich ein Spieler, der auf lange Sicht das Zeug dazu hat, Weltmeister zu werden.

Talent hat er natürlich. In Nordirland hat er wohl jeden Titel geholt, den es zu gewinnen gibt. Auch bei den Junioren und Amateuren ist es Allen gewohnt, Erfolge einzufahren. Dabei polarisiert er ähnlich wie Ronnie O’Sullivan. Ob er nun gegen das chinesische Publikum schießt, Barry Hearn attackiert oder den chinesischen Profis die Fairness abspricht. Rein sportlich gibt es nichts zu mäkeln.

Wie Kollege Dave Hendon auf snookerscene.blogspot geschrieben hat, ist Allen ein sehr fairer Sportsmann. Bei einem Fluke entschuldigt er sich prompt, gibt jeden Fehler zu. Auch ist er ein Entertainer, der dem Publikum bei seinen Auftritten immer etwas zu lachen mit auf den Weg gibt – ähnlich wie Mark Selby, der nicht umsonst Jester from Leicester genannt wird.

Aber Mark Allen gehört ehrlich gesagt nicht zu den Spielern, die ich subjektiv gesehen mag. Mich persönlich stört ein wenig das hie und da sehr flapsige Auftreten und auch die teilweise sehr offen geäußerte Kritik an anderen Spielern. Aber rein sportlich steht seine Qualität außer Frage und es ist immer wieder eine Augenweide, ihm am Tisch zuzusehen. Da muss man eben trennen können.

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3 Antworten to “Mark Allen gewinnt in Antwerpen”

  1. tmv23 21. Oktober 2012 um 22:18 #

    „Allen hatte sich mal abfällig über die PTC-Tour geäußert und meinte, es wäre langweilig nur vor einem Zuschauer und dessen Hund am Tisch zu stehen. “

    das Zitat stammt von Stephen Lee.

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