John Higgins gewinnt das Shanghai Masters

23 Sep

Gerade, als ich nach meinem Feierabend auf dem Balkon stand, habe ich versucht, mir das gerade Gesehene nochmal ins Gedächtnis zu rufen. Ein packendes Finale beim Shanghai Masters und beste Werbung für Snooker. John Higgins ist einfach ein grandioser Spieler. Man mag von ihm denken, was man will.

Ich für meinen Teil bin ein großer Fan des Wizard of Wishaw. In früheren Blogeinträgen, gerade bei sportal.de, als ich dort noch eine Kolumne hatte, wurde er oft angefeindet. Es war die Zeit, als er vor einer Sperre wegen angeblicher Spielabsprache stand. Aber wie er damals zurückgekommen ist, direkt die UK Championship sowie die WM gewann, das war phänomenal.

Ronnie O’Sullivan gilt als das große Zugpferd und auch Finalgegner Judd Trump ist sicherlich die Zukunft des Sports. Aber wie O’Sullivan es schon erklärt hat, gehört John Higgins einfach zu den faszinierenden Spielern auf der Tour. Sein B-Spiel ist schon stark, aber wenn er den Gang hochschaltet, dann ist es eine Augenweide.

Shanghai Masters: John Higgins spielt ein Maximum Break

Beim Shanghai Masters lag er mit 0:5 hinten. Rolf Kalb hatte gerade angesetzt, die alte Weisheit auszupacken, dass man ein Match in der ersten Session nicht gewinnen, dafür aber verlieren kann. Und was passierte? John Higgins feuerte ein Maximum Break ab – das sechste seiner Karriere, wenn ich da richtig informiert bin.

Ein kleiner Exkurs vielleicht noch in den asiatischen Raum. Wie immer mussten die Schiedsrichter das Publikum in schöner Regelmäßigkeit dazu ermahnen, doch mal die Fresse zu halten oder den Fotoapparat doch nicht auszupacken. Es ist verständlich, aufgeregt zu sein oder was auch immer. Aber bei 140 Punkten und nur noch Schwarz auf dem Tisch hat man wirklich still zu sitzen.

Zum Glück hat John Higgins, nachdem er abgesetzt hatte, die Konzentration behalten und Schwarz versenkt. Zu dem Zeitpunkt war ich schon am arbeiten, musste diese dann aber auch die letzten fünf Minuten ganz dezent unterbrechen. Es folgte ja das 2:7 und es war irgendwie eine logische Folge. Neil Robertson ist das auch schon passiert.

Nach einem Maximum, das zumindest bei Higgins Nachwirkungen zeigte – in Form eines strahlenden Lächelns -, ist die Konzentration eben unten. Aber was er in der zweiten Session geleistet hat, war einfach Snooker, wie ich es liebe. Gerade Higgins kann ich stundenlang zusehen, sein Breakbuilding ist unerreicht.

Gratulation an John Higgins

Die fünf Frames in Folge haben das Match natürlich kippen lassen, auch wenn Trump gekämpft hat. Es war ein Finale, wie ich es mir gewünscht habe, dazu den Decider am Ende. Wenn ich ehrlich bin, mag ich ja auch die PTC-Tour und die daraus resultierende Breite in der Spitze. Aber ganz ehrlich, ein Halbfinale mit Shaun Murphy, Mark Williams, Judd Trump und John Higgins mag ich.

Die Zeit der Spieler, mit denen ich aufgewachsen bin, ist nahezu vorbei. Stephen Hendry ist ebenso in Rente wie auch Jimmy White. Zumindest wird White kaum noch ein Halbfinale bei einem Ranking Event erreichen. Und es ist auch schön, mal Joe Perry, Marcus Campbell oder Barry Hawkins zu sehen, aber die wirklich grandiosen Matches sind es meist nicht.

Nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht, jeder Spieler, der in einem Halbfinale steht, hat es auch verdient. Aber hie und da die alten Helden zu sehen, ist doch eine feine Sache. Meine Gratulation gilt nun John Higgins, der neben dem ersten Maximum seit langer Zeit den Titel gewann und mir einen wunderbaren Nachmittag beschert hat.

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Eine Antwort to “John Higgins gewinnt das Shanghai Masters”

  1. sinnsucht 23. September 2012 um 18:59 #

    Um es nicht zu vergessen: Trump hat phantastisch gespielt! Nur einer war halt der Bessere 😉

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