Die Rückkehr des Ronnie O’Sullivan

15 Aug

Gut eine Woche ist es her, dass ich via Twitter lesen durfte, dass Ronnie O’Sullivan sich dazu entschieden hat, wieder auf der Tour mitspielen zu wollen. Wobei es dies nicht wirklich im Kern trifft. Denn grundsätzlich denke ich schon, dass er gerne wieder auf der Tour mitgemischt hätte. Aber er wollte den Spielervertrag nicht unterschreiben.

Es ist ein Mix aus diversen Dingen. Nach der WM hatte O’Sullivan erklärt, eine Pause von sechs Monaten machen zu wollen. Aber trotzdem ging es auch um den Vertrag, den alle anderen 98 Profis unterzeichnet hatten und so auch auf der Main Tour spielen durften. Denn O’Sullivan fühlt sich ein wenig eingeengt.

Natürlich würde er auch gerne ein bisschen mehr Anerkennung bekommen, doch die Verträge sind für alle Spieler gleich. „Der Vertrag sei zusammen von World Snooker, der WPBSA und der Snooker Players Association als Spielergewerkschaft mit Hilfe von externen Juristen erarbeitet worden“, schreibt es Kollege Rolf Kalb in seinem Blog.

Aber Ronnie O’Sullivan ist nunmal das Zugpferd und meine persönliche Meinung ist klar definiert. Ich freue mich ungemein, dass der Engländer wieder dabei ist. Er ist eben ein Genie, dem ich gerne zusehe. Sein Breakbuilding, die Mimik und die Genialität würden mir fehlen. Doch dieser Status hat für ihn auch seine Schattenseiten, die auch sein Manager kritisiert.

Denn in dem Vertrag steht auch, dass Spieler im Vorfeld der Turniere zu Pressekonferenzen gehen müssen, Sponsorentermine zu besuchen haben und später auch Autogramme für die Fans geben sollen. Ihr dürft gerne raten, wen Fans und Sponsoren gerne als erste Wahl sehen wollen. Aber Barry Hearn ist ja kein Dummkopf.

Es ist ja kein Geheimnis, dass die Leute auch kommen, um O’Sullivan spielen zu sehen. Nichts gegen die anderen Spieler. Aber ein Barry Hawkings hat eben nicht diese Zugwirkung. Was letztendlich den Ausschlag gegeben hat, ist von hier nicht zu beurteilen. „Ich habe seine sechsmonatige Auszeit genommen und nun habe ich viel Lust, den Rest des Jahres zu spielen“, erklärte O’Sullivan

Hearn erklärte: „Ich habe Ronnie gestern getroffen und nach einer langen Diskussion hat er den Vertrag unterschrieben. Wir freuen uns natürlich sehr, dass Ronnie sich dazu entschieden hat, wieder Snooker spielen zu wollen – den Sport, den er liebt. Das ist eine tolle Nachricht für alle Fans rund um den Globus. Wir empfangen ihn mit offenen Armen.“

Auf der einen Seite steht also ein Spieler, mit dem der Sport zwar nicht steht und fällt, der aber gerade in Deutschland und Asien das Gesicht von Snooker ist. Alleine die Atmosphäre in Berlin, als Ronnie O’Sullivan am Tisch stand. Er kann sich viele Dinge erlauben und deswegen sind Spieler wie Mark Williams auch nicht gut auf ihn zu sprechen.

Auf der anderen Seite steht Barry Hearn, der Snooker expandieren lässt. Erinnern wir uns an die Zeit vor ihm. Ein paar Ranking Events, dazwischen gab es nichts. Nun sind die Spieler praktisch Vollzeit-Profis. Auch ein Kritikpunkt bei den Top-Spielern, die unter zu wenig Freizeit leiden und sich schon öfter darüber beschwert haben, wenig Zeit für die Familie zu haben.

Aber das ist eine andere Geschichte. Dennoch stehen sich zwei Männer gegenüber, die beide nicht ohne den anderen können. Ronnie will spielen, Hearn mit dem Sport nach vorne kommen. Das mag vielleicht ohne O’Sullivan gehen, aber es ist ungemein schwerer. Ich denke, O’Sullivan wird Zugeständnisse bekommen haben.

Zwar sagte Hearn auch, dass der Sport und nicht die Spieler im Mittelpunkt stehen und ich glaube ihm, dass er seinen Weg auch ohne O’Sullivan gehen würde. Allerdings glaube ich trotzdem, dass es ein paar Klauseln geben wird, die O’Sullivan ein paar mehr Freiheiten garantieren. Die PTC-Tour wird er ohnehin nicht spielen, aber das ist ja sein gutes Recht.

Aber es sind nur Spekulationen. Wichtig ist, dass er die UK Championship im Dezember spielen wird und wohl auch das German Masters in Berlin. Dort ist The Rocket der Titelverteidiger und ich bin vor Ort und freue mich natürlich auch auf O’Sullivan – wie Ihr Euch wahrscheinlich auch. Freuen wir uns zusammen über die Rückkehr des Ronnie O’Sullivan.

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