Ricky Walden gewinnt das Wuxi Classic

3 Jul

Nun sind doch schon ein paar Tage ins Land gezogen, seit das Wuxi Classic die neue Saison so richtig eröffnet hat. Das Turnier in Wuxi war erstmals ein Ranking Event und Ricky Walden nutzte die Gunst der Stunde. Für den Engländer war es nach dem Erfolg beim Shanghai Masters 2008 sein erst zweiter großer Titel.

Im Finale schlug er Stuart Bingham klar und deutlich mit 10:4, erhielt dafür 75.000 Pfund sowie 7000 Punkte für die Rangliste. Damit machte Walden einen erheblichen Sprung, liegt nun auf Platz zehn und kann dem Rest der Saison etwas entspannter entgegenblicken. Am 22. Juli, nach den Australian Open und dem ersten UK PTC-Event gibt es die erste offizielle Aktualisierung.

Die Trophäe, die Walden bekam, sieht zwar ein wenig wie eine Teekanne aus, wurde aber in liebevoller Kleinarbeit von der 48-jährigen Künstlerlin Ye Yongjun hergestellt, die schon Queen Elisabeth II mit einer Teekanne überraschte. Dabei liest sich das Ergebnis klarer, als das Match in Wirklichkeit lief.

Die Trophäe beim Wuxi Classic

Walden gewann die ersten beiden Frames nämlich auf Schwarz, lief in beiden Fällen einem Rückstand hinterher. Mit einem Top-Break von 69 führte er dann mit 4:0 zum Midsession Interval. Und nach der Pause ging es gut weiter, denn Walden erhöhte auf 5:0, bevor Stuart Bingham das Highlight des Finals setzte.

Nach einem langen Einsteiger räumte er den Tisch in einem Durchgang ab, spielte dabei das dritte Maximum Break seiner Karriere. Er ist dabei der erst dritte Spieler nach Stephen Hendry und John Higgins, dem eine 147 in einem Ranking Final gelang. John Higgins war übrigens ebenso wie Ronnie O’Sullivan, der den neuen Vertrag nicht unterschreiben will, nicht in Wuxi dabei.

Das Maximum war eine feine Sache, gebracht hatte es Bingham nicht viel – außer 7000 Pfund. Walden gewann prompt Frame sieben und zog danach auf 9:1 davon. Wenn Bingham mal einen Frame gewann, dann tat er es kaum unter 100 Punkten. Mit Breaks von 100 und 103 verkürzte er auf 4:9, bevor Walden den Sack zumachte.

„Ich bin natürlich sehr glücklich, dieses Event gewonnen zu haben“, verkündete Walden, den ich beim German Masters als sehr entspannten Typ kennengelernt habe. „Es war ein hartes Match und ich habe die beiden ersten Frames auf Schwarz gewonnen. Danach habe ich sehr solide gespielt. Stuart hat ein paar Bälle verschossen und ich habe diese Chancen gut nutzen können.“

Bingham war natürlich weniger zufrieden: „Natürlich bin ich ein wenig enttäuscht. Ich war eine Zeit ungeschlagen, aber heute hat es nicht geklappt. Es war ein wenig wie ein schlechter Tag im Büro. Die 147 war aber natürlich ein Highlight, besonders in einem Finale. Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich hier das erste PTC-Turnier gewinnen würde und dann im Finale stehe, wäre ich aber zufrieden gewesen.“

Enttäuschend verlief das Turnier hingegen für Martin Gould, Shaun Murphy, Peter Ebdon, Neil Robertson, Ding Junhui, Stephen Maguire, Ali Carter und Stephen Lee. Sie alle schieden in der ersten Runde aus. Judd Trump, der zuvor noch erklärt hatte, die Dominanz eines Ronnie O’Sullivan erreichen zu wollen, verlor in Runde zwei.

Es ist auffällig, dass die Top Spieler seit geraumer Zeit Probleme bekommen haben, die Spieler der zweiten Reihe zu schlagen. Das hat sicherlich viele Gründe. Zu Beginn einer Saison gibt es immer Phasen, in denen es noch nicht läuft. Aber ob der kurzen Sommerpause haben es einige Spieler mit dem Training schleifen lassen

Als die PTC-Tour eingeführt wurde, ist die Leistungsdichte schon größer geworden. Ist man nun nicht mit dem ganzen Herzen dabei, bekommt man große Probleme. Und es dürfte nicht das letzte Turnier gewesen sein, in dem es ein überraschendes Halb- oder sogar Finale gibt.

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