Tag 16 der WM: Keine Vorentscheidung an Tag eins

7 Mai

Ob gegen Ali Carter, Peter Ebdon oder eine Kombination aus beiden Spielern – Ronnie O’Sullivan lässt sich auf dem Weg zu seinem vierten WM-Titel nicht aufhalten. Nach den ersten beiden Sessions im Finale führt der Engländer mit 10:7 und hat sich bereits am ersten Tag ein kleines Polster geschaffen, um erneut die Crucible-Krone aufsetzen zu dürfen.

Dabei war die erste Session wieder einmal eine Augenweide. O’Sullivan spielte dabei zwei Centurys, mit einer 141 holte er sich letztendlich das 5:3. Aber auch Carter hatte Anteil an unterhaltsamen acht Frames, konnte bis zum 3:3 sein Spiel immer wieder durchsetzen und verhindern, dass O’Sullivan zu viel Fahrt aufnahm.

Erst in den letzten beiden Frames zog der Favorit das Tempo wieder an und Carter konnte wohl froh sein, die erste Session nicht weiter fortführen zu müssen. O’Sullivan hatte dabei eine Lochquote von 95 Prozent auf dem Zettel. Er erlaubt sich eben keine Schwächephase. Zwar verliert er auch mal zwei Frames in Folge, kontert dann aber immer mit mindestens zwei Spielgewinnen.

WM-TrophäeUnd wieder war es Session zwei, in der das Pendel zu Gunsten von O’Sullivan ausschlug. In den letzten Matches hat O’Sullivan es immer geschafft, irgendwann eine Serie von sechs Frames in Folge einzustreuen. Und die Chance war auch gegen Carter da, der ein wenig von der Rolle wirkte, diese Serie aber gerade noch verhindern konnte. Was den Unterschied ausmachte, ist schwer zu sagen.

Ob es die Konzentration war oder fehlende Kraft. Dies paarte sich bei Carter mit Pech, während O’Sullivan öfter das Glück auf seiner Seite hatte. Carter kam kaum noch in die Breaks und lieferte sich einen Privatkrieg mit Schwarz vom Spot. Gleich mehrfach scheiterte der Captain, brachte O’Sullivan so immer wieder an den Tisch.

Peter Ebdon und Carter duellierten sich um den Titel des langen Gesichts, O’Sullivan behielt indes die Ruhe. Es war eine von Taktik geprägte Session, in der O’Sullivan mit vielen kleinen Breaks zwischen 30 und 60 Punkten regelmäßig zu Erfolgen kam. Bei 10:6 hatte er sich erstmals einen Vorsprung von vier Frames erarbeitet.

Besonders beeindruckend ist meiner Meinung nach die unglaubliche Ruhe, mit der O’Sullivan agiert. Er wirkt fast wie ein Ebdon-Klon und mich würde es nicht überraschen, wenn Ebdon in einem direkten Duell sich einen Ausraster leisten würde. Die Achillesferse ist operativ entfernt, kein Schwachpunkt mehr zu finden. Dass es am Ende keine Vorentscheidung gab, verdankt Carter auch einem Fluke im abschließenden Frame.

Denn 7:10 ist ein Ergebnis, mit dem Carter leben kann. Ein 6:11 wäre deutlich schlechter gewesen und ich glaube, auch Carter hätte sich so seine Gedanken gemacht. Gewinnt der Captain drei der ersten vier Frames in Session drei, ist alles möglich. wobei ich nicht dran glauben mag, denn wie beschrieben, ist O’Sullivan einfach zu stabil. Aber ich habe mich schon so oft geirrt und wer weiß, was morgen passiert.

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