Ronnie O’Sullivan gewinnt die Snooker-WM

7 Mai

Nach 17 langen Tagen und aufreibenden Matches hat Ronnie O’Sullivan es geschafft, sich zum vierten Mal zum Weltmeister zu krönen. Der Engländer besiegte im Finale 2012 Ali Carter mit 18:11. Es war nicht das hochklassige Finale, das die Zuschauer im Crucible Theatre zu Sheffield sich gewünscht hatten. Doch spannend war es allemal.

„Es war sehr hart, die 17 Tage hier durchzustehen“, so O’Sullivan bei der Siegerehrung. „Aber ich hatte meine Emotionen immer unter Kontrolle. Ohne Steve (sein Psychologe/ d. Red.) würde ich nicht mehr spielen, er hat mir sehr geholfen. Wir haben gut zusammengearbeitet, aber es war sehr hart. Ich habe ja schon dreiTtitel hier gewonnen, doch dieser toppt alles.“

Ronnie O'Sullivan

Über die zweieinhalb Wochen gesehen, ging kein Weg an O’Sullivan als Favorit vorbei. Die Auslosung hatte es nicht gut mit ihm gemeint und nach der schweren Auftakthürde Peter Ebdon (10:4) traf O’Sullivan erst auf Mark Williams (13:6), dann folgte Neil Robertson (13:10) und im Halbfinale bekam O’Sullivan es mit Matthew Stevens (17:10) zu tun – alles erfahrene WM-Haudegen.

O’Sullivan: Nur den Titel im Blick

Von Beginn an war O’Sullivan auf den Titel fokussiert. Dafür hatte er hart mit dem Sportpsychologen Dr. Steve Peters gearbeitet und das Ergebnis konnte sich sehen lassen. An Offensivpower hatte er nichts eingebüßt, sein Repertoire jedoch um knallharte Safetys und eine große Portion Geduld erweitert.

Die Achillesferse war damit entfernt und Carter bekam dies zu spüren. Der Captain, der unter Morbus Crohn leidet, hatte seinerseits ein starkes Turnier gespielt. Die World Open waren noch der Krankheit zum Opfer gefallen und ein Karriereende in Betracht gezogen. Doch in Sheffield spielte Carter groß auf, lieferte sein Husarenstück beim 13:12-Sieg im Achtelfinale gegen Judd Trump.

Carter und das Ende der Kräfte

Im Finale merkte man Carter den großen Kräfteverschleiß dann spätestens ab der zweiten Session an. Bis zum 3:3 hatte er mithalten können, danach drehte O’Sullivan auf. Ab dem 3:5 lief Carter zumeist hinterher, hatte noch großes Glück, den ersten Tag mit einem 7:10-Rückstand beendet zu haben.

Die dritte Session drohte dann zum Debakel zu werden, als O’Sullivan vier Frames in Folge gewann. Auch die Zuschauer fieberten mit, denn eine Absage der vierten Session stand im Raum. Allerdings nahm O’Sullivan sich zum ersten Mal in diesem Turnier eine Auszeit, gab drei Frames hintereinander ab.

Als es noch einmal spannend zu werden drohte, fand der Superstar des Snooker jedoch zu seiner Form. Zwar rettete sich Carter noch in die Abendsession, musste sich dann aber mit einem Frame begnügen. O’Sullivan ließ sich nicht mehr von seinem Weg abbringen und schaukelte das Match mit 18:11 nach Hause.

„Ich möchte nun erst einmal diesen Moment genießen und viel Zeit mit meiner Familie verbringen. Es war nicht mein letzter Auftritt hier, aber zunächst will ich eine Pause von vielleicht sechs Monaten einlegen“, erklärte ein bewegter O’Sullivan. Der neue Weltmeister und auch Ali Carter gehören sicherlich zu den Gewinnern dieser WM. Wer sonst noch dazu gehört und für wen die Titelkämpfe eine Enttäuschung waren, erfahren Sie hier.

Die Gewinner der Snooker-WM

Stephen Hendry

Über die Legende Hendry muss man kaum viele Worte verlieren. Er hat das Spiel revolutioniert, dabei sieben WM-Titel in seinem Wohnzimmer gewonnen. Bei seinem letzten Auftritt schaffte er es immerhin bis ins Viertelfinale und das allein ist schon aller Ehren wert. Seine deutliche 2:13-Niederlage gegen Stephen Maguire war bitter, aber zu verschmerzen.

Sein Rücktritt war abzusehen und verständlich. Somit verlässt der vielleicht beste Spieler aller Zeiten die große Bühne, nicht aber, ohne mit einem Paukenschlag abzutreten. In Runde eins hatte Hendry mit Stuart Bingham ein Schwergewicht aus dem Weg zu räumen und tat dies auf seine Art – er spielte das elfte Maximum seiner Karriere. Ein grandioser Abschluss einer einmaligen Karriere.

Matthew Stevens

Lange ist er her, dass man den Walisischen Drachen in einer solchen Form bewundern konnte. Man erinnere sich an die WM im letzten Jahr, als er trotz einer 9:6-Führung in Runde eins noch gegen Mark Allen verlor. Zu der Zeit war er aus den Top 16 herausgefallen, doch Stevens hat sich erholt und liegt momentan auf Platz neun in der aktualisierten Weltrangliste.

Bei der WM hatte er vielleicht ein leichtes Programm, schlug dabei immerhin Marco Fu, Barry Hawkins und Ryan Day, bevor er an Ronnie O’Sullivan scheiterte. Doch auch dort machte Stevens eine gute Figur, beeindruckte mit starken Long Pots. Der große WM-Triumph bleibt ihm weiter verwehrt, aber sein Auftritt machte Lust auf mehr.

Michaela Tabb

Sie war die erste Frau, die ein WM-Finale leiten durfte. Die resolute und nett anzusehende gebürtige Engländerin hat eine enorm große Fangemeinde und durfte nun ihr zweites Finale im ehrwürdigen Crucible Theatre leiten. Eine große Ehre für sie und ihren Job machte Tabb ausgezeichnet.

Sie ist das weibliche Aushängeschild und die richtige Wahl, für das Finale gewesen. In mehreren undurchsichtigen Situationen behielt sie die Ruhe, sorgte dabei mit ihren Kommentaren für eine lockere Stimmung. Mit ihren 44 Jahren war es wohl auch das letzte Finale im Crucible.

Den Rest des Artikels gibt es hier bei sportal.de.

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3 Antworten to “Ronnie O’Sullivan gewinnt die Snooker-WM”

  1. Tobias 9. Mai 2012 um 01:14 #

    Super Text – sehr gut geschrieben! Aber Michaela Tabb ist Schottin und keine Engländerin 😉

  2. Logan Shakeshaft 13. Mai 2012 um 15:32 #

    Das stimmt, allerdings ist sie in England geboren worden – danke aber für den Hinweis, ich habe es geändert.

    • Tobias 14. Mai 2012 um 02:23 #

      😉 okay, aber sie sprich soooo schottisch, vor allem, wenn Sie „thirty-three“ sagen darf/muss. 🙂

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