Tag 14 der WM: Der Tisch ist zu klein

4 Mai

Ob es im Vorfeld einen Menschen gegeben hat, der sein Geld auf Matthew Stevens als Favorit gesetzt hat? Ich meine, hoffen wird man ja dürfen. Aber wenn ich Ronnie O’Sullivan heute so spielen sehe ….., wer soll diesen Mann stoppen? Franz Beckenbauer hat eben schon gesagt, der O’Sullivan ist auf Jahr unschlagbar.

Damit wird er sicher besser fahren, als nach dem EM-Titel 1996 für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Stevens ist hier beim 5:11 nicht zu beneiden. Er gewann dabei sogar die ersten beiden Frames in der zweiten Session und ich habe es natürlich in die Welt posaunt. Danach stand er vielleicht noch fünf oder sechs Mal am Tisch.

O’Sullivan hat es wieder einmal geschafft, das Niveau auf ein Level zu heben, das kein anderer Spieler auf der Tour so beherrscht. Das ist vielleicht hoch gegriffen, aber wer soll den Engländer stoppen? Mit Peter Ebdon, Mark Williams und Neil Robertson hat er bereits drei Weltmeister aus dem Turnier geschossen und Stevens ist immerhin die Nummer neun im Provisional Ranking.

Ronnie O'Sullivan

Ich glaube, wenn ich von einer Sternstunde des Sports rede, übertreibe ich nicht. Eine Lochquote von 94 Prozent und eine Erfolgsquote bei den Safetys von 91 Prozent – das sind Werte, die einfach unbeschreiblich gut sind. Nun kann man sagen, dass Stevens auch nur eine Lochquote von 85 Prozent hatte. Aber wie ist die zustande gekommen?

Ich kann mich ad hoc an vielleicht zwei einfache Bälle erinnern, die Stevens als Einsteiger bekommen hat. Ansonsten musste er immer lang spielen und so kommt eine solche Quote zustande. Was bedeutet das für morgen? Entweder World Snooker zimmert schnell einen größeren Tisch zusammen und verhindert so ein weiteres Festival des O’Sullivan, oder wir können uns die Session am Abend sparen.

An sich keine schlechte Idee, denn ein bisschen frische Luft gepaart mit einem Bier könnten mir nicht schaden. Auf der anderen Seite bin ich eben Fan des Walisischen Drachen und drücke doch kräftig die Daumen, dass er in Session drei zumindest ein 5:3 erreicht. Aber das ist auch schon das Minimalziel.

O’Sullivan hat wahrscheinlich zu Hause wieder den Tisch ausgepackt, auf dem er gespielt hat, als er 17 war. Da hat er die Taschen extra schmal geschnitten, um das Spiel interessanter zu machen. Mit der Sicherheit, mit der er heute gelocht hat, eine lohnenswerte Geschichte. Wie dem auch sei, so bitter es aus der Sicht von Stevens war, als Fan durfte man aus dem mit der Zunge schnalzen nicht herausgekommen sein.

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