Tag 13 der WM: Die Halbfinals

3 Mai

Nun haben es also Stephen Maguire, Ali Carter, Ronnie O’Sullivan und Matthew Stevens geschafft, in die Runde der letzten Vier vorzudringen. Ich möchte hier von zwei klaren Titelanwärtern und zwei Außenseitern sprechen. O’Sullivan und Maguire sind zumindest für mich heiße Anwärter auf den WM-Titel, Carter und Stevens Außenseiter.

Die Begründung ist nicht nur anhand der Weltrangliste einfach zu geben. O’Sullivan ist einer der besten Spieler aller Zeiten. Er trifft auf Stevens, der zwar eine ordentliche Saison spielt, aber es nicht so mit der Konstanz hat. Gut, seine elf Frames in Folge gegen Ryan Day waren stark, sein Spiel dabei aber nicht gut.

Auch Maguire hat unheimlich viel Talent, spielt bisher eine gute WM. Carter hat sich seinerseits gefangen, nach dem Spiel gegen Jamie Jones aber auch erklärt, dass er nach dem Genuss eines Steaks wieder Beschwerden hatte. Seine Krankheit hat ihn bisher oft vom Training und Spiel abgehalten und es gibt bessere Voraussetzungen, um gegen Maguire zu spielen.

Matthew Stevens

Ich habe mich jedenfalls sehr auf beide Halbfinal-Spiele gefreut, doch so richtig haben Maguire und Carter meine Erwartungen nicht erfüllen können. Beide wirkten sehr nervös, was auch für ein Halbfinale vollkommen legitim ist. Auf der anderen Seite gelten die Spiele im Halbfinale oft als die besten Matches eines Turniers, bevor es im Finale zur großen Müdigkeit kommt – siehe auch 2010, als Neil Robertson und Graeme Dott völlig am Ende waren.

Überraschend war für mich die Leistung des Schotten, der nach Session eins mit 3:5 im Hintertreffen liegt. Zu Beginn holte er zwei Frames in Folge und ich habe mich auf Twitter noch groß zu einem Tipp hinreißen lassen – 17:8 für Stephen Maguire. Nun gut, danach fand Carter ein wenig ins Spiel und Maguire den Weg hinaus.

Carter schaffte immerhin mit einer 91 das 2:2, Maguire konterte später mit einer 82 zum 3:3. Maguire hatte in den letzten Jahren einen Schritt nach vorne gemacht, ließ sich auch in engen Situationen nur selten aus der Ruhe bringen. Ein Aufstampfen mit dem Queue und weiter ging es im Programm.

Nur hier im Halbfinale schien es so, als ob er häufig an die lange Durststrecke bei großen Turnieren denken würde. Vier Jahre hat er schon keine Trophäe mehr abgestaubt – nicht wörtlich gemeint -, und scheint den WM-Titel mit aller Macht zu wollen. Das ist zumindest mein Eindruck. Es war allerdings erst die erste Session und wer weiß, vielleicht gibt es morgen Snooker zum Bestaunen.

Ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckert haben sich O’Sullivan und Stevens. Gerade Stevens hatte beim 3:5 über weite Strecken große Probleme mit dem Breakbuilding und der Lochquote. Einzig das gute Safe-Spiel verhinderte eine mögliche Katastrophe.  Ronnie O’Sullivan gewann alle vier Frames bis zum Midsession, dabei gab es noch alle Facetten zu sehen, die Snooker so attraktiv macht. Breaks, Snooker, Safe-Phasen und taktische Duelle.

Der Waliser hatte zwar auch ein wenig Pech, konnte die Chancen, die O’Sullivan ihm gab, jedoch zu keiner Zeit nutzen. Am Ende hatte er knapp über 80 Prozent Lochquote auf dem Zettel. Einzig seine Safetys retteten ihn und nach dem Midsession auch das langsame Spiel, das O’Sullivan dazu verführt hatte, die Konzentration zu verlieren. Lange Rede, kurzer Sinn: Es war eine zähe Angelegenheit.

Ich persönlich fand es ungeheuer spannend, da ich ein großer Stevens-Fan und O’Sullivan-Bewunderer bin. Aber ich kann auch die Leute verstehen, die diese erste Session mit Kaugummi vergleichen würden. Auf beiden Tischen steht es also nach Tag eins 5:3 und ich bin mir ziemlich sicher, dass beide Duelle noch richtig Fahrt bekommen werden. Ich für meinen Teil sitze morgen früh definitiv wieder vor dem TV und genieße meinen 17tägigen Urlaub.

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