Tag 7 der WM: Das Duell der Giganten

27 Apr

Für die Chinesen sieht es bei der Snooker-WM in Sheffield nicht sonderlich gut aus. Top-Favorit Ding Junhui ist ebenso ausgeschieden, wie auch Liu Chuang und Liang Wenbo. Einzig Cao Yupeng ist noch im Rennen, liegt allerdings nach der ersten Session mit 2:6 im Hintertreffen. Für Ryan Day momentan fast ein Freilos, obwohl der Waliser sich ebenfalls nicht in bester Form präsentierte.

Ganz ehrlich, alleine der Sprung ins Achtelfinale war für Day schon eine Sensation. Dass er dann auch noch auf den Chinesen anstelle von Mark Allen trifft, ist eine weitere glückliche Fügung. Day profitierte von einigen haarsträubenden Fehlern seines Gegners und sollte er das Viertelfinale erreichen, warten entweder Barry Hawkins oder Matt Stevens – auch das geht schwerer.

Aber zurück zu den Chinesen. Gerade wurde bestätigt, dass es in der nächsten Saison ein weiteres Ranglistenturnier geben wird. Vom 28. Oktober bis zum 4. November treffen sich die Stars in einer Stadt, die noch zu bestimmen ist. Bekannt wurde das Preisgeld und das hat es in sich. Der Sieger bekommt 125.000 Pfund und damit ist es nach der WM und dem Masters das bestdotierte Turnier der Main Tour.

Stephen Hendry

Eine dankbare Aufgabe hat auch Stephen Maguire vor der Brust. Joe Perry hatte sich schon in Runde eins gegen Graeme Dott nicht mit Ruhm bekleckert. Ganz ehrlich, der Gentlemen ist bei der WM dabei und sicherlich kein schlechter Spieler, aber gegen Maguire einfach chancenlos. Der Merlin of Milton befindet sich in richtig guter Form und das bewies er auch.

Mittlerweile führt Maguire mit 11:5 und zeigte eine solide bis gute Leistung. Perry kann das Tempo auf Dauer nicht mitgehen und verlor fünf der ersten sechs Frames. Aber ich denke, nur die gewagtesten Experten haben dem Gentlemen eine wirkliche Chance hier eingeräumt – auf der anderen Seite sind schon viele Favoriten an der vermeintlich leichten Hürde gescheitert.

Wirklich vom Hocker gehauen hat mich das Match zwischen John Higgins und Stephen Hendry – wobei ich eingrenzen muss, das nur die erste Sesison Snooker vom Feinsten bot. Elf WM-Titel stehen sich da gegenüber, im Crucible ist es dabei erst ihr erstes Duell. Es ging zwar schleppend los und man mache sich schon Sorgen, dass die Menge an Superlativen, die im Vorfeld herausgegeben wurden, das Spiel lähmen könnte.

Doch spätestens ab Frame drei hauten sich beide Akteure die Centurys um die Ohren. Ich musste zwar arbeiten und eine Vorschau zu dem Manchester-Derby am Montag schreiben. Aber ganz ehrlich, bei so einem Match schaut man doch zumindest mit anderthalb Augen zu – als Brillenträger würde ich sogar dreieinhalb in die Waagschale werfen.

Gerade Hendry beeindruckt mich. Vor etwa einem Jahr habe ich ihn am Telefon gehabt und es wurde ausführlich über den Absturz in der Rangliste und die Tücken des Alters gesprochen. Tja und auf einmal spielt er so, wie zu seiner Blütezeit. Gut, Higgins ist nicht in Bestform, aber kann Hendry diese Form (der ertsen Session) konservieren, der WM-Titel ist in Reichweite.

John Higgins

Hendry führt zu diesem Zeitpunkt mit 12:4 und ähnlich wie in Session eins, brauchte es einen kleinen Anlauf, um in Schwung zu kommen. Im Gegensatz zur ersten Session hat John Higgins allerdings mächtig abgebaut und bekam kein Bein auf den Boden – die zweite Session hat er mit 1:7 verloren. Im Vorfeld hatte er davon gesprochen, nicht richtig im Training zu sein und spätestens jetzt scheint es sich bemerkbar zu machen. Es wäre ein Wunder, würde Hendry sich den Vorsprung noch nehmen lassen.

Es ist ein wenig schade, dass das Niveau doch so abgefallen ist. Hendry spielt auch nur noch im Rahmen, gegen jeden anderen Spieler würde er wahrscheinlich zurückliegen – einem anderen Spieler in ordentlicher Form. Ich frage mich nur, was mit dem Wizard of Wishaw los ist. Er trifft überhaupt nichts und leichteste Bälle fallen nicht – so schlecht habe ich ihn vielleicht noch nie gesehen. Wie dem auch sei, Hendry braucht nur noch einen Frame, um das Viertelfinale zu erreichen.

Auf Tisch zwei hatte David Gilbert zwar den Anschluss an Neil Robertson geschafft, musste sich einem stark aufspielenden Weltmeister von 2010 aber mit 9:13 geschlagen geben. Robertson hatte zwischenzeitlich 77 Prozent Locherfolg bei langen Bällen vorzuweisen und da ist man als Gegner auch irgendwo machtlos. Allerdings hatte Robertson ein wenig an Fahrt verloren im Verlauf des Matches, denn zunächst sah es nach einer Klatsche für Gilbert aus, der sich ausgezeichnet präsentiert hat.

Im Viertelfinale kommt es nun zu einem richtigen Kracher. Denn Robertson trifft auf den Sieger des Duells zwischen Williams und O’Sullivan – alles vorgezogene Finalspiele. Es wird spannend und ich wage zu diesem Zeitpunkt keine Prognose, wer letztendlich den Titel ausspielt.

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Eine Antwort to “Tag 7 der WM: Das Duell der Giganten”

  1. Torsten 1. Mai 2012 um 09:41 #

    wo bleiben Deine schönen Berichte? Gruß Torsten (Nord/Auster)

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