Tag 5 der WM: Ich packe meinen Koffer ….

25 Apr

Die Snooker-WM ist schon eine interessante Geschichte. Besonders aus der Sicht von Stephen Lee, der unbestritten der beste und konstanteste Spieler der letzten Monate war. Bei den World Open stand er im Finale, die Runde der letzten Vier erreichte Lee bei den German sowie den Welsh Open. Er galt somit durchaus als Favorit für die WM.

Aber seit 2006 hat er die erste Runde nicht mehr überstehen können. Ich erinnere mich an ein Interview, in dem Lee über seine Serie bei der Weltmeisterschaft sprach. Er konnte sich nicht erklären, warum er im Crucible jedes Jahr nach Runde eins ausscheiden würde. Er war so erbost, dass er erklärte, in Zukunft keinen Koffer mehr mitnehmen zu wollen.

Und in diesem Jahr war erneut Runde eins die Endstation. Lee unterlag Andrew Higginson mit 6:10 und es ist schwierig, einen genauen Grund für die Niederlage zu finden. Die Zeiten sind vorbei, in denen ein Spieler die Welt dominiert. Steve Davis war es in den 80ern, Stephen Hendry beherrschte die Snooker-Welt in den 90ern.

Andrew Higginson

Was ist seit dem passiert? Die Spitze ist wesentlich enger zusammengerückt und spätestens mit der Einführung der PTC-Tour haben alle Spieler auf der Main Tour die große Chance, regelmäßig mit den Top-Spielern um Punkte zu kämpfen. Davon profitieren die Akteure – gerade die, die im Normalfall in der Qualifikation scheitern und dann wieder eine lange Pause haben.

Und so gelten die Weltmeisterschaften in diesem Jahr als Wundertüte. John Higgins ist außer Form, die Qualifikanten überraschen, Mark Allen und Shaun Murphy sind ausgeschieden, Mark Selby hat Nackenprobleme und Judd Trump eine Lebensmittelvergiftung. Auf einmal schicken sich Spieler wie Jamie Jones und auch Andrew Higginson an, das Crucible zu erobern.

Barry Hearn will Leistungen stärker in den Vordergrund rücken und es ist nicht auszuschließen, dass in Zukunft eine kleine Revolution über den Sport hereinbricht. Ich habe gerade kurz schon die Probleme von Selby angesprochen und er liegt im Spiel gegen Barry Hawkins mit 3:6 hinten. Der Jester from Leicester hat zudem Trainingsrückstand.

Weitere Überraschungen sind nicht ausgeschlossen und gerade stehen Joe Perry und Ryan Day an den Tischen und für Graeme Dott ist die WM ebenfalls vorbei. Der Pocket Dynamo unterlag Joe Perry mit 1:10. Von einer Sensation zu sprechen ist übertrieben, aber in der Deutlichkeit konnte man es so nicht erwarten. Vorbei ist die WM auch für Mark Allen, der sich nun für seinen verbalen Ausfall entschuldigt hat.

„Im Nachhinein muss ich zugeben, dass ich übers Ziel hinausgeschossen bin. Ich war nach der Niederlage sehr enttäuscht und habe mich von meinen Emotionen leiten lassen. Darum will ich die Chance nutzen und mich bei Cao Yupeng entschuldigen. Ich bin immer noch der Meinung, dass es ein Foul war. Bleibe aber auch dabei, dass Cao Yupeng verdient gewonnen hat“, so Allen.

„Weiter möchte ich mich bei World Snooker entschuldigen. Es gibt viele Leute, die hat für unseren Sport arbeiten. Und ich bin ehrlich erschrocken, wenn ich darüber nachdenke, dass meine Aussagen diese Arbeit torpediert haben können. Ich werde dazu an meinem Benehmen arbeiten, dass im Gegensatz zu meinem Spiel wenig professionell ist.“

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