Tag 5 der WM: Ich packe meinen Koffer Teil 2

25 Apr

Es ist und bleibt wahrlich die WM der Überraschungen. Gut, Judd Trump hat gerade mit 10:7 gegen den Spaceman gewonnen, dabei aber auch sehr viel Glück mit einigen Flukes gehabt. Auf der anderen Seite war er in Session eins auch nicht Herr seines Körpers. Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben, er hatte an den Folgen einer Lebensmittelvergiftung zu leiden.

Was genau passiert ist, kann ich nicht genau sagen. Auf jedenfall war er am Morgen der ersten Session krank. So hat er sich auch verdient durchgesetzt. Einmal mehr kann ich aber mit Fug und Recht behaupten, dass Dominic Dale ein absolut sympathischer Spieler ist und zu jeder Zeit eine Niederlage eingestehen kann. Ich gehe davon aus, dass er zwar sehr enttäuscht ist, aber man von ihm kein böses Wort auf der Pressekonferenz hören wird.

Es ist ein wenig schade, dass es für Dale vorbei ist. Ich sehe ihm gerne zu und vielleicht läuft es in der nächsten Saison ein wenig besser führ ihn. Thema Pressekonferenz und Überraschungen: Ding Junhui ist raus. Von vielen Experten ist er als Titelkandidat genannt worden. Ich hatte ihn zwar nicht auf dem Zettel, aber eine Niederlage gegen Ryan Day war so nicht vorherzusehen.

Day hat erklärt, gute Trainingsleistungen hingelegt zu haben, aber Ding ist ein Kaliber, dem man gerne aus dem Weg geht. Aber er hat 9:10 verloren. Nun ist man es nicht von ihm gewohnt, kritische Töne nach einem Match zu hören. Zunächst erklärte Ding auch, die Konzentration verloren zu haben. „20 Tage hartes Training habe ich investiert und heute hat es ein frühes Ende gefunden. Ich habe nicht gut gespielt und konnte mich am Ende nicht wirklich konzentrieren.“

Weiter sagte Ding: „Ich habe mich zu sehr mit defensivem Spiel beschäftigt und damit meine eigene Stärke vernachlässigt.“ So weit, so gut. Ding hatte genügend Chancen, das Match zu gewinnen, machte den einen oder anderen Fehler zu viel. Auf der Pressekonferenz habe ich dann erst nicht ganz geglaubt, was ich da gehört habe.

„Das war alles Mist und ich denke nicht, dass ich gut gespielt habe. Ich habe versucht, mich auf das Spiel zu konzentrieren, aber die Zuschauer haben ständig mit Zwischenrufen gestört. Wie kann man nur so etwas machen? Die Leute sagen immer, dass chinesische Fans nicht gut sind. Aber ich komme hier hin und was passiert?“ Ich habe zwar keine großartigen Störungen bemerkt, aber ich war auch nicht in der Halle.

Trotzdem, die Enttäuschung wird hier sicherlich überwogen haben und mit ein wenig Abstand wird Ding es vielleicht relativieren. Ryan Day erklärte, dass er keine störenden Rufe bemerkt habe. „Ich denke nicht, dass ein Spieler bei einem Stoß gestört wurde. Wenn eine Chance liegen bleibt, und das Publikum nach einem Stoß lauter wird, finde ich das durchaus ok.“

Am Abend bestätigte sich der Trend der vergangenen Tage: Die gesetzten Spieler – Selby war bereits der achte – kriegen in diesem Jahr ordentlich den ….., sagen wir wies ist, den Arsch voll. Auch Mark Selby hat es erwischt und der Jester from Leicester muss nach einer 3:10-Niederlage den Heimweg antreten. Wobei Selby ein ganz spezieller Fall ist. Denn der Engländer – die Nummer eins der Welt – hatte wegen seiner Nackenprobleme schon die China Open verpasst.

Ob dieser Verletzung konnte er lange auch nicht trainieren, eine Absage stand sogar im Raum. Aber verständlich, dass er es probiert. Nach dem Match sagte Selby: „Es gab Stöße, die ich wegen der Schmerzen nicht machen konnte. Und auch mit dem Hilfsqueue ging es nicht, da die Schmerzen im Arm zu groß waren.“ Glückwunsch aber an Hawkins, der nun auf Matt Stevens trifft.

Gefreut hab ich mich auch über das 8:1 von Ali Carter. Der Captain gehört nicht zu meinen Lieblingsspielern, aber alleine ob seiner Krankheitsgeschichte gönne ich es ihm. Er hat Morbus Crohn und steht kurz davor, seine Karriere zu beenden. Carter hat teilweise solche Schmerzen, dass er sich nicht auf den Tisch legen kann. Und das ist nicht heilbar. Wünschen wir ihm alles Gute und warten auf die nächsten Überraschungen.

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