Tag 4 der WM: Engländer und das Essen

24 Apr

Das englische Essen ist nicht unbedingt weltberühmt, böse Zungen behaupten, die Leute auf der Insel hätten die Fritteuse erfunden. Nun wird sich der geneigte Leser sicher fragen, ob er auf dieser Seite wirklich richtig gelandet ist – soll es doch um Snooker gehen. Aber Essen spielt heute eine nicht unerhebliche Rolle.

Als ich heute Morgen den Fernseher einschaltete, wähnte ich mich zwar nicht in einer Geisterbahn, habe mich aber schon ein wenig erschrocken, als Judd Trump die heilige Snooker-Halle betrat. Hätte er sich vor eine weiße Wand gestellt, wäre die Chance groß gewesen, ihn zu übersehen. Schuld war nicht eine durchzechte Nacht, sondern schlechtes Essen.

Das ist ein wenig spekulativ, aber World Snooker erklärte, dass er sich eine Lebensmittelvergiftung zugezogen hatte und krank sei. Selten war die Chance für den Spaceman Dominic Dale so groß, den Finalisten aus dem letzten Jahr zu schlagen. Trump hat noch Glück gehabt, nicht gegen Peter Ebdon hatte antreten zu müssen – so hielt sich die Qual rein zeitlich in Grenzen und am Ende fand Trump auch seine Form – er geht mit 5:4 in die zweite Session.

Judd Trump

Sehr gefreut habe ich mich als anerkannter Ska-Liebhaber über Ryan Day, der mit „One Step Beyond“ in die Halle marschiert kam. Der Waliser gehört meiner Meinung nach zu den leichter zu bezwingenden Qualifikanten, komischerweise tat sich Ding Junhui sehr schwer und liegt mit 4:5 im Hintertreffen. Gut, dass ich meine Wett-Ambitionen ad acta gelegt habe.

Ein kurzes Wort vielleicht noch zur Situation um Mark Allen, der seinen Twitter-Account geschlossen hat – eine ganz gute Entscheidung, wobei ich die Einträge immer gerne gelesen habe. Jedenfalls wurden seine Aussagen wohl mit einer Geldstrafe geahndet. Leider konnte ich noch nicht rausfinden, wie viel ihn die Kritik an seinen chinesischen Kollegen kostet.

Angeblich handelt es sich um 1000 Pfund, aber nichts Genaues weiß man eben nicht. Zumindest hat er nun 14 Tage Zeit, sich zu den Vorfällen zu äußern. Barry Hearn hat ihn auch nochmal darauf hingewiesen, dass Allen auch den Schiedsrichter hätte auf das angebliche Foul hinweisen können. Warum er das nicht gemacht hat, bleibt sein Geheimnis.

Mit Spannung war die zweite Session von Ronnie O’Sullivan gegen Peter Ebdon erwartet worden. Aber wenn ich ehrlich bin, das Duell hat mich nicht so vom Hocker gerissen. Ebdon war einfach zu schwach und auch O’Sullivan zeigte sich bei unter 90 Prozent Lochquote nicht so richtig in Zauberstimmung. Dennoch hat The Rocket klar mit 10:4 gewonnen. Interessant war die Diskussion über seine neue Frisur – dafür hat er viel Kritik geerntet im Social Media Bereich. Irritieren fand ich die Häme von Mark King, aber das war wohl der Neid der Bowlingkugel.

Ronnie O'Sullivan

Noch schlimmer scheint es Graeme Dott zu ergehen, der nur körperlich anwesend zu sein scheint. Der Pocket Dynamo geht mit einem 1:8 aus der Session und es sieht bei einer Lochquote von 68 Prozent nicht so aus, als ob er die erste Runde überstehen wird. Joe Perry zeigte ebenfalls keine überragende Leistung, nutzte allerdings immerhin jede zweite Chance auf ein Break.

Bei Dott wird spekuliert, dass die Umstellung auf ein neues Unterteil am Queue eventuell für Irritationen sorgt, auch im Vorfeld der WM hatte sich Dott sorgenvoll über sein Spiel geäußert. Mit viel Selbstvertrauen ist er jedenfalls nicht angetreten und das macht sich bemerkbar.

Heute Abend greift dann der am Nacken noch leicht verletzte Mark Selby ins Turnier ein und trifft auf Barry Hawkins – da bin ich sehr gespannt, denn hier wird der nächste Gegner von Matt Stevens ausgespielt. Zudem wird die zweite Session des Matches Stephen Lee gegen Andrew Higginson gespielt. Das bisher beste Match des Turniers.

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