Tag 2 der WM: Mark Allen blamiert sich kräftig

22 Apr

Ich erinnere mich noch genau an die WM im letzten Jahr. Matthew Stevens musste in Runde eins gegen Mark Allen antreten und ich hatte gehofft, einen Sieg des Walisischen Drachen feiern zu können. Und Stevens spielte stark, während Allen immer mehr in seinem Sessel versank, zu der Zeit auch mit Depressionen zu kämpfen hatte.

Stevens führte mit 9:6 und auf einmal drehte Allen auf, gewann Frame um Frame und schließlich auch das Match. Cao Yupeng führte bei seinem Crucible Debüt in diesem Jahr ebenfalls mit 9:6 gegen The Pistol und als ich mir das Spiel ansah, dachte ich bei mir, das dreht der Allen noch. Tatsächlich schaffte er das 7:9 mit einer Clearance bis einschließlich Schwarz, dabei fiel ihm aber der Spielball.

Dieses Foul bedeutete das Aus und damit war auch der Spieler, den ich ins Finale getippt hatte, raus – eine kleine Sensation, wenn man mich fragt. Nun habe ich schon öfter geschrieben, dass ich Allen als Person nicht mag. Er ist sicher ein kleiner und witziger Schelm, der für lockere Atmosphäre sorgt und sich für ein Witzchen nicht zu schade ist.

Mark Allen fotografiert sich beim Frisör

Aber nach seiner Niederlage hat es einmal mehr übertrieben. Zwar gab er zu, den Chinesen unterschätzt zu haben und attestierte ihm eine große Zukunft. Danach machte er aber den Tisch für das Foul verantwortlich und meinte, auf einem normalen Tisch wäre ein Foul niemals passiert. Als dies abgehakt war, griff er in die ganz tiefe Trickkiste.

„Paul Collier hat einen beim Stand von 5:4 einen Durchstoß nicht gesehen. Terry Grffith hat es mir im Interval bestätigt. Mir war auch so, aber als ich Paul und Michaela ansah, haben sie kein Foul gegeben. Coa hatte es auch gesehen. Aber Chinesen sind ja bekannt dafür, dass sie betrügen und sie kommen damit durch – Marco Fu und Liang Wenbo sind auch zwei Spieler, die schon öfter betrogen haben.“

Puh, das muss man erst einmal sacken lassen. Man mag ihm zu Gute halten, dass er sauer und enttäuscht war. Aber namentlich auch noch zwei andere Spieler zu nennen, wird eine saftige Strafe mit sich bringen. Zudem hat er gestern wohl den letzten Frame beim Duell zwischen Higgins und Wenbo nicht gesehen, als der Chinese ein Foul in der Situation sofort zugegeben hatte.

Wie dem auch sei, positiv zu sehen war der Auftritt von Luca Brecel, der seinen ersten Einsatz im Crucible hatte und nach einer sehr nervösen Anfangsphase doch noch ins Match fand. Bei 1:6 hatte ich langsam Mitleid mit ihm, obwohl er in der einen oder anderen Situation einfach überdreht hat – aber mit 17 ist das wohl völlig normal.

Stephen Maguire spielte solide, mehr aber auch nicht. Nun steht es noch 6:3 für den Merlin of Milton, eine Überraschung erwarte ich da allerdings nicht mehr. Überraschend war vielleicht die Niederlage von Martin Gould gegen David Gilbert – eine Sensation war es allerdings nicht, zumindest für mich.

Gilbert gewann 10:8 und hatte selber nicht damit gerechnet, nach vier Quali-Runden das Achtelfinale zu erreichen. Dazu musste er sich über die Q-School erst für diese Saison qualifizieren und hätte er das nicht geschafft, seine Karriere wäre vielleicht beendet gewesen. Sein Glück, dass er es geschafft hat – Gould wird das anders sehen.

War sonst noch was? Ach ja, mein zweiter Tipp wäre auch fast in die Hose gegangen. Ich habe mich auf Shaun Murphy als Weltmeister festgelegt und der Engländer hatte doch große Probleme mit Jamie Jones. Der Magician liegt dennoch knapp mit 5:4 in Führung und zeigte sich hinterher erleichtert. Gerade spielen Stephen Hendry und Neil Robertson ihre Matches zu Ende und ich denke nicht, dass da noch viel anbrennt.

Neil Robertson hat jetzt auch Nägel mit Köpfen gemacht und Ken Doherty mit 10:4 besiegt. Und auch Stephen Hendry hat sich den 8:1-Vorsprung nicht mehr nehmen lassen. Stuart Bingham hat zwar drei Frames in Folge gewonnen und bei den Hendry-Fans damit für leichte Panik gesorgt, am Ende war es aber ein sehr souveräner Sieg.

Morgen greift dann Matthew Stevens ein, er spielt gegen Marco Fu und Ronnie O’Sullivan trifft auf Peter Ebdon. Das wird ein Knaller und ich verpasse die erste Stunde von Ronnie gegen Ebbo. Denn ich bin auf einem Interview-Termin mit Pierluigi Collina – natürlich auch eine feine Sache, aber Ronnie wäre mir lieber.

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