Mark Allen gewinnt die World Open

7 Mrz

Mark Allen hat es also geschafft und im zweiten Anlauf seinen ersten Ranking-Titel eingefahren. Was war das für ein Finale in Haikou? Selten hat die alte Weisheit, dass man ein Match nicht in der ersten Session gewinnen, aber dafür verlieren kann besser gepasst als hier. Mit 8:1 war der Nordire in Führung gegangen, gewann die World Open am Ende klar und deutlich mit 10:1.

Stephen Lee hatte Allen wenig bis gar nichts entgegenzusetzen und konnte in keiner Phase an die guten Leistungen der letzten Wochen anknüpfen. Nun ist es so, man spielt immer nur so gut, wie der Gegner es zulässt. Und Mark Allen hat Lee einfach ständig beschäftigt, ihn immer unter Druck gesetzt.

„Auf diesem Level hast du wenig Chancen, wenn du nicht deine Form erreichst“, erklärte Lee nach dem Match. „Mark hat gesehen, dass ich nicht voll da war, hat es dann richtig gespielt und einfach einen guten Job gemacht.“ Schon in der ersten Session hatte Allen drei Centurys gespielt, dazu viele Breaks von über 50 Punkten geliefert.

Mark Allen

Rolf Kalb hat in seinem Blog von einem Durchbruch bei Allen geschrieben und darauf hingewiesen, dass die gute Leistung vielleicht eine Trotzreaktion auf all die Kritik ist – die auch wegen seiner oft polemischen Twitter-Nachrichten auf ihn einprasselt. Ebenfalls interessant ist, dass Allen sich vor einem Jahr wegen Depressionen einer Behandlung unterzog.

Nun hat er eine neue Freundin und scheint vor diesem stabilen Background neue Kraft geschöpft zu haben. Vielleicht braucht er diese negativen Ausbrüche via Twitter auch, um sich selbst zu pushen – schwer zu sagen. Wobei ich Rolf Kalb nicht in allen Punkten zustimme. Den eisernen Willen hatte Allen schon lange.

In meinen Blogs habe ich schon oft das Beispiel angefügt, als Allen sich in der ersten Runde der WM gegen Stevens durchgesetzt hat. Dort lag er auch schon mit 5:9 hinten, gewann am Ende doch noch. Meiner Ansicht nach liegen die Gründe nicht unbedingt dort. Die familiäre Situation ist definitiv ein Grund. Ist man zufrieden, läuft es auch im Job besser.

Und ansonsten war es nur eine Frage der Zeit, bis der Knoten platzt. Allen ist ein großartiger Spieler, der keine großen Schwächen aufweist. Nur, die Spitze ist einfach eng beisammen. Ich denke, der Druck für ihn war einfach zu groß und es ist bezeichnend, dass er ein Turnier gewann, bei dem er eigentlich nicht teilnehmen wollte.

Die Chinesen sind seiner Meinung nach zeitweise ignorant, es stank überall, das Essen war mies, die Tische schlecht und die Luft stickig. Wahrscheinlich war seine Erwartungshaltung dementsprechend gering, im Vergleich zu einer WM im Crucible. Dies mögen kleine Gründe dafür sein, dass der Druck vielleicht ein wenig geringer war.

Dass Lee im Finale dann einen schwachen Tag erwischte, war natürlich ein Bonus. „Seit sieben Jahren bin ich nun Profi und es hat mit dem Titel schon sehr lange gedauert. Manchmal fragt man sich, ob man überhaupt einen Titel holen wird. Gerade wenn man Spieler sieht, die vielleicht nicht so gut sind, aber trotzdem Turniere gewinnen.“

Ein Grund für seine lange Durststrecke könnte dabei auch der eigene Anspruch sein. Wenn man immer glaubt, ein großartiger Spieler zu sein, der eigentlich alle anderen Profis schlagen kann und vielleicht auch muss, dann ist der Anspruch an die eigene Person vielleicht auch einfach zu hoch und die Ruhe dementsprechend weg. Warten wir ab, was die Zukunft für Allen bringt.

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