Ding Junhui gewinnt die Welsh Open

20 Feb

Was soll ich sagen? Immerhin stimmte das Ergebnis bei meinem Tipp für das Finale. Doch kommen wir zum Wesentlichen. Ding Junhui hat die Welsh Open gewonnen und in einem wirklich großartigen Finale Mark Selby mit 9:6 geschlagen. Damit hat der Chinese seine Durststrecke beendet, denn seit den UK Championships 2009 hatte er kein Ranking Event mehr gewonnen.

Für mich hatte Ding nicht unbedingt zu den Titelanwärtern gezählt, nachdem ich ihn beim German Masters gesehen hatte. Dort unterlag er in Runde eins Yu Delu und machte keinen sonderlich guten Eindruck. Dann hätte er im Viertelfinale gegen Stephen Lee ausscheiden müssen, wenn nicht ein Mobiltelefon ihn kurz vor dem Ausscheiden gerettet hätte.

Und auch im Finale gegen Selby begann er nervös und hätte mit 1:3 ins Hintertreffen geraten können. Doch der Jester from Leicester verschoss in Frame vier eine leichte Schwarze und schon stand es 2:2 – ein Knackpunkt. Danach gewann Ding drei der folgenden vier Frames und ging mit einem 5:3 in die Abendsession.

Selby blieb stets gefährlich,  hatte erneut den besseren Start und verkürzte. Danach leistete der Engländer sich aber eine schwache Safety und Ding erhöhte auf 6:4. Der Standard blieb hoch und nach einer 91 von Selby antwortete Ding mit einer 124, ließ danach gar eine 130 folgen – das vierte Century dieses Finals.

Bei 5:8 stand der Weltranglisten-Erste natürlich unter Druck, doch man hatte nie das Gefühl, als ob Selby die Ruhe verlieren würde. Seine Finalbilanz ist mit zwei Titeln bei sieben Ranking-Finals zwar desaströs, dennoch kennt er sich und seine Stärken. Eine 145 in Frame 14 soll ein Indiz dafür sein.

Damit war die Aufholjagd jedoch beendet und Ding holte sich Frame 15 und damit auch den Sieg. Um es nochmals zu betonen, Ding hat ein unglaubliches Finale gespielt und endlich auch die Leistung abgerufen, zu der er in der Lage ist. Der Junge ist 24 und hat bereits fünf Titel geholt. Kaum auszumalen was passiert, wenn es in der nächsten Saison fünf Turniere in China geben wird.

Aber er hat erneut gezeigt, dass er über ein komplettes Spiel verfügt, jedes Tempo mitgehen kann und seine Nerven im Griff hat. In dieser Form ist er ein heißer Anwärter auf den Titel im Crucible, wobei er auch eine Portion Glück brauchte, um überhaupt ins Finale zu kommen. Doch im Sport gehört auch Glück dazu.

„Es fühlt sich natürlich großartig an“, erklärte Ding nach dem Finale. Es ist schon ein interessantes Bild, den Chinesen auch mal lächeln zu sehen. Darin hat er scheinbar noch nicht so viel Übung. „Ich war schon nervös und habe ein paar Chancen ausgelassen. Mark hat den Druck zudem aufrecht erhalten und es war ein hartes Match.“

Zudem hat Ding ja mittlerweile auch eine Freundin – Apple (und damit ist kein Computer gemeint) – , die ihm weiteres Selbstvertrauen und Ruhe gibt. „Apple hat mir sehr geholfen. Sie kocht für mich, kümmert sich um mich, sodass ich jeden Tag in Ruhe trainieren kann. Ich habe mir nun auch ein Haus in Sheffield gekauft und werde demnächst einen Snooker-Tisch aufstellen, damit ich nicht immer in die Academy muss.“

Kaum auszudenken, zu welchen Dingen er noch in der Lage ist, wenn er noch mehr Konstanz erreicht. Vergessen wollen wir aber nicht, dass auch Selby ein großes Match geliefert hat. “Der verlorene Frame zum 2:2 war ein Wendepunkt“, erklärte der Jester. „Wobei ich zu dem Zeitpunkt nicht drüber nachgedacht habe. Ich hatte meine Chancen, aber man darf sie gegen einen Spieler wie Ding nicht auslassen. Er ist einer der besten Breakbuilder auf der Tour.“

Nach dem German Masters waren die Welsh Open ein weiteres Highlight und ich freue mich schon auf das kommende Turnier in China. Geändert hat sich nun übrigens die Rangliste, denn morgen gibt es den nächsten Cut und ich werde Euch hier auf dem Laufenden halten. Genießen wir erst einmal die Nachwirkungen des Finals und ansonsten wünsche ich einen guten Start in die Woche.

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