Welsh Open Finale: Mark Selby vs Ding Junhui

19 Feb

Da habe ich mich also, wie auch viele andere sogenannte Experten, wohl kräftig vertan, als ich die Paarung für das Finale der Welsh Open vorhergesagt habe. Entgegen meiner Prognose haben sich Ding Junhui und Mark Selby in ihren Halbfinal-Spielen durchgesetzt und bestreiten heute das Finale in Newport.

Dabei hatte ich einen deutlichen Sieg von Shaun Murphy vorhergesagt, nachdem Ding in den vergangenen Monaten eigentlich kaum zu seinem Spiel gefunden hatte. Ein Spiel, das selbst Ronnie O’Sullivan zu begeistern im Stande ist. Der Engländer sagte einst, dass er sogar Eintritt bezahlen würde, um den Chinesen spielen zu sehen.

Warum hat er also in der jüngsten Vergangenheit nicht so überzeugen können? Ding selber meinte, dass er kaum Zeit habe, vernünftig zu trainieren. Denn er vermisste seine Heimat, wenn er lange in England wohnen würde. „Es war in der letzten Zeit sehr schwierig für mich, da ich immer viel nach China geflogen bin und so nicht gut trainieren konnte“, so Ding gegenüber World Snooker.

„Wenn ich zwei oder drei Monate in England bleibe, bekomme ich immer Heimweh. In den letzten paar Wochen habe ich aber so gut trainiert, wie seit langer Zeit nicht mehr. Mein Spiel wird besser. Ich freue mich natürlich auf das Finale und bin mit meiner Leistung sehr zufrieden“, ergänzte Ding Junhui, der von einer großen Anzahl von chinesischen Fans der Cardiff Universität unterstützt wurde.

Das 6:2 war vielleicht ein wenig zu deutlich, aber Shaun Murphy hat es eben verpasst, seine Chancen zu nutzen. „Wenn du gegen die besten Snooker-Spieler der Welt antrittst, dann musst du gut und hart spielen. Das habe ich heute nicht geschafft. Ich habe nur zwei Frames in einem Rutsch gewonnen und das ist nicht gut genug. Ich habe einfach meine Chancen nicht genutzt.“

Für Ding ist es das erste Ranking-Event Finale seit fast zwei Jahren. Im Finale trifft er auf Mark Selby, der sich mit 6:2 gegen Ronnie O’Sullivan durchsetzte. Hier hatte ich auf einen knappen Sieg des Unterlegenen getippt und auch hier lag ich komplett daneben. Dabei beendete der Jester from Leicester den Acht-Spiele-Run des O’Sullivan.

Es war ein wirklich sehr zerfahrenes Match, in dem Selby auf der einen Seite Glück hatte, auf der anderen Seite das Tempo gut aus der Partie nahm und O’Sullivan immer wieder in Safe-Duelle verwickelte. Dabei brauchte O’Sullivan über 20 Minuten, um überhaupt einen Ball lochen zu können. Erst im zweiten Frame kam er dann in Fahrt.

Der Knackpunkt war vielleicht Frame drei, als O’Sullivan kurz vor dem 2:1 stand, dann aber Rot verschoss und Selby abräumte. „Mein Spiel war ok und ich habe einige gute Safetys gespielt. Der dritte Frame war dann entscheidend, denn wenn Ronnie mit 2:1 in Führung gegangen wäre, hätte er eventuell einen größeren Vorsprung herausgespielt“, so Selby.

Und so nahm das Unglück für O’Sullivan seinen Lauf. Richtig ins Match kam er nie und musste sich immer wieder durch Safe-Duelle quälen – zudem produzierte er einige Fehler, die Selby gnadenlos ausnutzte. Dabei ist der Weltranglisten-Erste eben ein unheimlich unbequemer Gegner, der genügend Selbstvertrauen hat und um seine Stärken weiß.

O’Sullivan soll gesagt haben, dass Selby ein sehr langsamer Spieler ist. Selby antwortete darauf: „So eine Kritik interessiert mich nicht, denn dazu hat jeder eine andere Meinung. Für mich war es auch ein ganz normales Match. Ronnie zu schlagen ist natürlich immer etwas Besonderes und ein Finale zu erreichen bedeutet mir sehr viel.“

Selby lässt sich nicht aus der Reserve locken und spielt eben das klinische Spiel eines Spitzenspielers. Es bringt ihm ja nichts, mit Wut im Bauch in ein Match zu gehen. Seine Stärke ist die Engelsgeduld und die wird er auch im Finale in die Waagschale werfen. Ich sollte aus meinem Fehler gelernt haben und mir jegliche Tipps verkneifen.

Dennoch denke ich, dass Selby das Finale gewinnen und nach dem Erfolg beim Shanghai Masters seinen insgesamt dritten Rangking-Titel einfahren wird. Im Best-of-17-Modus glaube ich zwar nicht an ein Match über die volle Distanz, doch komplett abschütteln lassen wird sich der Chinese nicht. Selby gewinnt mit 9:6.

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