Welsh Open: Der Halbfinal-Check

18 Feb

Bei den Welsh Open haben wir das Halbfinale erreicht und die ganz großen Überraschungen sind ausgeblieben. Es ist einmal mehr kein Waliser in der Runde der letzten Vier und ein Telefon verhinderte den Einzug von Stephen Lee – eine Überraschung beim Snooker-Turnier in Newport wäre also möglich gewesen.

Einen großen Rückblick können wir uns glaube ich sparen. Ronnie O’Sullivan hat jedoch endlich wieder seinen Angstgegner Judd Trump besiegt und beiden Snooker-Profis zuzusehen, war in diesem Falle eine wahre Wonne.  The Rocket trifft nun auf Mark Selby, der mit seinem Minimalisten-Snooker Stephen Maguire zur Strecke brachte.

Das Duell war nicht minder spannend, bot dabei aber ganz andere Schwerpunkte. Maguire probierte sich in hohen Breaks, Selby ist aber der Mann, der eher durch Safe-Spiel und kleinere Breaks auffällt. Die Nummer eins der Welt ist dabei wieder voll im Saft, nachdem er in den letzten Monaten an der Bürde der Nummer eins zu tragen hatte.

Dann findet sich noch Shaun Murphy im Kreis der vier Halbfinalisten und ich hatte es schon im Vorfeld geschrieben, der Magician ist ein ernster Anwärter auf den Titel. Sein Gegner heißt nun Ding Junhui und der Chinese hatte viel Glück, hier noch dabei zu sein. Stephen Lee hatte im Endspiel auf die Farben die große Chance, seinen Lauf fortzuführen, ein Telefon machte ihm dabei einen Strich durch die Rechnung.

Als er Grün lochen wollte, klingelte eines Zuschauers Mobilfunkgerät und Lee konnte in der Bewegung nicht mehr stoppen – er verschoss. Ding machte den Sieg sicher und hatte ein schlechtes Gewissen. „Es ist unentschuldbar“, so Ding bei World Snooker. „Es war großes Pech für Stephen und ansonsten hätte er wohl gewonnen.“

Ronnie O’Sullivan – Mark Selby

The Rocket spielt, als wenn er auf einmal alle Sorgen und Dämonen hinter sich gelassen hätte. O’Sullivan wirkt völlig befreit und nimmt sich, wenn nötig, auch die Zeit, um eine gute Safety zu spielen. Gegen Trump blieb er in jeder Phase ruhig und schien eben den Vorteil zu haben, schon Jahre auf der Tour zu spielen. Vor Monaten hätte er gegen Trump verloren, nun scheinen wir einen Engländer zu sehen, der das Zeug dazu hat, noch viele Titel zu gewinnen.

Auch Mark Selby hat wieder zu seiner Form gefunden, die ihn die Nummer eins der Welt hat werden lassen. Gegen Maguire sah er zunächst wie der etwas schwächere Spieler aus, ist aber in der Lage, durch Tempowechsel und Safespiel an einem vielleicht schwächeren Tag trotzdem mit dem B-Spiel Siege einzufahren.

Ich denke, dass Ronnie O’Sullivan das Match gewinnen wird, aber es wird eine enge Kiste. O’Sullivan ist der bessere Potter, aber Selby hat beim taktischen Spiel seine Vorteile. Am Ende reicht es für O’Sullivan zu einem 6:5-Erfolg.

Ding Junhui – Shaun Murphy

Über Ding Junhui habe ich vorhin schon kurz gesprochen. Sein Einzug ins Halbfinale kam etwas überraschend, auch wenn ich mir seine Leistung beim German Masters ins Gedächtnis rufe. Dort unterlag er Yu Delu und machte einen wirklich schwachen Eindruck. In Newport hat er immerhin John Higgins besiegt, dabei aber auch Glück.

Shaun Murphy macht derweil einen besseren Eindruck und hat mich mit seinem Spiel hier bei den Welsh Open mehr überzeugt. Sein Lochspiel funktioniert und gegen Mark Allen zeigte er sich locker und in Form. Murphy hat in den vergangenen Wochen zugelegt und ist für mich der Favorit. Der Engländer wird auch sicher das Finale erreichen und Ding mit 6:3 besiegen.

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