Welsh Open: Der Favoritencheck

13 Feb

Mit den Welsh Open startet heute das letzte Ranglistenturnier, bevor die Rangliste ein letztes Mal in dieser Saison aktualisiert wird. Es folgen mit den Haikou World Open und den China Open noch zwei Ranking Events in China, bevor es ins Crucible zur WM geht. Wie bei jedem Turnier gibt es auch in Newport eine handvoll Favoriten, die ich hier vorstellen möchte.

Zunächst eine gute Nachricht für alle Fans der Spieler, die sich nicht sicher sein konnten, in den Top 16 zu bleiben. Ding Junhui hat Mark Davis in der ersten Runde mit 4:0 besiegt und damit kann der Engländer nicht mehr in den Kampf eingreifen, muss sich demnach auch für die WM qualifizieren. Mehr Anwärter für einen Sprung in den Elitekreis gab es nicht.

Stephen Maguire

Der Merlin of Milton darf sich berechtigte Hoffnungen machen, seit dem Gewinn der China Open im Jahr 2008 endlich wieder ein Ranglistenturnier gewinnen zu können. Sein Talent ist unbestritten, doch nervlich ist der Schotte nicht immer auf der Höhe und gehört wohl zu den ungeduldigsten Spielern auf der Tour. Zu Beginn der Saison legte Maguire auch einen ausgemachten Fehlstart hin, scheiterte bei den Australian Open sowie beim Shanghai Masters jeweils in der ersten Runde.

Bei der UK Championship gelang ihm dann immerhin der Einzug ins Viertelfinale, bevor der 30-Jährige in Berlin zu einem Siegeszug ansetzte. Zwar verlor er im Finale gegen Ronnie O’Sullivan, schaltete aber immerhin auf dem Weg dorthin John Higgins und Shaun Murphy mit glatten Siegen aus – jeweils zu Null. Zudem gewann er PTC-Event Nummer zwölf.

Ronnie O’Sullivan

Der Engländer ist ein ganz spezieller Fall. In der Weltrangliste drohte er aus den Top 16 zu fallen, da er die PTC-Tour in den meisten Fällen gnadenlos ignoriert und zudem auch das eine oder andere Ranglistenturnier auslässt – so auch die Australian Open. Die folgenden beiden Turniere beendete er im Achtelfinale, verlor dabei gegen Anthony Hamilton und Judd Trump.

Von MC Rob Walker wird O’Sullivan immer als der begnadetste Spieler auf der Tour angepriesen und diese Einschätzung zeigte er dann auch endlich beim „Heimspiel“ in Berlin. Nach seinem unglaublichen Comeback in Runde eins spielte The Rocket wie in früheren Tagen und zeigte dabei neben seinem beeindruckenden Lochspiel auch viel Geduld und starkes Safespiel. In dieser Form muss er zu den Favoriten gehören – was bei den Buchmachern allerdings grundsätzlich der Fall ist.

Shaun Murphy

Auf der PTC-Tour hat sich der Magician in dieser Saison zwar zurückgehalten, zum Saisonbeginn zeigte er allerdings in Australien eine gute Leistung und erreichte direkt das Halbfinale. Zu einem Turniersieg reichte es zwar nicht, allerdings zeigt Murphy eine sehr konstante Leistung und verpasste es nur, dies auch wirklich konsequent umzusetzen.

In Shanghai und bei der UK Championship erreichte er jeweils das Viertelfinale, bevor es in Berlin so wirkte, als ob der Knoten platzen könnte. Im Halbfinale zeigte er dann leider seine schlechteste Leistung, traf dazu aber auch auf einen wie entfesselt aufspielenden Stephen Maguire. Zudem verlor er das Finale beim Masters. Aber wer ihn kennt, weiß um seinen Optimismus und den Glauben an die eigene Stärke.

Judd Trump

Als neuer Stern am Snookerhimmel wurde Trump nach seinen überragenden Leistungen Ende der letzten Spielzeit gefeiert, doch hatte der 22-Jährige zu Beginn der neuen Saison einige Probleme, diese Leistungen zu bestätigen. In Australien und Shanghai kassierte er Niederlagen in Runde eins, bevor er sich bei der UK Championship den Titel sicherte.

Zwei weitere Erfolge gab es für ihn auf der PTC-Tour. Trump wird in jedem Turnier in der kommenden Zeit auf den Zetteln der Buchmacher stehen, doch muss er auch damit umgehen können. Einen kleinen Riss in seiner Welt gab es beim Masters, als er Neil Robertson nach der Niederlage im Halbfinale verbal attackierte. Bei dem ganzen Rummel um ihn sind solche Aussetzer allerdings nur verständlich und wenn er sich auf sein Spiel konzentrieren kann, ist er immer ein heißer Kandidat auf den Titel.

Mark Williams

Der Waliser hat ein Heimspiel in Newport, wobei die Schwäche der Waliser bei diesem Event schon zum guten Ton gehört. Williams konnte das Turnier zuletzt 1999 gewinnen und nimmt nun einen neuen Anlauf. Dabei ist es an der Zeit für einen Titel, nachdem er in den ersten beiden Turniere der Saison jeweils äußerst knappe Final-Niederlagen kassierte.

Ende der Saison ging ihm ein wenig die Luft aus, wobei Williams keine Niederlage in der ersten Runde kassierte. Seine Beharrlichkeit und Souveränität könnten ihm in Wales endlich wieder einen Titel bescheren und von den Spielern, die in dieser Saison keinen Titel gewinnen konnten, ist er erster Anwärter.

Nun gibt es natürlich noch weitere Snooker-Spieler, die zum Kreis der Favoriten gehören. Mark Selby ist natürlich ein Kandidat, doch hat er zuletzt nach seinem Sieg in Shanghai keinen sonderlich guten Eindruck gemacht. Neil Robertson hat sicherlich auch alle Chancen, doch traue ich ihm den Sieg ebenfalls nicht zu.

Mark Allen hat ebenfalls immer wieder seine Momente, scheitert nur zu oft in entscheidenden Situationen. Dabei verfügt er über die Qualitäten. Bei John Higgins sieht es anders aus. Nach seinem triumphalen Siegeszug Ende der abgelaufenen Saison bekommt der Wizard of Wishaw kein Bein auf den Boden und es wirkt so, als ob er sein Spiel verloren hat. Er will sich nun einen eigenen Snooker-Raum bauen, aber bei den Welsh Open sehe ich ihn noch nicht im Kreis der Titelkandidaten.

Ein Geheimfavorit könnte Matthew Stevens sein, der sich aus seinem Formtief befreien konnte und zuletzt in Berlin eine beeindruckende Leistung abgeliefert hat. Spannend dürfte es indes sein, wie Ding Junhui seine Erstrundenniederlage in Berlin verdaut hat. Seinen Auftakt gegen Mark Davis hat er mit 4:0 gewonnen und zeigte sich gut erholt.

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