Mein Tag beim German Masters

3 Feb

Snooker am TV ist eine Sache, vor Ort und in der Halle zu sein, ist eine ganz andere Geschichte. Durch meinen Job als Sportjournalist habe ich das große Vergnügen, mich für diese Events akkreditieren zu können. Und so war ich auch an den ersten beiden Tagen in Berlin im Tempodrom und habe mir die Spiele hautnah ansehen können.

Das Schöne dabei ist, dass ich mit der Pressekarte natürlich auch Zugang zu den Übungstischen habe und mir auch der Backstagebereich offen steht. So konnte ich einen kleinen Plausch mit Rolf Kalb halten und er konnte mich einmal kennenlernen – wir kannten uns zuvor nur vom Telefon. Eine wirklich ganz nette Erfahrung.

Die Halle ist wirklich sagenhaft und die Atmosphäre einzigartig. Dabei stehen eben fünf Tische nebeneinander und als Zuschauer hat man einen wunderbaren Blick auf alle Tische und somit auch alle Partien. Ich versuche, ein paar Bilder in diesen Artikel zu packen, damit Ihr mal einen Eindruck bekommt.

An Tag eins liefen zunächst die Wild Card-Spiele und Ken Doherty setzte sich mit 5:1 gegen Patrick Einsle durch, der ein wenig unter Wert geschlagen wurde. Danach gab es Ryan Day gegen Stephen Maguire zu sehen und auch Shaun Murphy war direkt an Tag eins im Einsatz, hatte dabei wenig Mühe mit Barry Hawkins.

Natürlich bekommt man die Stars auch zu sehen, denn Spieler wie Mark Selby oder Mark Williams laufen gerne auch in zivil durch die Halle, setzen sich auf einen freien Platz und haben wenig Berührungsängste. So konnte ich dann auch ein paar Bilder schießen und sowohl John Higgins als auch Matthew Stevens nahmen sich die Zeit für ein paar Worte und ein Bild.

Higgins ist mittlerweile ja ausgeschieden und unterlag Maguire mit 0:5 – das hatte es für den Wizard of Wishaw seit 16 Jahren nicht mehr gegeben. Stevens hingegen setzte sich mit 5:1 gegen Neil Robertson durch, mit dem ich zumindest das zweifelhafte Vergnügen teilen durfte, am frühen Morgen die letzten Meter durch Eiseskälte bis zum Eingang der Halle zurückzulegen.

Das größte Highlight war aber sicherlich das Match von Ronnie O’Sullivan gegen Andrew Higginson. The Rocket bekam kein Bein auf den Boden, lag bereits mit 0:4 hinten und es war gerade einmal eine Stunde gespielt. Es sprach nichts für ein Comeback – umso erstaunlicher war der 5:4-Sieg des O’Sullivan.

Ich erinnere mich an die Aufholjagd von Mark Allen bei der WM gegen Matthew Stevens, als er, wenn ich mich nicht ganz irre, mit 9:5 hinten lag und 10:9 gewann. Aber trotzdem war das Comeback des Publikumslieblings die erstaunlichste Leistung, die ich seit langer Zeit gesehen habe. Besonders schön natürlich, da ich live dabei war.

Eins bisschen enttäuschend für die Fans war allerdings, dass er danach komplett abgeschottet wurde und nur die Presse, also Menschen wie ich, ihm Fragen stellen durfte. Ich hoffe, das hat sich an Tag drei geändert. allerdings war er auch fix und fertig, wie man auf dem Bild gut erkennen kann. Heute gewann O’Sullivan locker mit 5:1 gegen Joe Perry. Er ist nun einmal das Zugpferd und – davon konnte ich mich live überzeugen – der Grund, warum die Halle voll ist.

Leider konnte ich nur zwei Tage vor Ort bleiben, aber im nächsten Jahr werde ich sicherlich die vollen fünf Tage vor Ort sein und diese ganz besondere Atmosphäre genießen. Auch ohne Zutritt zu den hinteren Bereichen ist ein Besuch wirklich sehr lohnenswert und ich kann es Euch nur empfehlen, die Reise im nächsten Jahr anzutreten.

Für mich heißt es nun auch wieder, die Spiele im TV zu verfolgen. Dort ist übrigens auch Rolf Kalb besser aufgehoben. Als Einheizer a la Rob Walker ist er nicht so wirklich zu gebrauchen und es wirkt auch so, als ob er sich in der Rolle nicht so richtig wohlfühlt. Aber er ist nunmal der Snooker-Papst in Deutschland – zu Recht – und hat es immerhin geschafft, das breite Publikum von diesem Sport zu überzeugen.

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