Robertson gewinnt das Masters

23 Jan

Neil Robertson bleibt Mr. 100 Prozent und behält seine Weiße Weste, wenn es um den Gewinn von Titeln geht. Zum neunten Mal stand der Australier in einem Finale und der Titel beim Masters war gleichzeitig auch sein neunter Erfolg auf der Snooker-Tour. Robertson bezwang Shaun Murphy mit 10:6 und kassierte den Sieger-Scheck in Höhe von 150.000 Pfund.

Damit muss ich auch zugeben, dass ich unrecht habe. Mein Favorit war Shaun Murphy, da er im Verlauf des Turniers einfach eine konstant gute Leistung gezeigt hatte. Zudem musste sich Neil Robertson mit einer neuen Pomeranze herumschlagen und es gab zudem noch den Verbal-Konflikt mit Judd Trump, der nach seiner Halbfinal-Niederlage ein wenig nachgetreten hatte.

Beide Akteure begannen ein wenig nervös, aber wer wollte es ihnen verdenken. Erfahrung mit dem Masters-Finale gab es auf beiden Seiten nicht und Robertson gewann den umkämpften ersten Frame auf Pink und Schwarz. Murphy antwortete mit seinem sechsten Masters-Century in diesem Jahr, spielte zudem eine 65 zum 2:1. Doch Robertson konterte mit einer 103 zum 2:2.

Murphy hatte den etwas besseren Eindruck gemacht, danach liefen die Bälle aber nicht mehr richtig rund für ihn. Die nächsten beiden Frames wurden geteilt, dann holte sich der Australier den wichtigen vierten Frame mit einer 72. Murphy hatte seinerseits dann die Chance, mit dem 4:4 in die Pause zu gehen, machte jedoch einen Fehler zu viel und dieser verlorene Frame schien im Endeffekt eine Art Signalwirkung zu haben.

Es ist natürlich schwer zu beurteilen, was passiert wäre, hätte Murphy sich Frame acht geholt. So musste er einem 3:5-Rückstand hinterherlaufen und schien damit nicht zurecht zu kommen. Die Sicherheit, die ihn im gesamten Turnier ausgezeichnet hatte, schien wie weggeblasen. Zwar gewann er den ersten Frame nach der Pause, musste danach aber zusehen, wie Robertson davonzog.

Begünstigt wurde der Lauf natürlich durch die eigenen Fehler des Magician, der mal eine Rote auf die Mitte verschoss oder Schwarz vom Spot nicht in die Tasche bekam. Mit solidem Spiel zog Robertson auf 9:6 davon und sah sich schon sicher als der vierte Übersee-Spieler, der den Titel sein Eigen nennen darf.

Aber Murphy, der nun befreit aufzuspielen schien, kam nochmal zurück. Mit zwei wunderbaren Breaks von 52 und 86 verkürzte er auf 6:9 und hatte auch in Frame 16 seine Chancen. Doch es reichte nicht und Robertson, der eine 70 vorgelegt hatte, spielte das Bild dann souverän zu Ende und ist nun der elfte Spieler, der Masters und WM gewonnen hat.

„Er ist ein verdienter Champion“, erklärte Murphy nach dem Match. „Es ist ungeheuer schwer, ihn vom Tisch fern zu halten. Dazu geht es nicht nur um die langen Einsteiger, er ist einfach ein kompletter Spieler.“ Lobende Worte fand er nach dem Umzug auch für das Alexandre Palace in London: „Das Publikum war die ganze Woche über fantastisch, Es ist wie im Crucible.“

„Der Weg ins Finale war nicht einfach“, erklärte Robertson. „Aber ich wollte nach dem WM-Titel unbedingt auch das Masters gewinnen. Zu Beginn hatte Shaun sicherlich einige Vorteile, doch in der zweiten Session sind die Bälle für ihn nicht mehr so gut gelaufen.“ Damit hat er meiner Meinung nach auch Recht, sollte seine starke Leistung aber auch nicht unter den Teppich kehren.

Insgesamt war es eine tolle Woche mit klasse Snooker. Natürlich wäre ein Finale über die volle Distanz wünschenswert gewesen, aber auch so haben beide Akteure gute Unterhaltung geboten. Wirklich beeindruckend ist dabei die Serie von Robertson, der alle seine sieben Main-Tour-Finals gewonnen hat – zudem bei zwei PTC-Endspielen den Titel holte.

Doch bevor wir nun mit einem weinenden Auge auf die vergangene Woche blicken, freuen wir uns auf das German Masters, das am 01. Februar in Berlin startet. Dort wird die Elite wieder am Start sein und erneut dürfte auf fünf Tischen gleichzeitig gespielt werden. Ein Besuch wird sich sicherlich lohnen.

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