O’Sullivan denkt an Rücktritt

7 Dez

Wenn die Frage nach dem talentiertesten Snooker-Spieler aufkommt, gibt es nur eine Antwort: Ronnie O’Sullivan. Der Engländer spielt beidhändig perfekt, hat 22 Titel auf der Main Tour gewonnen und ist der Liebling der Fans. Doch seit Jahren leidet er unter Depressionen und hat nach dem Ausscheiden bei der UK Championship einmal mehr von Rücktritt gesprochen.

Schon öfter hat O’Sullivan einen Rücktritt in Betracht gezogen. Zuletzt Anfang der Saison, als er sich in der ersten Runde der China Open verabschiedete. In seiner Biographie beschrieb er, dass er sich jahrelang durch die Tour quälte und während der Matches zeitweise einfach nur die Halle verlassen wollte.

Mittlerweile arbeitet O’Sullivan mit einem Sportpsychologen zusammen und es sah so aus, als ob er sich ein wenig gefangen habe. Zudem sprach er davon, wieder Spaß am Snooker zu haben und die Dinge ein wenig anders zu sehen – sein Dank galt Dr. Steve Peters. Als O’Sullivan in der ersten Runde leicht und locker gegen Steve Davis gewann und zuvor den zehnten Titel in der Premier League holte, schien die Welt soweit in Ordnung.

Doch nach der 5:6-Niederlage gegen Judd Trump erklärte er der Presse, dass er keine Sekunde länger hätte spielen können. Schon in der Vorsaison hatte er das German Masters sowie das Shanghai Masters aus persönlichen Gründen abgesagt und erklärt, er wolle mehr Zeit mit der Familie verbringen.

Weiter sprach er nun von persönlichen Problemen, die dazu beitragen würden, dass ein Rücktritt im Raum stünde. „Ich denke, es gibt mehr im Leben als Snooker“, so O’Sullivan gegenüber der BBC. „Ich habe keine Lust, ständig alleine zu sein. Ich will nicht ständig alleine um die Welt reisen und immer alleine mit meinen Ängsten und Emotionen sein. “

Nach der Trennung von Jo Langley ist er Single und das soll sich ändern. „Ich will mein Leben auch genießen. Ich bin nun 36 und ich würde gerne jemanden kennenlernen und mein Leben mit jemandem verbringen. Aber wenn ich mich so fühle, wie zwischen den Turnieren, dann ist es sehr schwierig. Es gibt mehr im Leben, zumindest für mich.“

Diese Aussagen kamen keinesfalls aus einer spontanen Laune heraus. „Ich sage das nicht, weil ich gerade sauer oder verletzt bin. Manchmal muss man einfach die Wahrheit aussprechen. Ich werde mit Steve Peters darüber sprechen, aber für mich gibt es eben ein Leben nach Snooker“, erklärte er auf prosnookerblog. „Aber man muss sehen, wie es ist. Ich will in jedem Fall arbeiten, denn ich möchte nicht aufwachen und nichts zu tun haben. Auf jeden Fall muss ich davon weg, was diese Probleme verursacht.“

Wie Dave Hendon es beschreibt, gab es schon nach dem Sieg gegen Davis erste Anzeichen. Die Reisen der letzten Zeit, als es von Antwerpen über Grimsby nach Manchester rund Sheffield ging, scheinen Spuren hinterlassen zu haben und zumindest die nächsten beiden PTC-Events hat er ebenso abgesagt, wie das Shootout im nächsten Jahr.

Ich denke, eine Pause wird O’Sullivan gut tun und man wird nach den Gesprächen mit seinem Psychologen sehen, wie es weitergeht. Dass O’Sullivan mit der Situation insgesamt unzufrieden ist, hat er mehrfach betont. Auch wird Barry Hearn kaum Rücksicht auf ihn nehmen, da der Boss bereits erklärt hat, dass eventuell einige Spieler auf der Strecke bleiben würden.

Klar ist aber auch, ein Rücktritt würde die Szene hart treffen auch wenn Snooker natürlich nicht abhängig von ihm ist. Doch natürlich geht das Wohlbefinden und die Gesundheit vor, man mag sich nur wünschen, dass er dem Snooker noch viele Jahre erhalten bleibt.

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